Dienstag, 22. September 2015

Video - Nortmoor: Landwirte demonstrieren

Wegen der anhaltend tiefen Milchpreise haben sich am Montagabend Landwirte aus ganz Ostfriesland in Nortmoor vor dem Bünting-Lager getroffen. Mit ihren Treckern blockierten sie die Einfahrt zum Handelsunternehmen.
oz-online.de

Sendeland-Ticker vom 22. Sep 2015

Wiefelstede - Bauern demonstrieren vor EDEKA
Sendeland-Ticker vom 22. Sep 2015


Trecker-Protest bei Bünting in Nortmoor

Nach der Aktion in Neuenkruge setzen die Landwirte im Nordwesten ein weiteres Zeichen gegen niedrige Milchpreise: Rund 400 Bauern haben am Montagabend im Kreis Leer demonstriert.
Bereits am Sonntagabend hatten Landwirte mit rund 200 Traktoren vor dem Zentrallager von Edeka in Neuenkruge (Landkreis Ammerland) demonstriert. In den vergangenen Wochen hatte es zudem in ganz Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern, immer wieder Protestaktionen von Bauern gegen niedrige Milchpreise gegeben. 

Milch(-Krise) macht müde Bauern munter

Milch ist in Deutschland reichlich vorhanden – und preiswert. Den Produzenten indes ist der Spaß vergangen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fordert nachdrücklich eine europäische Lösung. „Wir brauchen ein Markt-Krisenmanagement", machte Johanna Böse-Hartje, BDM-Landesvorsitzende in Niedersachsen, gestern in Soltau deutlich. „Wir müssen reagieren können auf Veränderungen am Markt." Die Branche benötige flexible „Werkzeuge", um je nach Situation eingreifen zu können.

Die Milch kocht über

Rund 300 Landwirte aus dem Allgäu protestierten mit einem Traktorenaufmarsch, Transparenten und Sirenenlärm gegen den ruinösen Preisverfall. „Man hätte ihn mit viel mehr Pfeifen und Lärm heimschicken sollen....", bedauerte einer der rund 300 Demonstranten, die auf dem Marktanger in Sonthofen Bundes-Landwirtschaftsminister nach dem Gespräch am Grünen Tisch die Meinung „gegeigt" hatten. Wer sich wie der Bauernverband mit Geldleistungen abspeisen lasse, sei „ein agrarpolitischer Geisterfahrer". Es könne nicht angehen, dass sich die Milchkrise alle drei Jahre wiederhole, so Leis. Gegenüber den Demonstranten betonte Schmidt, er wisse sehr gut wie die Situation bei den Milchbauern sei. Wer ihn hier auspfeife, habe die Weisheit wohl mit Löffeln gefressen: „So einfach ist es nicht!"

Montag, 21. September 2015

Müller-Milch und Lactalis/Parmalat werfen Auge auf NÖM

Raiffeisen und die heimische Agrarpolitik starten laut Wiener Zeitung einen neuen Versuch, die beiden größten Molkereien des Landes, die oberösterreichische Berglandmilch und die niederösterreichische NÖM, enger aneinander zu binden. In den 1990er-Jahren war dieses Vorhaben gescheitert.
Da es nun an der NÖM, die zu 80 Prozent der Raiffeisen Holding Niederösterreich und zu 20 Prozent 3.500 Milchbauern gehört, Auslandsinteresse gebe, bastle man an einer "österreichischen Lösung", so die Zeitung unter Berufung auf nicht genannte involvierte Personen.

Sonntag, 20. September 2015

Vor Sonderkonferenz: Druck für Milchkrisen-Hilfe

Vor einer Sonderkonferenz zur Milchkrise macht Bayerns Agrarminister Helmut Brunner (CSU) Druck für schnelle Hilfen. „Wir müssen existenzgefährdete Betriebe mit einem Liquiditätsprogramm und gegebenenfalls mit Bürgschaften unterstützen", sagte Brunner auf Anfrage. „Wir brauchen kurzfristige, nicht angemeldete Markteingriffe der EU, um die Preise zu stabilisieren."
Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat deswegen Brunner und die Agrarminister der übrigen Bundesländer für Montag zu einer Sonderkonferenz in Berlin geladen. Schmidt lehnt direkte Markteingriffe bislang ab.

BIG-M: Der Milchmarkt läuft für die Konzerne - nicht für die Bauern!

Die Schweizer Milchbauern warten immer noch auf bessere Zeiten. Auf dem Schweizer Milchmarkt geht es zu und her wie in einem Bazar. Es fehlt  offenbar viel Milch. Der heisse Sommer und die vielen Aussteiger aus der Milchproduktion hinterlassen Spuren. Auch der Anreiz  des ZMP, die Lieferrechte neu nach der gelieferten Menge 15/16 zu zu teilen , bringen nicht mehr den gewünschten Mengenschub. Für "freie" Milch werden aktuell sehr hohe  Spotpreise bezahlt. Jeder Liter Milch wird gebraucht. Davon merken wir Bauern aber nichts, denn der Grund für diese Preisüberbietungen ist folgender: Für das Nichteinhalten von Lieferverträgen drohen den Milchhändlern happige Strafzahlungen. Und weil die Milch nicht in dem erwarteten Masse kommt, müssen die fehlenden Mengen eben auf dem Spotmarkt beschafft werden. Egal zu welchem Preis, denn es ist immer noch besser, den Vertrag mit zu teurer Milch zu erfüllen als Strafen zu berappen. Und weil der Bauer nur das bekommt, was der Milchhändler noch übrig für ihn hat, wird er gleich doppelt gejoggelt . Hat es zuviel Milch, geht der Preis nach unten, hat es zuwenig, trägt er die Konventionalstrafen mit.

Samstag, 19. September 2015

Video - Debatte mit Phil Hogan im EU-Parlament zur Agrarkrise

Plenartagung vom 16.09.2015 mit Redebeiträgen von Phil Hogan, Albert Deß, Maria Heubuch, José Bové, Martin Häusling, Ulrike Müller, Michel Dantin, Paolo De Castro, Peter Jahr und vielen anderen EU Politikern. Albert Deß forderte die 900 Mio. aus der Superabgabe als Krisenhilfe zu verwenden und forderte spontane Herauskaufaktionen von Milchprodukten, um z.B. bei Verhandlungen der Handelsketten gezielt Druck vom Markt zu nehmen. Er bedankte sich zum Ende seiner Rede bei Kommissar Phil Hogan dass er auf die Krise reagiert hat. José Bové zerreisst nicht nur mit Worten während seiner Rede, sondern sogar mit seinen Händen das Papier auf dem Phil Hogan's Maßnahmen aufgelistet sind. Trotz massiver Kritik an seinem Maßnahmenpaket in dieser Debatte verteidigt Phil Hogan am Ende völlig uneinsichtig seine Entscheidung und ignoriert sämtliche Kritik der EU-Parlamentarier.

Zum Video - Die komplette Debatte, ca. 120 min    europarl.europa.eu

Und hier der Ausschnitt mit José Bové

Heftige Proteste in Spanien

Spanische Milcherzeuger protestieren immer heftiger. Vor allem in der Region Galizien. Auch der Vorsitzende der Milcherzeuger-Vereinigung zeigte deutlich seinen Unmut und schüttete seine Milch weg, und Milcherzeuger blockierten die Molkerei Euroserum-Iberica in Monforte de Lemos.
Bereits am Sonntag hatten die spanischen Milcherzeuger damit begonnen, alle Molkereibetriebe in dieser Provinz, ingesamt 15 Betriebe, lahm zu legen. Sie riefen auch ihre Berufskollegen dazu auf, es ihnen gleich zu tun und große Molkereien im ganzen Land zu besetzen. Die bisher "bestreikte" Milch, wird derzeit an in der Region Ferrolterrra ausgeteilt.


Aufstand im Bauernverband

Ob Bauernverband oder Bund Deutscher Milchviehhalter: Die Basis macht auf einer Krisenversammlung in Ecklak gemeinsam Druck und fordert eine Reduzierung der Milchmenge. „Wir können nicht alle zwei Jahre Liquiditätsdarlehen aufnehmen." 
Das sieht auch Nico Hellerich so. Der Vorsitzende des Bezirksbauernverbandes Wilstermarsch machte keinen Hehl aus der Unzufriedenheit mit seinem eigenen Verband. Die von diesem favorisierten oder initiierten Hilfsprogramme zur Stützung Not leidender Milchbauern hält er allesamt für „warme Luft". Hellerich befürchtet, dass angesichts dieser Entwicklung binnen Jahresfrist mindestens jeder fünfte Hof auf der Strecke bleibt. „Wir an der Basis wollen die Verbände jetzt zwingen, miteinander zu sprechen", fordert er gemeinsam mit Strüven den Schulterschluss aller Milchbauern. „Hier sterben die Betriebe und die reden nicht miteinander. Was da abgeht, ist menschenverachtend", empört er sich. Namen wurden auf der Versammlung kaum genannt. Jeder Landwirt aber wusste, dass der eindeutige Aufruf an die Adresse von Verbandspräsident Werner Schwarz und dessen Stellvertreter Peter Lüchow gerichtet war.

Lidl-Vorstoß gibt Molkereien Rätsel auf

In der Milchindustrie herrscht Rätselraten über die Pläne von Lidl. Der Discounter hatte gegenüber dem Bauernverband angekündigt, den Preis für Milch anheben zu wollen. Mit den Molkereien hat Lidl darüber allerdings noch nicht gesprochen. Die deutschen Molkereien warten auf ein Signal aus der Lidl-Zentrale in Neckarsulm. "Es herrscht totale Ruhe", beklagt ein Molkereichef gegenüber der Lebensmittel Zeitung Mitte dieser Woche. In der Branche wisse niemand, wie der Discounter seine Ankündigung umsetzen werde, die deutschen Milchbauern zu unterstützen. "Es findet derzeit keine Kommunikation mit Lidl statt", bestätigt der Vertriebschef einer anderen Molkerei der LZ.

CH: Hochdorf stellt Anlagenauslastung über Bauerninteressen

Es hagelt derzeit Kritik für die Hochdorf-Gruppe. Die Hochdorf-Gruppe hatte bei der Oberzolldirektion ein Gesuch gestellt, 780 Tonnen Milchkonzentrat zu importieren. Grund: Die Milchmenge ist in der Schweiz saisonal sehr unterschiedlich. «Wir haben als Unternehmen das Bedürfnis, unsere Anlagen auch ausserhalb der Milch-Hochsaison auf einem normalen Level auszulasten», sagt Hochdorf-Sprecher Christoph Hug. Aus diesem Grund will Hochdorf Milch im Ausland einkaufen.

Sachsen-Anhalt bürgt für Milchbauern

Sachsen-Anhalt greift den vom Preisverfall bei Milch bedrohten Bauern finanziell unter die Arme. Es könnten jetzt Bürgschaften des Landes in Anspruch genommen werden, erklärte Agrarminister Hermann Onko Aeikens (CDU) am Freitag im Landtag. Das Finanzministerium habe zudem der Stundung von Steuern zugestimmt. Pachtzahlungen bei Landesflächen könnten auch ausgesetzt werden oder Flächen vorübergehend an das Land verkauft und zurückgepachtet werden.
volksstimme.de

Milchviehhalter werden vom Land unterstützt
Von Seiten der EU werden für die Milchviehhalter in Deutschland 69,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um Liquiditäts- und Existenzschwierigkeiten entgegenzuwirken. Auch die Direktzahlungen sollen vorzeitig ausgezahlt werden, um den Betrieben hinsichtlich ihrer Liquidität Luft zu verschaffen. So ist vorgesehen, finanzielle Mittel im Rahmen des Existenzsicherungsprogramms zur Verfügung zu stellen.
Außerdem wird es ein Angebot der Landgesellschaft geben, landwirtschaftliche Flächen von in Schwierigkeiten gelangten Betrieben zu erwerben, die dann mit einer Rückkaufoption an den Betrieb zurück verpachtet werden.
Mit diesen Maßnahmen wollen wir dafür sorgen, dass unsere Milchviehhalter die derzeitige Milchkrise gut überstehen.
landespressedienst.de

Freitag, 18. September 2015

200 Milchviehhalter protestieren in Sonthofen

Der Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Sonthofen, hat heute für einigen Wirbel gesorgt. 200 Landwirte machten derweil vor dem Gebäude ihrem Ärger Luft. 130 Traktoren hatten sie auf den Marktanger auffahren lassen.
Mit einer halben Stunde Verspätung hatte die Veranstaltung im Haus Oberallgäu heute Vormittag begonnen. Nach rund zweistündiger Diskussion wagte sich Bundesminister Christian Schmidt auf die andere Straßenseite zu den Landwirten und wurde dort mit einem Hupkonzert und Buh-Rufen empfangen. Er machte klar, dass er hinter der Aussicht gestellten Finanzhilfe in Höhe von 500 Millionen Euro stehe, betonte, sich am Montag bei einem weiteren Gespräch für die Anliegen der Milchviehhalter einzusetzen.
Dass ihr Protest das Denken des Ministers beeinflusst hat, bezweifeln viele. Doch er soll nicht um sie herum kommen. Milchviehhalter quer durch die Republik erinnern Christian Schmidt immer wieder an ihre Forderungen.


Bauern protestieren bei Besuch von Agrarminister Schmidt in Sonthofen

Hunderte Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) haben beim Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Sonthofen lautstark gegen die Berliner Agrarpolitk und das Verhalten der Europäischen Union protestiert. Schmidt war Gast beim „Grünen Tisch", zu dem die CSU-Bundes- und Landtagsabgeordneten des Allgäus ins „Haus Oberallgäu" eingeladen hatten. Auch dort ging es hauptsächlich um die Krise am Milchmarkt.

Bauern steht das Wasser bis zum Hals

„Die Zukunft unserer Landwirtschaft steht jetzt auf dem Spiel", warnt der Kreisvorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Mathias Lohmeier. „Schweinebauern sterben lautlos, im Gegensatz zu den Milchbauern", erklärt Lohmeier im Gespräch mit der Heimatzeitung. Viele Schweinebetriebe hätten ohne Unterstützung ihres Berufsverbandes in letzter Zeit schon still und leise aufgegeben müssen, während sich die BDM-Milchbauer gegen das Höfesterben wehren. Als Einziger habe der BDM bisher „ein schlüssiges Konzept gegen die Milchkrise vorgelegt", meint Lohmeier. 

Namibias Milchbranche leidet weiter

Namibias größter Milchbetrieb hat in den vergangenen zwei Monaten Verluste einstecken und Tiere keulen müssen, während die Milchproduktion sinkt. Um dem Überangebot auf dem Markt und dem Überschuss im Lager entgegenzuwirken, ist Namibia Dairies laut dem Direktor gezwungen, die Zahl der Rinder auf der eigenen, hochmodernen !Aimab-Superfarm bei Mariental zu reduzieren: „Im August haben wir 220 Kühe getötet. Ling bedauert: „Wir wissen, dass die gesamte in Namibia produzierte Milch nicht einmal ausreicht, den eigenen Bedarf zu decken, und dennoch wird der Bedarf durch billige H-Milch (UHT) oder Milch mit verlängerter Haltbarkeit, ESL, (aus dem Ausland, die Red.) gedeckt, was eine große namibische Milchfarm zwingt, die Produktion zu verlangsamen. Wenn keine langfristige Lösung gefunden wird, stehen rund 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel."

Donnerstag, 17. September 2015

Arla-Milchwerk Zaisenhofen droht die Schließung

Seit August gilt im Arla-Milchwerk in Zaisenhofen Kurzarbeit, sie ist bis Ende Oktober beantragt. Derzeit ruhe die Käse-Produktion, die 35 Mitarbeiter seien auf die umliegenden Standorte verteilt. „Die Produktion soll nicht mehr aufgenommen werden", habe Winfried Meier, Geschäftsführer Vertrieb für Arla Foods Zentraleuropa mitgeteilt. Die weltweit operierende dänische Genossenschaft hatte 2011 die angeschlagenen Allgäuland-Käsereien übernommen und anschließend deren Struktur in reine Produktionsstandorte umgekrempelt: Das Riedlinger Werk wurde schnell geschlossen, auch die damalige Allgäuland-Zentrale in Wangen-Ahegg machte 2013 dicht.

EMB Newsletter September 2015

Themen:
- Ergebnis des gestrigen EU Agrarrats für Milcherzeuger sehr enttäuschend, 
  geradezu eine Provokation
- Tausende Milcherzeuger sagen JA zu einer Mengenkürzung in Krisenzeiten
- Bewertung der Maßnahmen im Milchsektor
- Muss eine neue Kommission her, um die Milchkrisen zu beenden?
- Blick in die Welt: Abschaffung der Mengenregulierung in Australien
- Solidaritätsaufruf mit Milcherzeuger
- Kurznachrichten aus Brüssel



Irrweg Weltmarkt

Seit Monaten schon legen Agrar-Berater ihren Bauern ans Herz, doch mal mit der Bank über eine „langfristige Nachfinanzierung" zu sprechen. Mehr noch: Die Berater bereiten ihre Klienten schonungslos aufs Ende vor: Wer nicht „quersubventionieren" könne, der müsse „ernsthaft über eine Einstellung der Produktion" nachdenken.
Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) fällt in dieser Stunde nichts anderes ein, als seinen europäischen Kollegen eine makabre Verteilung der EU-Krisen-Millionen vorzuschlagen: Er will die Milch-Hilfen je nach der bisherigen Produktion der Bauern verteilen. Damit belohnt Schmidt genau jene, die für die Krise mitverantwortlich sind.
Statt aus dem Topf von 500 Millionen Euro für jeden nicht gemolkenen Liter einen Ausgleich an die Bauern zu zahlen, wie das die „Rebellen" vom Bund Deutscher Milchviehhalter verlangen, wird die Erzeugung auf altem Niveau finanziell gestützt. Eine fatale Politik, die keine steigenden Preise im Sinn hat. 

Mittwoch, 16. September 2015

Bayern fordert Mengenregulierung

Der Protest der Milchbauern Anfang September in München scheint die Bayerische Staatsregierung zum Umdenken bei der Mengenregulierung bewegt zu haben. Brüssel müsse über weitere innovative und kreative Lösungen nachdenken und darüber hinaus auch prüfen, ob bereits bestehende Ansätze wie ein freiwilliger Produktionsverzicht gegen Entschädigungszahlungen umsetzbar und finanzierbar seien. 

Milchviehhalter kritisieren Agrarminister Schmidt scharf

Massive Vorwürfe erhebt der Kreisvorsitzende des Bundes der Milchviehhalter, Peter Meyer, gegen Agrarminister Christian Schmidt. Der habe sich "in all den Monaten noch nicht einmal die Mühe gemacht hat, mit uns das Konzept wirklich intensiv zu diskutieren", das der BDM zur Verbesserung der Lage auf den Milchmarkt erstellt hatte. Man habe, so Peter Meyer gegenüber nn-online, "wirklich viele konstruktive und lange Gespräche mit Politikern, Wissenschaftlern und Verbandsvertretern geführt. Es war keiner darunter, der unsere Vorschläge derart respektlos vom Tisch gewischt hätte wie Minister Schmidt, der unser Konzept noch nicht einmal wirklich kennt". 

F: Agrarverbände unzufrieden mit EU-Massnahmenpaket

Durchweg unzufrieden haben sich die französischen Agrarverbände mit dem Massnahmenbündel gezeigt, das die EU-Kommission auf der Sondersitzung der europäischen Landwirtschaftsminister vergangene Woche in Brüssel präsentiert hat. Die Junglandwirteorganisation (JA) bemängelte, dass „niemand uns in Brüssel gehört hat". Der Berufsnachwuchs stellte klar, nicht zum Agrarrat gefahren zu sein, um einen Scheck zu erhalten. Vielmehr habe man langfristige strukturelle Massnahmen einfordern wollen. 

Ozeanien kritisiert EU-Milchbeschlüsse

Das Anfang der vergangenen Woche in Brüssel beschlossene Hilfspaket für die EU-Milchbauern ist in Australien auf deutliche Kritik gestossen. Nach Ansicht des Präsidenten der Australischen Milcherzeuger (ADF), Noel Campbell, können die Krisenmassnamen der EU den internationalen Wiederanstieg der Preise für Molkereierzeugnisse verzögern. Er befürchtet, dass die Europäer mit Hilfe der Finanzspritze auf Märkte vordringen, in denen sie sich bisher nicht bewegt haben und dort bestehende Absatzbeziehungen zerstören.

Dienstag, 15. September 2015

Medienecho zur Demonstration in Luxemburg

Sehen Sie hier eine Auswahl von Medienberichten

Update 16.09.15

Brunner legt sich wegen Milchpreis mit der EU an

Angesichts der dramatischen Milchkrise geht Bayerns Agrarminister Helmut Brunner jetzt auf Konfrontationskurs zu seinem CSU-Parteifreund und Bundesagrarminister Christian Schmidt und zur EU-Kommission. Brunner fordert direkte Eingriffe in den Milchmarkt. Außerdem geht der Niederbayer auch auf Distanz zum Bauernverband. Brunner nähert sich dem Milchbauernverband BDM und dessen Forderung nach Zahlungen an Landwirte an, die in Krisen wie dieser die Milchproduktion ihrer Kühe drosseln. Die EU-Kommission müsse den Vorschlag zumindest sorgfältig prüfen. "Wir brauchen innovative und kreative Lösungen", sagt Brunner, "altbekannte Hilfsmechanismen" reichten nicht aus. Gerade diese Äußerung dürften den Bauernverband verärgern. Bis hinauf zu Bauernpräsident Walter Heidl betonen sie dort, dass sie von den Vorstellungen des BDM nichts halten.

Belgische Bauern belagern den Kirchberg

LUXEMBURG – Belgische Landwirte blockierten am Morgen den Grenzübergang Sterpenich/Steinfort und sind nun in der Hauptstadt. Dort postierten sie sich mit Güllefässern und Tausenden Litern Milch, die sie offenbar auf die Place de l'Europe verschütten wollen. Im Gebäude verhandeln die EU-Agrarminister indes über Hilfen für notleidende Bauern. Zuvor waren die Trecker in Polizeibegleitung über die Autobahn A 6 und die Route d'Arlon in Strassen getuckert.

Wien will ab November EU-Fördergelder auszahlen

Die Landwirte in Österreich könnten bereits im November mit der Auszahlung von EU-Fördergeldern rechnen. Nach Rupprechters Angaben ist vorgesehen, dass mindestens die Hälfte der Direktzahlungen sowie 75 % der Ausgleichszahlungen und der Fördermittel des Umweltprogramms (ÖPUL) aus der Ländlichen Entwicklung vorzeitig an die Betriebe gehen. 

Video - Besser ein flexibles System als starre Quote

Landwirte halten nichts von Finanzhilfe aus Brüssel.
Proteste zeigen erste Wirkung 

Die Meierei in Horst ist krisenfest

Alle Reden von der Krise der Milchpreise. Die Meierei Horst nicht. Denn die Meierei setzt klar auf regionale Produkte und regionale Vermarktung. Und das erweist sich in der Preiskrise als eindeutiger Vorteil. „Wir vereinbaren mit den Landwirten und dem Handel Preise, die dann ein Jahr lang gelten", sagt Hans Möller, Vorstand der Meierei Horst. Damit hätten alle Planungssicherheit. 33 Cent bekommen die Landwirte von der Meierei Horst derzeit. Und der Preis wird ein Jahr lang garantiert.