Deutschlands oberster Lebensmittelkontrolleur Martin Müller ist alarmiert: Betrügereien mit Lebensmitteln nehmen immer mehr zu. Er fordert radikale Reformen, mehr Personal für die Aufsicht und härtere Strafen.
Eine Sammlung von Infos und Links zum Thema Agrarpolitik abseits des Mainstream
Sonntag, 31. März 2013
Mit einer Stimme reden
Dr. Ludger Schulze Pals, Chefredakteur des landwirtschaftlichen Fachmagazins „top agrar" sprach beim Infoabend der BDM-Kreisgruppe zu den Landwirten und forderte sie zu Solidarität auf. „Wenn es Ihnen als Berufsstand nicht gelingt, mit einer Stimme zu sprechen, dann wird es in Zukunft immer schwieriger, für die Anliegen der Landwirtschaft Gehör zu finden." „Biogas, Milchquote, Stallbau: Streit und Neid im Berufsstand – Ist der Zusammenhalt in Gefahr?" hatte Schulze Pals sein Referat überschrieben. „Erfolgreiche Interessenvertretung für die Landwirtschaft in Deutschland funktioniert nur, wenn der Zusammenhalt untereinander stark ist", betonte Pals, „wenn in gegenseitigem Respekt und mit Toleranz um gemeinsame Positionen gerungen wird. Manchmal muss man dafür auch zwei Schritte zurückzugehen und neu anfangen."
Kommentar:
Wie sollen Landwirte an der Basis auf einen Nenner kommen, wenn mangelnde Solidarität und Spaltung des Berufstandes auf höchster Ebene von den Spitzenfunktionären beim Deutschem Bauernverband aktiv betrieben werden?
Die Analyse von Schulze-Pals und seine Forderungen sind in diesem Zusammenhang somit weder objektiv noch zutreffend.
Die Analyse von Schulze-Pals und seine Forderungen sind in diesem Zusammenhang somit weder objektiv noch zutreffend.
Samstag, 30. März 2013
EZB bestätigt: Die Bank-Guthaben in Europa sind nicht sicher
Der niederländische EZB-Mann Klaas Knot bestätigt: Die Enteignung von privaten Bank-Guthaben wird künftig Teil der „europäischen Liquidierungs-Politik sein". Die EZB will, dass die Banken ihre Bilanzen in Ordnung bringen. Der einfache Sparer sollte sich nun gut überlegen, wie viel Geld er auf welcher Bank belassen will.
Freitag, 29. März 2013
Eishersteller DKM hat Europa im Blick
Eisherstellung in industrieller Massenfertigung - dieses Geschäft möchte das Deutsche Milchkontor mit ihren Werken in Everswinkel und Recke ausbauen. Die Mehrheitsbeteiligung beim Mitbewerber Rosen Eiskrem ermöglicht einen noch stärkeren Auftritt auf dem europäischen Markt. Das Bundeskartellamt hat diesem Vorhaben am Donnerstag ohne Auflagen zugestimmt.
Die Legende vom Glück ohne Ende
Glaubt man den Verpackungen von Milch, Butter, Joghurt und Käse, tummeln sich in Deutschland nur glückliche Kühe, die von morgens bis abends sattes Grün von der Weide fressen. Unser Test enthüllt: Rund zwei Drittel der Produkte, die mit "Weidemilch" oder grünen Wiesen locken, sind von Kühen, die wohl selten Gras gesehen haben. Und die wenigsten Molkereien verbieten Gen-Tech-Soja im Futtertrog.
Donnerstag, 28. März 2013
2015 fällt die EU-Quote - Unsichere Zukunft für Milchbauern
Im Jahr 2015 wird die Milchquotenregelung in der Europäischen Union fallen. Habeck erwartet eine Ausweitung der Milchproduktion und noch größere Schwankungen beim Milchpreis. „Wohin wird die Reise gehen, das ist die Frage", sagt nachdenklich Milchbauer Hans-Jürgen Clausen (47) aus Wangels. Dessen Hof hatte der BDM als erste Station ausgesucht. Mit Grausen denkt er an das Jahr 2008/2009, als der Milchpreis 18 Cent betrug. „Daran haben wir heute noch zu knabbern."
Agrarminister Meyer unterstützt Bonus-Malus-System
Auch nach dem Wegfall der Milchquoten muss es eine Mengensteuerung geben, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter (BDM) in Verden. "Wir brauchen eine Mengenregulierung, wie sie es auch beim Zucker gibt", bekräftigte der Grünen-Politiker. Das bisherige Quotensystem sei jedoch zu starr und die Menge zu hoch gewesen.
Mittwoch, 27. März 2013
QS-Siegel - Was ist das Zertifikat wert?
Fernsehtipp heute abend, 21.00 Uhr - Bayerisches Fernsehen, Kontrovers:
QS - Qualität und Sicherheit garantiert das Siegel. Doch nach Dioxin- und Pferdefleisch-Skandal trauen viele den Versprechen der Lebensmittelindustrie nicht mehr. Zu Recht? Kontrovers über Lücken im Kontrollsystem. Obwohl laut QS 100 Prozent der Futtermittelproduktion zertifiziert und kontrolliert sind, ist der Futtermittelhersteller Joseph Feilmeier aus Hofkirchen bei Vilshofen in Niederbayern nicht mit dabei. Weil er das System nicht unterstützen möchte. Er findet, die Kontrollen sind viel zu lax. Betrügen wird leicht gemacht.
Bäuerliche Betriebe stärken
Die Botschaft des Ministers hörten die Milchbauern im eng besetzten Saal gern: Die allzu großen Strukturen führten in der Landwirtschaft oft zu Problemen. Deshalb sei es wichtig, die 40 000 bäuerlichen Betriebe im Lande zu stärken, und die Strukturen auszubauen, in denen sie wirtschaften. „Sanfte Agrarwende" nannte der Grüne seine Vorstellungen. Überschaubare Betriebsgrößen, die von den Besitzern auskömmlich bewirtschaftet werden, seien das Ziel: „Sozial und ökologisch anständig." Den Milchbauern machte er deutlich, dass er ein neues Mengenregulierungssystem zur Sicherung der Preise für ihr Erzeugnis in der EU begrüßen würde.
Wie die Agrarwende gelingen soll - Kleinteilig und überschaubar
Die mittelständischen bäuerlichen Strukturen stärken und nicht mehr die Agrarindustrie – darum geht es bei der Neuausrichtung der niedersächsischen Agrarpolitik, die der neue Landwirtschaftsminister Christian Meyer gestern im Niedersachsenhof erläutert hat. "Statt weiter dem Credo ,wachsen oder weichen' zu folgen, wollen wir den Fokus auf die 40000 bäuerlichen Familienbetriebe in Niedersachsen richten", sagte Meyer. Für Sätze wie "lieber den Bauern das Geld geben als den Agrarkonzernen" bekam Meyer kräftigen Applaus.
Dienstag, 26. März 2013
Landwirtschaftsminister besucht Milchbauern - Video
Christian Meyer ist der erste grüne Landwirtschaftsminister des Agrarlandes Niedersachsen. Und er hat Großes vor: Kaum im Amt hat er eine "sanfte Agrarwende" angekündigt. Was das genau bedeutet, dass hat er beim Bundesverband Deutscher Milchviehhalter in Verden erklärt.
Beim Milchkontor läuft alles nach Plan
Ausgesprochen ruhig verlief die Bezirksversammlung vom Deutschen Milchkontor (DMK) am Montagnachmittag in Ostercappeln-Vennermoor (Kreis Osnabrück). Zwar sind die Mitglieder der Genossenschaft mit dem Milchgeld nicht wirklich zufrieden. Doch immerhin gibt es Hoffnung auf bessere Erlöse im Laufe des Jahres.
Rinder-Tbc: Die Lizenz zu töten
Oberallgäu - Die Stimmung ist gereizt. Viele Milchviehhalter in der Region wollen die angeordnete Tuberkulose-Reihenuntersuchung aller Rinder nicht mehr hinnehmen. Bei einer Informationsveranstaltung des Bundes Deutscher Milchviehhalter BDM zum Tuberkulose-Geschehen im Oberallgäu machten die Bauern in Dietmannsried ihrer Verärgerung Luft. Der BDM will das Vorgehen nicht länger mittragen. Die Suche nach besseren Untersuchungsmethoden soll vorangetrieben werden, bevor noch mehr (gesundes) Vieh getötet wird, so die Forderung. Solange rät der BDM seinen Mitgliedern die Verweigerung der Reihenuntersuchung.
Forderungen für einen fairen Milchpreis
Der Kreisvorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter fand deutliche Worte. „Seit dem 18. Jahrhundert sind wir Bauern frei, doch nun verlieren wir unser Land wieder an die Banken", sagte Josef Baur. Viele Landwirte hätten höhere Kosten, als sie einnehmen könnten. „In den Niederlanden haben sich die Schulden der Milcherzeuger in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt", sagte die Rednerin.
Montag, 25. März 2013
Kleine Bauern - Große Bosse - NDR Reportage
Überall bauen Landwirte Ställe und kaufen neue Maschinen. Der Deutsche Bauernverband spricht von "moderner Landwirtschaft". Aber wer profitiert wirklich von diesem Boom?
Flut toter Schweine in chinesischem Fluss angeblich fast vorbei
Insgesamt wurden seit Beginn der Schweineflut mehr als 16'000 tote Tiere aus dem Fluss gezogen. Die Behörden in Shanghai zählten bis Sonntagnachmittag 10'924 Kadaver, in der angrenzenden Provinz Zhejiang waren es nach Angaben von vergangener Woche 5528. Der Fluss Huangpu liefert 22 Prozent des Trinkwassers von Shanghai.
Was kommt nach der Milchquote?
Die Milchquote läuft bis 2015. Wie es danach weitergehen soll, weiß niemand. Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat einen freiwilligen Lieferverzicht vorgeschlagen. Mittelpunkt des Vortrags in Zellerreit war die Präsentation der kanadischen Milchwirtschaft. Deren Marktsteuerung legte die Handelsbeauftragte der kanadischen Botschaft, Anne-Sophie Hottiaux, dar.
Sonntag, 24. März 2013
Schweiz: Ein Nullsummenspiel für die Milchproduzenten
In der Politik hat man sich an leere Versprechungen bereits gewöhnt. In der Milchwirtschaft tut man sich noch schwer damit. Als die Branchenorganisation Milch (BOM) Ende November die Delegierten über die Einführung der Segmentierung abstimmen liessen, rechnete sie vor, dass 90% der Milch zum A-Segment gehören. Doch aus dem hohen A-Milch-Anteil wurde nichts, der Milchpreis läge sonst auf einem anderen Niveau.
Freitag, 22. März 2013
AT: Bauern proben Aufstand gegen Minister
Es sind nur 8000, aber ihr Zorn ist enorm. Die Almbauern fühlen sich von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) im Stich gelassen. „Verbockt hat's der Minister." Deshalb plädiert Zehentner dafür, dass Rück- und Strafzahlungen aus dem Topf bezahlt werden, der für alle Bauern da ist, die an Umweltprogrammen teilnehmen. „Es kann nicht sein, dass aufgrund einer Systemumstellung bei der EU Vorgehensweisen, die bisher rechtlich in Ordnung waren, nun den Bauern angelastet werden."
Almbauern wollen „ihr" Geld, drohen mit Demo
Österreich: Almbauern drohen mit Blockaden
Donnerstag, 21. März 2013
Mobiles Banking: Regierung verschafft sich Zugriff auf PIN-Codes der Bürger
Rein theoretisch kann die Bundesregierung einen Bank-Run ab heute schon im Keim ersticken: Der Bundestag beschließt heute ein neues Gesetz. Demzufolge sind Telekom-Anbieter verpflichtet, den Behörden die PINs und PUK der Bürger auszuhändigen.
China: 13.000 tote Schweine im Fluß entsorgt
In der chinesischen Region Shanghai ist die Zahl der toten Schweine im Fluss Huangpu auf mehr als 13.000 gestiegen. Die Herkunft der Kadaver ist aber nach wie vor ungeklärt. Vermutet wird, dass Bauern oder Züchter aus der Region die toten Tiere im Fluss möglichst billig entsorgen wollten. Ein Fluss, aus dem die Millionenmetropole Shanghai mehr als 20 Prozent ihres Trinkwassers gewinnt. Die Wasserqualität soll nach Beteuerungen der Behörden nicht beeinträchtigt sein.
Protest gegen Gift-Affäre: Rumänische Bauern schütten Milch auf die Felder
Aus Protest gegen die Regierung im Zusammenhang mit einem Skandal um vergiftete Milch haben rumänische Bauern bei Bukarest am Mittwoch tonnenweise Milch auf die Felder geschüttet. Die Behörden hatten zuvor in der Milch von fünf rumänischen Herstellern das potenziell krebserregende Schimmelpilz-Gift Aflatoxin M1 gefunden - aber diese Produzenten namentlich nicht genannt.
Mittwoch, 20. März 2013
Wegen Freihandel - Schweizer Käse wurde im Laden deutlich billiger
Die offenen Grenzen haben sich auch auf die Preise der Käsesorten ausgewirkt. Seit dem 1. Juni 2007 ist der Handel zwischen der Schweiz und der EU vollständig liberalisiert. Im Laden kostet ein Kilo Käse rund 15 Prozent weniger als 1999. Der Abwärtstrend bei den Konsumentenpreisen erfasste sämtliche, beobachtete Käsesorten. Die erhöhte Nachfrage habe aber keinen Preisanstieg zur Folge gehabt.
BIG-M: Uns bleibt nicht einmal mehr die Steinschleuder...
Nun hat der Nationalrat die Milchbauern also noch ganz entwaffnet. Er hat erfolgreich verhindert, dass im Milchgeschäft Milchkaufverträge obligatorisch werden. Damit hat er uns auch noch die Steinschleuder weggenommen, so dass wir inskünftig im Kampf mit den grossen Milchabnehmern nur noch mit blossen Händen dastehen. Wir haben nur noch die Wahl zu liefern oder nicht, alles andere bestimmt der Abnehmer für uns.
Niedriger Milchpreis: Elf Betriebe auf Rügen geben auf
Die Milchbauern in MV haben mit der Kostenexplosion bei Futtermitteln, für Strom und Wasser zu kämpfen. Elf Betriebe auf der Insel haben 2012 aufgegeben und die Milcherzeugung eingestellt, dazu gehört mit der Jasmunder Milcherzeugungs GmbH Sagard einer der größten Produzenten auf Rügen.
Dienstag, 19. März 2013
UNO: Vom Agrarrohstoff-Boom profitieren nur wenige
Die in vergangener Zeit stark angestiegenen Rohstoffpreise bringen für viele Menschen in armen Ländern nur wenig Gutes. Von diesem Boom hätten sicherlich zahlreiche Exportländer Nutzen gezogen, stellt die Unctad fest. Gleichwohl hätten einige arme Länder, insbesondere die nahrungsmittelimportierenden, nicht davon profitieren können. Gemäss Zahlen der Weltbank wurden allein im Jahr 2011 wegen der hohen Lebensmittelpreise 44 Millionen Menschen zusätzlich in die extreme Armut gedrängt.
Landwirte stellen neue Berechnung für Milchpreise vor
Das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) hat die Studie erstellt. Laut Dirk Ulrich ist sie nicht anfechtbar. Das Ergebnis unterteilt Deutschland in drei Zonen. Hessen gehört demnach in die Kategorie, für die 51 Cent pro Liter Milch errechnet wurden. Der Kreisvorstand um den Kreisteamleiter Heinfried Emden orientiert sich jedoch eher an dem Wert für Norddeutschland, der bei 43 Cent pro Liter liegt. Alles andere sei utopisch.
Montag, 18. März 2013
Österreich: Almbauern drohen mit Blockaden
Die Probleme rund um die Digitalisierung der Almen in Österreich nimmt eine dramatische Wendung. Die erbosten Bauern drohen mit eine Demonstration vor dem Amtssitz von Agrar- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) zur Osterzeit. Zudem kündigte die als Die Almbauern Österreichs" agierende Plattform in ihrem Schreiben an den nationalen Fernsehsender ORF an, auch Autobahnabfahrten blockieren zu wollen und so auf die dramatische Situation aufmerksam zu machen. Landwirte sehen Ministerium und AMA als Schuldige. Für die betroffenen Almbauern sei die derzeitige Situation ein existenzbedrohender sklavenähnlicher Zustand.
FrieslandCampina realisierte 2012 Rekordumsatz - Höhere Verkaufspreise und tiefere Produzentenpreise
Der niederländische Molkereikonzern FrieslandCampina hat im Geschäftsjahr 2012 einen Rekorderlös eingefahren und gleichzeitig seinen Gewinn erhöht. Das Unternehmen berichtete von einem „guten" Jahr. Allerdings verringerte sich per Saldo der durchschnittliche Produzentenpreis für die Genossenschaftsmitglieder: Unter Berücksichtigung von Leistungs- und sonstigen Zuschlägen sowie Mitgliederobligationen ergab sich im Vergleich zum Vorjahr ein Abschlag von 4,2% auf 40,75 Euro (49 CHF) pro 100 kg Milch mit 4,41% Fett und 3,47% Eiweiss.
GB: First Milk ködert Milchlieferanten mit Vorzugsanteilen
Um im Vorfeld der auslaufenden Milchquotenregelung die Rohstoffversorgung zu sichern, bietet die schottische First Milk ihren Milchlieferanten neue finanzielle Anreize. Im Rahmen der geplanten Zuteilung erhalte beispielsweise ein Genossenschaftsmitglied mit einer Jahresliefermenge von durchschnittlich 1 Mio. Liter Milch rund 8'000 Pfund. Die Dividendenrendite der Vorzugsanteile solle sich für die Dauer von mindestens fünf Jahren auf jeweils 5% belaufen.
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