Donnerstag, 19. Mai 2016

Karl-Dieter Specht ist zurück: "Jagt die falschen Propheten vom Hof!"

In sechs Jahren 3 Milchkrisen. Die jetzige ist die Schlimmste. Keine 20 Cents je kg Milch erhalten zurzeit die Bauern für ihre Milch. Es ist die erste Milchkrise seit Abschaffung der Milchquote und die hat es in s...

Medienecho

Noch ein Medienecho …


 
 
 
 
 
 

Video: Milchpreis auf Rekordtief

Ein Glas Milch kostet knapp vier Cent - und das ist für die Landwirte eine absolute Katastrophe, denn davon können sie kaum noch leben. Weil das Angebot zu hoch ist, ist der Milchpreis auf einem dramatischen Rekordtief. Auch Gert Arras aus Reichelsheim kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Wie es ihm geht und was er von der Politik erwartet: Lisa Siewert und Andreas Schopf haben ihn besucht.


Mittwoch, 18. Mai 2016

Milchbauern protestieren vor CSU-Wahlkreisbüro

"Schaut her, Euer Abgeordneter kommt seiner Pflicht nicht nach, Schaden von den Bauern abzuwenden", betonte BDM-Sprecher Hans Foldenauer. So widersetze sich Schmidt standhaft der Landwirte-Forderung nach Ausgleichsmittel, mit denen Landwirte dazu veranlasst werden könnten, die Milchanlieferung zu reduzieren. Stattdessen setze Schmidt auf Bankbürgschaften. "Landwirtschaftsminister Christian Schmidt treibt die Landwirte offenbar jedoch lieber in die Schuldenfalle anstatt vernünftige Lösungen vorzuschlagen."

Medienecho zur Auftaktkundgebung bei Bundesagrarminister Christian Schmidt in Neustadt/Aisch

Medienecho

http://www.tagesschau.de/sendung/tagesthemen/index.html
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/milchpreis-109.html
http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/inhalt/milchpreis-dauerprotest-neustadt-aisch-100.html
http://www.nordbayern.de/region/neustadt-aisch/milchbauern-starten-dauerkundgebung-vor-minister-buro-1.5205056
http://www.infranken.de/regional/neustadtaisch/Milchbauern-starten-Dauerkundgebung-vor-Schmidt-Wahlkreisbuero-in-Neustadt;art155653,1873334
http://www.focus.de/regional/muenchen/agrar-milchbauern-starten-dauerkundgebung-vor-schmidt-wahlkreisbuero_id_5538815.html
http://www.maz-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Milchpreis-stuerzt-ab-Bauern-vor-der-Pleite
http://www.allgaeuhit.de/Allgaeu-Bundesagrarminister-Schmidt-gehe-zu-wenig-auf-die-Halter-ein-Der-AErger-der-Milchviehhalter-ist-gross-Die-Geduld-am-Ende-article10015635.html
http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/2076168_Milchbauern-starten-Dauerkundgebung-vor-Schmidt-Wahlkreisbuero.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Hilflos-gegen-die-Milch-Flut-Kaempft-die-EU-gegen-den-sinkenden-Milchpreis-id37814937.html
http://www.taz.de/!5301968/
http://www.fnp.de/nachrichten/wirtschaft/Milch-ist-kaum-noch-etwas-wert;art686,2014472
http://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/milchpreis-stuerzt-noch-tiefer-id13724561.html

Tagesthemen: Regierung kündigt Hilfen an

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kündigte ein Hilfspaket für die deutschen Landwirte an. Er betonte, dass die Überproduktion den Preis drücke: "Es gibt nur einen Weg, wir müssen die Produktion eindämmen", sagte Schmidt der "Süddeutschen Zeitung". "Wir werden den Bauern mit Steuererleichterungen und Liquiditätshilfen zur Seite stehen."
Laut "FAZ" sind sofortige Hilfszahlungen von 60 bis gut 100 Millionen Euro im Gespräch. Sie sollten als Direkthilfen an die Milchbauern fließen, könnten aber an Kriterien gebunden sein, wie die Modernität der Ställe hinsichtlich des Tierwohls. "Eine Rückkehr zur Milchquote wird es mit mir nicht geben", sagte Schmidt. Als möglichen Ausweg für die Bauern nannte Schmidt den Ökolandbau, dieser sei weniger vom Preiskampf betroffen.

Dienstag, 17. Mai 2016

20-Cent-Marke auf Dauer nicht zu halten

Die aktuelle angespannte Situation auf dem weltweiten Milchmarkt war beherrschendes Thema der Hauptversammlung der Molkerei Lamstedt. Der stellvertretende Kreislandvolkvorsitzende Heino Klintworth verwies im Gasthaus Tiedemann auf ein allgemeines Branchenversagen, bei dem er seine Berufskollegen mit einschloss. Etwas Hoffnung keimte bei den Landwirten nach der Aussage von DMK-Geschäftsführer Dr. Vogel-Lackenberg auf: „Es wird wieder besser werden. Man kann jedoch nicht sagen, wann das eintrifft." Sie erstickte sofort im Keim nach seiner kurzfristigen Auszahlungsperspektive: „Auf Dauer werden wir die 20-Cent-Marke nicht halten können." 

Bauern belagern Bundesminister

Der Milchbauernverband BDM ruft zu einer großen Protestaktion auf. Ziel ist das Wahlkreisbüro von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) im mittelfränkischen Neustadt an der Aisch. Der BDM wirft Schmidt vor, nicht wirklich etwas gegen die Milchkrise zu unternehmen und damit Tausende Bauern in immer tiefere Existenznot zu stürzen. Auf den Bauernhöfen wachsen Wut und Ohnmacht. Den bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) und die Agrarminister der anderen Bundesländer hat der BDM längst an seiner Seite. Brunners Parteifreund Schmidt lehnt solche Forderungen bisher aber strikt ab.

Samstag, 14. Mai 2016

Minister will Milchgipfel nur mit Schulterklopfern

Wenn Milch billiger ist als Mineralwasser, dann stimmt etwas nicht.  Das sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) so, die den Bauern helfen will. Christian Schmidt (CSU) hat für Ende Mai Bauern, Molkereien und den Handel zum Milchgipfel eingeladen.
Hans Foldenauer ist einer von ihnen. 95 Kühe stehen auf seinem Hof im Allgäu. „Ich verdiene nichts", sagt der Bauer. „Jeder zahlt drauf. Das, was wir bekommen, reicht nicht, um das Futter und den Tierarzt zu bezahlen". Foldenauer wäre beim Milchgipfel gern dabei, um Schmidt vorzurechnen, wie schlimm die Lage ist. Im Nebenberuf ist der Landwirt nämlich Sprecher des Bundesverbands der deutschen Milchviehhalter (BDM). Doch der BDM ist zum Gipfeltreffen am 30. Mai nicht eingeladen.

Video - Milcherzeuger Demo beim Bauernverband Schleswig-Holstein

Milcherzeuger demonstrieren am 12. Mai 2016 vor der Landesgeschäftsstelle des Bauernverband Schleswig-Holstein in Rendsburg und fordern ein Umdenken in dessen Agrarpolitik und Interessenvertretung.

Ei-Attacke auf Landvolk-Chef

In Holtrop ist es am Mittwochabend zum Eklat gekommen: Ein 21-jähriger Junglandwirt aus Kirchdorf hat am Mittwochabend dem Präsidenten des Landwirtschaftlichen Hauptvereins (LHV) für Ostfriesland, Erich Hinrichs, öffentlich ein Ei auf den Kopf geschlagen – bei einem Diskussionsabend über den Milchmarkt in Holtrop.

DMK darf bei russischen Käseherstellern einsteigen

Der größte deutsche Molkereikonzern DMK Deutsches Milchkontor darf sich einem russischen Zeitungsbericht zufolge an mehreren russischen Käseherstellern beteiligen. Die Antimonopolbehörde FAS in Moskau habe grünes Licht erteilt, berichtete die Wirtschaftszeitung „Wedomosti" am Freitag unter Berufung auf die Behörde. Demnach hatte sich DMK schon länger um eine Beteiligung bemüht. Eine Sprecherin von DMK teilte dazu mit, man gebe zu laufenden Verfahren keine Stellungnahmen ab. 

Freitag, 13. Mai 2016

Hessens Bauernpräsident: „Nur Aussteiger wollen die Produktion begrenzen“

Landwirte bekommen für Milch weniger als in Zeiten der großen Rezession 2008/09. Höhere Preise sind nicht in Sicht. Das Deutsche Milchkontor als Molkerei, die ich beliefere, hatte für den Mai 22 Cent in Aussicht gestellt, aber nun wissen lassen, dass sie das nicht zahlen könne. Die Produktion in Deutschland freiwillig zu begrenzen würde meines Erachtens aber nicht funktionieren. Das macht letztlich nur ein Bauer, der aussteigen will. Zudem ist Folgendes zu beachten: Aus Gesprächen mit Kollegen im Ausland weiß ich, dass Iren, Holländer und Polen wenig über Begrenzung nachdenken.

Die Lage ist traurig, traurig, traurig

Die Stimmung war denkbar schlecht bei der Generalversammlung der Molkereigenossenschaft (MGE) Erding am vergangenen Mittwoch in Kirchasch: Es sind stürmische Zeiten für die Milchbauern im Landkreis, die unter dem anhaltenden Strukturwandel, einer schwierigen Marktlage und natürlich dem Preisverfall bei Milch zu kämpfen haben. "Die Lage ist traurig, traurig, traurig", sagte auch der MGE-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Eicher aus Wetting. Die Marktlage ist einfach schlecht, und werde sich, wie es hieß, so schnell auch nicht ändern: Ein deutlich höherer Milchpreis sei derzeit nicht in Sicht. 

Viele Milchbauern geben auf

Der drastische Preissturz bei der Milch macht auch den Oberhaveler Landwirten zu schaffen. Heidemarie Scholze vom Kreisbauernverband (KBV) rechnet damit, das weitere Betriebe die Produktion einstellen werden. Der Kreuzbrucher Landwirt Ditmar Dessau berichtet, dass die Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft, die einen Großteil der Brandenburger Rohmilch aufkaufe, im April nur noch 18Cent je Liter an die Milchbauern ausgezahlt habe. Dessau sitzt im Aufsichtsrat der Gesellschaft. 

Milch-Krisengipfel - Kritiker nicht eingeladen

Zu dem von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) geplanten Milch-Krisengipfel sind nach Darstellung des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter nur Teilnehmer auf der politischen Linie des Ministers eingeladen.
„Im Grunde sind alle relativ einer Meinung: Wir brauchen wieder ein paar Millionen Euro Hilfsgelder, aber an das eigentliche Problem, die Milchmenge, wollen wir nicht ran", sagte Verbandssprecher Hans Foldenauer der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist eine Zusammenkunft von Schulterklopfern." 

Milchbauern wütend auf eigenen Verband

Dem Bauernverband werfen die Demonstranten vor, auf Seiten der Milchindustrie und nicht auf der der Bauern zu stehen. Der Verband sei ihrer Meinung nach der Ansicht, dass die Regulierung der Milchproduktion dem freien Spiel des Marktes überlassen werden solle. „Was ist das für ein Verband, der eine Mengenregulierung über Insolvenzverfahren macht?", fragte Milchviehwirt Nico Hellerich aus Wewelsfleth wütend. 
Werner Schwarz, Landesvorsitzender des Bauernverbands, wies die Kritik im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. „Ich verstehe nicht, weshalb wir hier zum Prügelknaben werden sollen", sagte er. Schwarz und sein Stellvertreter Peter Lüschow stellten sich schließlich unter persönlichen Anfeindungen und Schmähungen ihren Kritikern. 

Video - Bauern in Rendsburg protestieren gegen eigenen Verband

Der aktuell niedrige Milchpreis setzt den Landwirten im Norden ordentlich zu. Gerade mal 20 Cent pro Liter kriegen sie derzeit. Rund ein Viertel der Milchbauern wird zum Ende des Jahres aufgeben, so die Schätzung. Für viele lohnt sich die Arbeit nicht mehr. Heute haben sie in Rendsburg ihrem Ärger Luft gemacht. Und ihre Wut richtet sich diesmal ganz konkret gegen ihren eigenen Verband. Milchbauern gegen Bauernverband – das gab es bisher noch nicht. 

Video - Bauern kämpfen gegen eigenen Verband

Auf der Homepage des Bauernverbandes Schleswig-Holstein heißt es: "Bauern brauchen eine Interessenvertretung." Was aber passiert, wenn sich die Interessenvertretung für die Interessen vieler Bauern nicht einsetzen will? Im Kampf gegen sinkende Milchpreise vermissen die Milchbauern die Unterstützung des Verbandes. Etwa 200 Landwirte haben deshalb am Donnerstag vor dem Verbandssitz in Rendsburg demonstriert. Sie fordern, dass sich der Verband für eine staatliche Regulierung des Milchpreises einsetzt. Die Interessenvertretung hingegen sieht die Milchbauern in der Pflicht.

200 Milcherzeuger protestieren beim Bauernverband SH

"Wir wollen eine zeitlich befristete, europaweite Milchmengenreduzierung!" – So lautete die Forderung von rund 200 Milchbauern aus Schleswig-Holstein, die sich am heutigen Donnerstag beim Bauernverband in Rendsburg versammelten. Mit der Wahl des Veranstaltungsortes wollten die Initiatoren ihren Unmut zum Ausdruck bringen, über die aus ihrer Sicht zu große politische Zurückhaltung der Berufsvertretung in der Milchkrise. Wenn der Verband nichts gegen den Preisverfall unternehmen würde, seien immer mehr Betriebe gezwungen aufzugeben.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Milchpräsident Felßner findet Mengenreduzierung zu teuer und nutzlos

Die feste Deckelung der Produktion von Staatsseite hat nur dann Sinn, wenn es sich um einen komplett abgeschotteten Markt handelt. Das mag vor über 30 Jahren noch möglich gewesen sein. Heute sind die Märkte global, die Handelsströme vernetzt – wenn wir uns hier einseitig begrenzen, dann hat das – wenn überhaupt – nur einen kleinen Effekt. Mehrere Studien haben auch gezeigt, dass ein staatliches Mengensystem mehr kostet, als es nutzt.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Deutsche Bauern - solide, bodenständig und bald pleite

Teure Hochtechnologie, strenge Öko-Regeln und russisches Importverbot: Deutsche Bauern erleben eine Krise. Auch wer investierte, steckt in der Klemme. "Wenn ich ehrlich bin, sehe ich ziemlich schwarz", sagt Arno Homann und blickt skeptisch in Richtung Stall. 150 Kühe stehen dort, Schwarzbunte, wie das hier üblich ist. Heute haben vor allem die Betriebe Probleme, die genau das taten, was ihnen die Politik geraten hatte: wachsen, größer werden, investieren. 

Die Flucht der Milchbauern nach vorne - 1000 Kühe in einem Stall

Vier Familien aus Ostrach im Landkreis Sigmaringen wagen trotz Krisenzeiten die Flucht nach vorne. Sie wollen mit 1000 Kühen den größten Stall in Baden-Württemberg bauen. Der Widerstand gegen den „Milchpark Hahnennest" ist groß. Viele Bauern aus der Umgebung befürchten, dass sie sich gegen das Megaprojekt nicht behaupten können und auch irgendwann ihren Betrieb einstellen müssen. Der geplante Stall der vier Familien aus Hahnennest wäre ein Paradigmenwechsel in den bäuerlich geprägten Strukturen der baden-württembergischen Milchviehwirtschaft. „Solche Kooperationen werden in Zukunft zunehmen und sind auch durchaus sinnvoll", sagt Horst Wenk, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbands Baden-Württemberg. 

Merkel sagt Landwirten Hilfe im Preiskampf zu

Die Bundeskanzlerin hat gute Nachrichten: In den kommenden zwei Wochen soll ein Hilfsprogramm mit einem Volumen von „100 Millionen Euro plus X" angestoßen werden. Es sei ein ganzes Maßnahmenbündel zur Unterstützung von Milch- und Fleischproduzenten im Gespräch.

Milchproduzent gibt auf und schafft 240 Kühe ab

Der weiter sinkende Milchpreis zwingt jetzt auch die Agargesellschaft Struth-Eigenrieden in die Knie. „Wir haben uns schweren Herzens entschlossen, in Kürze die Milchproduktion einzustellen", erklärte Vorstandsvorsitzender Michael Hunstock am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung. Dies habe zur Konsequenz, dass zehn Beschäftigte entlassen werden müssen. Die Rinderaufzucht und die Pflanzenproduktion auf etwas über 700 Hektar würden weitergehen, hieß es am Montag. Im benachbarten Kyffhäuserkreis haben allein zwischen 2008 und 2015 neun der 16 Milcherzeuger aufgegeben. „Hier wird noch viel geopfert und viel Porzellan zerschlagen."

Dienstag, 10. Mai 2016

Rekordanlieferung in Irland

Laut MMO wurde die Milcherfassung in Irland zwischen Februar 2015 und Februar 2016 um 35,6% gesteigert. Damit hat Irland einen Rekord bei der Steigerungsrate in der EU eingestellt. Nennenswerte Anstiege der Anlieferung gab es im genannten Zeitraum auch in Belgien (+ 20,6%), den Niederlanden (+ 18,5%), Deutschland und Österreich (je 7,8%), Dänemark (+ 7,7%), Polen (+ 10,3%) und Spanien (+ 8%).

Die leise Milch-Demo

Die etwa 20 Männer und Frauen sind sauer. Kurz vor der Krönung des Bratwurstkönigs ziehen sie Richtung Bühne. Dort steht Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), Mittelfranke, Wurstfreund und Gipfel-Schirmherr und redet über die kulinarischen Genüsse Frankens. Über Bratwurst, Bier, Wein. Das Wörtchen Milch fällt. Mehr nicht. Die Bauern bleiben stumm. Kein Tropfen Milch fließt, kein Tetrapack fliegt. Sie wollen eine flexible Mengensteuerung, sagen sie. Dass der Minister umsetze, was die Landesagrarministerkonferenz vor zwei Wochen einstimmig beschlossen habe. 

Sonntag, 8. Mai 2016

Schmidt kündigt baldigen "Milchgipfel" an

Mit der Einberufung eines "Milchgipfels" will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) auf den rasanten Preisverfall für Molkereiprodukte reagieren sagte er der "Bild am Sonntag". Der Preis für Milch müsse deshalb steigen. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, warf dem Minister vor, zu spät zu handeln.

Samstag, 7. Mai 2016

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Lothar Lampe

Wegen schwerer Untreue in sieben Fällen hat die Staatsanwaltschaft Verden jetzt Anklage gegen den ehemaligen Landvolk-Vorsitzenden Lothar Lampe erhoben. „Der Strafrahmen für einen Fall der schweren Untreue liegt bei einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren", beschreibt die Staatsanwältin die Folgen im Falle einer Verurteilung. Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Landvolk-Vorsitzenden laufen seit drei Jahren. Abgeschlossen ist mittlerweile der Mammut-Prozess vor der zehnten Zivilkammer des Landgerichts Verden. 

Mittwoch, 4. Mai 2016

Die billige Milch - „systemische Verantwortungslosigkeit“?

Keiner hat die Absicht, zehntausende Bauern in den Ruin zu treiben. Und doch geschieht es. Aldi, Rewe und die anderen Märkte sagen, sie könnten nicht anders, als fallende Marktpreise an ihre Kunden weiterzugeben. Die Handels-Lobby sagt, das mache für die Bauern nichts aus, weil der Großteil der Milch an die verarbeitende Industrie gehe. Die verarbeitende Industrie sagt nichts. Der Bauernverband sagt, alle seien Schuld, nur er selbst nicht. Dabei war er immer für Mehrproduktion. Die Bauern sagen, sie konnten nicht anders, als immer mehr zu wachsen. Das sieht nach einem systemischen Versagen aus und nach einem anschaulichen Beispiel dafür, was unter der Floskel der „systemischen Verantwortungslosigkeit" zu verstehen ist. Die Tragödie, für die niemand etwas können will, besteht darin, dass Tausende Milchbauernfamilien ihre Existenzgrundlage verlieren.