Dienstag, 29. September 2015

Eine fatale Agrarpolitik

Das Wehklagen der Milchviehhalter, Ferkelerzeuger und Schweinemäster ist laut – und verständlich. Sie sind durch den anhaltenden Preisverfall bei Molkereiprodukten und Schweinefleisch in ihrer Existenz bedroht. In ihrer Not rufen, Nein schreien sie um Hilfe. Die Politik hört das, und macht dann fatalerweise genau das, was den Bauern nicht hilft: Brüssel und Berlin gießen Geld in Form von Direkthilfen über das Land. Getrieben wird die unselige Politik von einem Bauernverband, der – nicht nur in Bayern – engstens mit ihr verbandelt ist und ständig nach Absatzförderung, Aufstockung von Direkthilfen, nach Prämien und Zulagen schreit, nach Geld also, statt sich auf das zu besinnen, was Lebensmittel wie Milch und Fleisch ausmacht – Qualität. 

Westerwälder Milchbauern demonstrieren gegen Preisverfall

Milchbauern aus dem gesamten Westerwald haben am Sonntagabend vor dem Zentrallager des Lebensmitteldiscounters Aldi in Montabaur demonstriert. Mit rund 50 Traktoren blockierten die Landwirte etwa zwei Stunden lang die Lkw-Zufahrt der Lebensmittelkette und sprachen mit der Geschäftsführung.

Fantasten an der Spitze des Bauernverbands

Rainer Kaufmann (68) war früher Kreisobmann des Brucker Bauernverbands. 
Kaufmann: Ich habe den BDM nie als Konkurrenz empfunden. Mitgefahren bin ich aus purer Solidarität. Das sind auch meine Milchbauern. Und die lasse ich nicht im Stich. Außerdem ist die Meinungsführerschaft in der Milchfrage dem Bauernverband abhanden gekommen. Sie ist zum BDM übergegangen. Wer glaubt,  dass der Preisverfall nichts mit dem Ende der Quote zu tun hat, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.


Montag, 28. September 2015

"Aufhören oder Weitermachen?" - Wenn der Bauer nur vom Kindergeld lebt

Ein Landwirt aus Bayern entscheidet sich für die Zukunft - und lässt nun einen Roboter für sich arbeiten. Der starke Preisverfall für Milch bringt seine sechsköpfige Familie aber - wie so viele der rund 80.000 Milchbauern in Deutschland - in diesem Jahr in Bedrängnis. Aufs Jahr gerechnet fehlen dadurch mehr als 40.000 Euro in der Kasse. "Wir leben eigentlich vom Kindergeld", sagt Ehefrau Monika Stadler. Denn auch das zweite Standbein der Familie, der Kartoffelanbau, ist in diesem Jahr wegen der Trockenheit um rund die Hälfte eingebrochen.

Landwirte blockieren weiter Zentrallager

Ein weiteres Mal stellen die Landwirte ein Zentrallager zu. Am Donnerstag hat es in den Abendstunden den Lebensmitteldiscounter Netto in Ganderkesee getroffen. Auch die Polizei war mit mehreren Beamten vor Ort.


Trecker-Demo gegen Milchpreis-Irrsinn

Aus Protest gegen die niedrigen Milchpreise haben hunderte Bauern mit über 100 Treckern die Zufahrt des Netto-Logistikzentrums in Ganderkesee blockiert. Ottmar Ilchmann von der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft": „Es ist gut, dass wir permanent auf der Straße sind. Die Lage ist dramatisch. Die Existenz vieler Landwirte ist in Gefahr."

Demo gegen Dumpingpreise

Die Bauern hatten sich am Donnerstag im Laufe des Nachmittags über WhatsApp spontan selbst organisiert. Böse-Hartje beobachtete, dass vor allem viele junge Landwirte gekommen waren, und die Protestkundgebung keineswegs nur aus Milchviehhaltern bestand. „Ganz egal, ob Milch- oder Schweinebauern: Im Augenblick stehen alle mit dem Rücken an der Wand", sagte die Landesvorsitzende. 

Milchbauern kämpfen um ihre Zukunft

„Mir war klar: wenn es am 1. April Feuer frei heißt, dann kommt die Milch", sagt auch Karl-Eugen Kühnle. Der Landesvorsitzende des Bundes deutscher Milchviehhalter (BDM) aus Ulm sieht die Krise nicht so gelassen wie sein Göppinger Kollege. „Irgendwann sind die Betriebe ausgelutscht" und für die nächste Generation nicht mehr rentabel. Der BDM fordert deshalb wenigstens vorübergehend Eingriffe in den Milchmarkt, um die Menge zu regulieren. „Als einzelner Landwirt kann ich mich nicht marktkonform verhalten", sagt Kühnle. Der Landesbauernverband als weitere landwirtschaft­liche Interessenvertretung setzt dagegen eher auf die Erschließung neuer Märkte und die Schaffung einer Risikoausgleichsrücklage, die es den Bauern erlaubt, in guten Zeiten für die schlechten vorzusorgen. 

Stuhrer Landwirt gibt die Kuhhaltung auf

„Keine Chance mehr," sagt Rolf Kniemeyer (57), „wir müssen die Kuhhaltung aufgeben." Seit 400 Jahren gibt es den Hof schon, seit mehr als hundert Jahren ist er in Familienbesitz. Immer standen Kühe auf dem Hof. Jetzt ist es vorbei. „Das ist schon ein kräftiger Einschnitt," sagt Rolf Kniemeyer.
Er untertreibt. Es ist einer der schmerzhaften Einschnitte seines Lebens. Dabei hat er noch alles versucht, er und die ganze Familie, die hinter den Plänen steht. Man musste nach Auswegen suchen, man brauchte einen Lebensunterhalt, der Spargroschen, der zurückgelegt war, würde nicht ewig reichen. 

Landwirte fühlen sich an die Wand gedrückt

Für die Sattelzüge vom und zum Netto-Zentrallager in Grüppenbühren ging am Donnerstagabend nichts mehr. Zwei lange Reihen von Traktoren blockierten die Straße Am Rennfeuer – und damit die Einfahrt. Zu der Demonstration war über soziale Netzwerke wie Facebook oder WhatsApp mobilisiert worden. „Das wächst fast lawinenartig an", beschrieb Ottmar Ilchmann, Landwirt in Rhauderfehn, die Tendenz. „Es zeigt, wie viel Druck auf dem Kessel ist."


Milchbauern suchen Ausweg aus der Krise

Im Hiltenfinger Keller werden tiefe Gräben zwischen den Verbänden sichtbar. Mehr als 20 Milchbauern aus den Landkreisen Augsburg, Landsberg und Unterallgäu waren der Einladung des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) gefolgt. 
Bei der kontroversen Diskussion wurden tiefe Gräben zwischen dem BDM und dem Bauernverband sichtbar. Herbert Graßl aus Langerringen meinte: „Wenn jeder Betrieb zehn Prozent weniger melkt, würde das schon eine Wirkung auf die Preise erzeugen" und Susanne Mairhörmann ergänzte: „Die Marktsteuerung müsste wenigstens in Krisenzeiten ausprobiert werden." Reinhold Mayer konterte sofort: „Dafür gibt es keine Mehrheit".


Freitag, 25. September 2015

Ina Müller: Die Milch ist zu billig

Müller: Ja. Ich verstehe auch nicht, wie es die Industrie schafft, für einen Liter Cola über einen Euro nehmen zu können und für einen Liter Milch kriegt der Bauer im Moment 29 Cent. Ich finde, es muss auch nicht für oder gegen die Milchquote gekämpft werden oder dafür, dass jeder Bauer so viele Kühe haben soll wie möglich. Es muss einfach der Milchpreis hoch. In dem Moment ist es auch fair. Ich glaube, wenn ich Landwirtschaftsminister wäre, würde ich einmal mit einer Klingel klingeln und sagen, so Leute, jetzt mal herhören, Milch kostet jetzt 80 Cent.

Donnerstag, 24. September 2015

Landrat unterstützt die Forderungen der Milchbauern

Landrat Manfred Görig (SPD) unterstützt die Forderungen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehalter (BDM) und hält die Lage der Milchbauern angesichts des extrem niedrigen Milchpreises insbesondere im Vogelsbergkreis für bedrohlich. „Die ausschließliche Öffnung für Exporte ist sicher nicht der Weg, der unseren Landwirten auf lange Sicht nutzt", meinte Manfred Görig.
Den BDM-Vorschlag, die 500 Millionen Euro aus Brüssel zu verwenden, um mit 10 Cent je Liter eine „Belohnung für jeden nicht gemolkenen Liter zu bezahlen", um den Preis wieder zu stabilisieren, findet Landrat Görig nachvollziehbar. Der freiwillige Verzicht auf Produktion müsse belohnt werden, sagte Klaus Vetter.
Abschließend fasste der Landrat, der das außerordentliche ehrenamtliche Engagement des BDM lobte, den konstruktiven Gedankenaustausch so zusammen: „Ein guter Milchpreis – das ist auch gute Regionalpolitik zur Erhaltung des ländlichen Raumes." 

Mittwoch, 23. September 2015

Bauernverband und BDM: Andere Auffassungen, Anfeindungen und leichte Annäherung

Es kommt nicht oft vor, dass sich die Vertreter von Bauern- und Winzerverband (BWV) und Bundesverband der Milchviehhalter (BDM) einig sind. Aber als vorige Woche die Nachricht die Runde machte, dass ein größerer Betrieb in Leidenborn in die Insolvenz muss , war das anders. Michael Horper, Landespräsident des BWV aus Üttfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm) , und Kurt Kootz, rheinland-pfälzischer Vorsitzender des BDM aus Obergeckler (ebenfalls Eifelkreis) , sagen zumindest diesmal nahezu das Gleiche: dass nämlich nun genau die Landwirte in Not geraten, die vieles richtig gemacht haben - zum Beispiel in moderne Ställe investiert, Stichwort Tierwohl.
Horper und Kootz haben in Brüssel bereits miteinander geredet, aber das soll noch nicht das Ende sein: Er werde die BDM-Spitze "in den nächsten 14 Tagen bis drei Wochen" zum Gespräch einladen - auch um zu überlegen, wie sich Angebot und Nachfrage besser annähern lassen. 

MIV: Der Milchmarkt in schwerer See

Der Milchindustrie-Verband, Berlin, hat eine neue Ausgabe seines Politikreports publiziert. Darin setzt sich der Spitzenverband der Branche mit der aktuell schwierigen Marktlage auseinander.

DRV-Positionspapier zur Situation am Milchmarkt

Keine Rückkehr zu mengensteuernden Maßnahmen

Berlin, 22.09.2015. „Die Molkereigenossenschaften unternehmen als Vermarktungseinrichtungen ihrer Mitglieder alle Anstrengungen, die für die Erzeuger völlig unbefriedigende Erlössituation zu verbessern. Hierzu bedarf es nicht nur höherer Preise für einzelne Produkte, sondern auch über alle Segmente hinweg, damit es nicht zu Verzerrungen in den Auszahlungsmöglichkeiten zwischen den in verschiedenen Produktbereichen tätigen Molkereien kommt. Dies gilt vor allem für Käse, dessen Herstellung mehr als die Hälfte der Milch in Deutschland aufnimmt. Dabei stehen auch die Marktpartner in der Verantwortung, die Wertigkeit der Milcherzeugnisse anzuerkennen", erklärt Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) im Anschluss an eine außerordentliche Fachausschuss-Sitzung der Molkereigenossenschaften in Berlin.

Eine Rückkehr zu mengensteuernden Maßnahmen im EU-Milchmarkt lehnt der DRV ab. Eine rechtliche Vorgabe zur Einschränkung der genossenschaftlichen Vollablieferungspflicht lehnt der DRV entschieden ab. Für die Genossenschaften ergibt sich hieraus eine verlässliche Basis für die betrieblichen Planungen sowie die notwendigen Investitionen in Verarbeitung und Vermarktung. Der Vollablieferungspflicht steht die Vollannahmepflicht der Genossenschaften gegenüber. Das bietet den Landwirten gerade in Zeiten schwankender Märkte ein hohes Maß an Sicherheit. Eine Lockerung der Vollablieferungspflicht hätte zugleich die Aufgabe der Vollannahmepflicht zur Konsequenz. „Vollablieferungspflicht und Vollannahmepflicht sind zwei Seiten einer Medaille, die sich sowohl positiv auf das unternehmerische Handeln der Genossenschaftsmitglieder als auch auf das der Molkereigenossenschaften auswirken", unterstreicht der DRV-Präsident.


Das DRV Positionspapier 

Dienstag, 22. September 2015

Video - Nortmoor: Landwirte demonstrieren

Wegen der anhaltend tiefen Milchpreise haben sich am Montagabend Landwirte aus ganz Ostfriesland in Nortmoor vor dem Bünting-Lager getroffen. Mit ihren Treckern blockierten sie die Einfahrt zum Handelsunternehmen.
oz-online.de

Sendeland-Ticker vom 22. Sep 2015

Wiefelstede - Bauern demonstrieren vor EDEKA
Sendeland-Ticker vom 22. Sep 2015


Trecker-Protest bei Bünting in Nortmoor

Nach der Aktion in Neuenkruge setzen die Landwirte im Nordwesten ein weiteres Zeichen gegen niedrige Milchpreise: Rund 400 Bauern haben am Montagabend im Kreis Leer demonstriert.
Bereits am Sonntagabend hatten Landwirte mit rund 200 Traktoren vor dem Zentrallager von Edeka in Neuenkruge (Landkreis Ammerland) demonstriert. In den vergangenen Wochen hatte es zudem in ganz Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern, immer wieder Protestaktionen von Bauern gegen niedrige Milchpreise gegeben. 

Milch(-Krise) macht müde Bauern munter

Milch ist in Deutschland reichlich vorhanden – und preiswert. Den Produzenten indes ist der Spaß vergangen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fordert nachdrücklich eine europäische Lösung. „Wir brauchen ein Markt-Krisenmanagement", machte Johanna Böse-Hartje, BDM-Landesvorsitzende in Niedersachsen, gestern in Soltau deutlich. „Wir müssen reagieren können auf Veränderungen am Markt." Die Branche benötige flexible „Werkzeuge", um je nach Situation eingreifen zu können.

Die Milch kocht über

Rund 300 Landwirte aus dem Allgäu protestierten mit einem Traktorenaufmarsch, Transparenten und Sirenenlärm gegen den ruinösen Preisverfall. „Man hätte ihn mit viel mehr Pfeifen und Lärm heimschicken sollen....", bedauerte einer der rund 300 Demonstranten, die auf dem Marktanger in Sonthofen Bundes-Landwirtschaftsminister nach dem Gespräch am Grünen Tisch die Meinung „gegeigt" hatten. Wer sich wie der Bauernverband mit Geldleistungen abspeisen lasse, sei „ein agrarpolitischer Geisterfahrer". Es könne nicht angehen, dass sich die Milchkrise alle drei Jahre wiederhole, so Leis. Gegenüber den Demonstranten betonte Schmidt, er wisse sehr gut wie die Situation bei den Milchbauern sei. Wer ihn hier auspfeife, habe die Weisheit wohl mit Löffeln gefressen: „So einfach ist es nicht!"

Montag, 21. September 2015

Müller-Milch und Lactalis/Parmalat werfen Auge auf NÖM

Raiffeisen und die heimische Agrarpolitik starten laut Wiener Zeitung einen neuen Versuch, die beiden größten Molkereien des Landes, die oberösterreichische Berglandmilch und die niederösterreichische NÖM, enger aneinander zu binden. In den 1990er-Jahren war dieses Vorhaben gescheitert.
Da es nun an der NÖM, die zu 80 Prozent der Raiffeisen Holding Niederösterreich und zu 20 Prozent 3.500 Milchbauern gehört, Auslandsinteresse gebe, bastle man an einer "österreichischen Lösung", so die Zeitung unter Berufung auf nicht genannte involvierte Personen.

Sonntag, 20. September 2015

Vor Sonderkonferenz: Druck für Milchkrisen-Hilfe

Vor einer Sonderkonferenz zur Milchkrise macht Bayerns Agrarminister Helmut Brunner (CSU) Druck für schnelle Hilfen. „Wir müssen existenzgefährdete Betriebe mit einem Liquiditätsprogramm und gegebenenfalls mit Bürgschaften unterstützen", sagte Brunner auf Anfrage. „Wir brauchen kurzfristige, nicht angemeldete Markteingriffe der EU, um die Preise zu stabilisieren."
Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat deswegen Brunner und die Agrarminister der übrigen Bundesländer für Montag zu einer Sonderkonferenz in Berlin geladen. Schmidt lehnt direkte Markteingriffe bislang ab.

BIG-M: Der Milchmarkt läuft für die Konzerne - nicht für die Bauern!

Die Schweizer Milchbauern warten immer noch auf bessere Zeiten. Auf dem Schweizer Milchmarkt geht es zu und her wie in einem Bazar. Es fehlt  offenbar viel Milch. Der heisse Sommer und die vielen Aussteiger aus der Milchproduktion hinterlassen Spuren. Auch der Anreiz  des ZMP, die Lieferrechte neu nach der gelieferten Menge 15/16 zu zu teilen , bringen nicht mehr den gewünschten Mengenschub. Für "freie" Milch werden aktuell sehr hohe  Spotpreise bezahlt. Jeder Liter Milch wird gebraucht. Davon merken wir Bauern aber nichts, denn der Grund für diese Preisüberbietungen ist folgender: Für das Nichteinhalten von Lieferverträgen drohen den Milchhändlern happige Strafzahlungen. Und weil die Milch nicht in dem erwarteten Masse kommt, müssen die fehlenden Mengen eben auf dem Spotmarkt beschafft werden. Egal zu welchem Preis, denn es ist immer noch besser, den Vertrag mit zu teurer Milch zu erfüllen als Strafen zu berappen. Und weil der Bauer nur das bekommt, was der Milchhändler noch übrig für ihn hat, wird er gleich doppelt gejoggelt . Hat es zuviel Milch, geht der Preis nach unten, hat es zuwenig, trägt er die Konventionalstrafen mit.

Samstag, 19. September 2015

Video - Debatte mit Phil Hogan im EU-Parlament zur Agrarkrise

Plenartagung vom 16.09.2015 mit Redebeiträgen von Phil Hogan, Albert Deß, Maria Heubuch, José Bové, Martin Häusling, Ulrike Müller, Michel Dantin, Paolo De Castro, Peter Jahr und vielen anderen EU Politikern. Albert Deß forderte die 900 Mio. aus der Superabgabe als Krisenhilfe zu verwenden und forderte spontane Herauskaufaktionen von Milchprodukten, um z.B. bei Verhandlungen der Handelsketten gezielt Druck vom Markt zu nehmen. Er bedankte sich zum Ende seiner Rede bei Kommissar Phil Hogan dass er auf die Krise reagiert hat. José Bové zerreisst nicht nur mit Worten während seiner Rede, sondern sogar mit seinen Händen das Papier auf dem Phil Hogan's Maßnahmen aufgelistet sind. Trotz massiver Kritik an seinem Maßnahmenpaket in dieser Debatte verteidigt Phil Hogan am Ende völlig uneinsichtig seine Entscheidung und ignoriert sämtliche Kritik der EU-Parlamentarier.

Zum Video - Die komplette Debatte, ca. 120 min    europarl.europa.eu

Und hier der Ausschnitt mit José Bové

Heftige Proteste in Spanien

Spanische Milcherzeuger protestieren immer heftiger. Vor allem in der Region Galizien. Auch der Vorsitzende der Milcherzeuger-Vereinigung zeigte deutlich seinen Unmut und schüttete seine Milch weg, und Milcherzeuger blockierten die Molkerei Euroserum-Iberica in Monforte de Lemos.
Bereits am Sonntag hatten die spanischen Milcherzeuger damit begonnen, alle Molkereibetriebe in dieser Provinz, ingesamt 15 Betriebe, lahm zu legen. Sie riefen auch ihre Berufskollegen dazu auf, es ihnen gleich zu tun und große Molkereien im ganzen Land zu besetzen. Die bisher "bestreikte" Milch, wird derzeit an in der Region Ferrolterrra ausgeteilt.


Aufstand im Bauernverband

Ob Bauernverband oder Bund Deutscher Milchviehhalter: Die Basis macht auf einer Krisenversammlung in Ecklak gemeinsam Druck und fordert eine Reduzierung der Milchmenge. „Wir können nicht alle zwei Jahre Liquiditätsdarlehen aufnehmen." 
Das sieht auch Nico Hellerich so. Der Vorsitzende des Bezirksbauernverbandes Wilstermarsch machte keinen Hehl aus der Unzufriedenheit mit seinem eigenen Verband. Die von diesem favorisierten oder initiierten Hilfsprogramme zur Stützung Not leidender Milchbauern hält er allesamt für „warme Luft". Hellerich befürchtet, dass angesichts dieser Entwicklung binnen Jahresfrist mindestens jeder fünfte Hof auf der Strecke bleibt. „Wir an der Basis wollen die Verbände jetzt zwingen, miteinander zu sprechen", fordert er gemeinsam mit Strüven den Schulterschluss aller Milchbauern. „Hier sterben die Betriebe und die reden nicht miteinander. Was da abgeht, ist menschenverachtend", empört er sich. Namen wurden auf der Versammlung kaum genannt. Jeder Landwirt aber wusste, dass der eindeutige Aufruf an die Adresse von Verbandspräsident Werner Schwarz und dessen Stellvertreter Peter Lüchow gerichtet war.

Lidl-Vorstoß gibt Molkereien Rätsel auf

In der Milchindustrie herrscht Rätselraten über die Pläne von Lidl. Der Discounter hatte gegenüber dem Bauernverband angekündigt, den Preis für Milch anheben zu wollen. Mit den Molkereien hat Lidl darüber allerdings noch nicht gesprochen. Die deutschen Molkereien warten auf ein Signal aus der Lidl-Zentrale in Neckarsulm. "Es herrscht totale Ruhe", beklagt ein Molkereichef gegenüber der Lebensmittel Zeitung Mitte dieser Woche. In der Branche wisse niemand, wie der Discounter seine Ankündigung umsetzen werde, die deutschen Milchbauern zu unterstützen. "Es findet derzeit keine Kommunikation mit Lidl statt", bestätigt der Vertriebschef einer anderen Molkerei der LZ.

CH: Hochdorf stellt Anlagenauslastung über Bauerninteressen

Es hagelt derzeit Kritik für die Hochdorf-Gruppe. Die Hochdorf-Gruppe hatte bei der Oberzolldirektion ein Gesuch gestellt, 780 Tonnen Milchkonzentrat zu importieren. Grund: Die Milchmenge ist in der Schweiz saisonal sehr unterschiedlich. «Wir haben als Unternehmen das Bedürfnis, unsere Anlagen auch ausserhalb der Milch-Hochsaison auf einem normalen Level auszulasten», sagt Hochdorf-Sprecher Christoph Hug. Aus diesem Grund will Hochdorf Milch im Ausland einkaufen.

Sachsen-Anhalt bürgt für Milchbauern

Sachsen-Anhalt greift den vom Preisverfall bei Milch bedrohten Bauern finanziell unter die Arme. Es könnten jetzt Bürgschaften des Landes in Anspruch genommen werden, erklärte Agrarminister Hermann Onko Aeikens (CDU) am Freitag im Landtag. Das Finanzministerium habe zudem der Stundung von Steuern zugestimmt. Pachtzahlungen bei Landesflächen könnten auch ausgesetzt werden oder Flächen vorübergehend an das Land verkauft und zurückgepachtet werden.
volksstimme.de

Milchviehhalter werden vom Land unterstützt
Von Seiten der EU werden für die Milchviehhalter in Deutschland 69,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um Liquiditäts- und Existenzschwierigkeiten entgegenzuwirken. Auch die Direktzahlungen sollen vorzeitig ausgezahlt werden, um den Betrieben hinsichtlich ihrer Liquidität Luft zu verschaffen. So ist vorgesehen, finanzielle Mittel im Rahmen des Existenzsicherungsprogramms zur Verfügung zu stellen.
Außerdem wird es ein Angebot der Landgesellschaft geben, landwirtschaftliche Flächen von in Schwierigkeiten gelangten Betrieben zu erwerben, die dann mit einer Rückkaufoption an den Betrieb zurück verpachtet werden.
Mit diesen Maßnahmen wollen wir dafür sorgen, dass unsere Milchviehhalter die derzeitige Milchkrise gut überstehen.
landespressedienst.de

Freitag, 18. September 2015

200 Milchviehhalter protestieren in Sonthofen

Der Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Sonthofen, hat heute für einigen Wirbel gesorgt. 200 Landwirte machten derweil vor dem Gebäude ihrem Ärger Luft. 130 Traktoren hatten sie auf den Marktanger auffahren lassen.
Mit einer halben Stunde Verspätung hatte die Veranstaltung im Haus Oberallgäu heute Vormittag begonnen. Nach rund zweistündiger Diskussion wagte sich Bundesminister Christian Schmidt auf die andere Straßenseite zu den Landwirten und wurde dort mit einem Hupkonzert und Buh-Rufen empfangen. Er machte klar, dass er hinter der Aussicht gestellten Finanzhilfe in Höhe von 500 Millionen Euro stehe, betonte, sich am Montag bei einem weiteren Gespräch für die Anliegen der Milchviehhalter einzusetzen.
Dass ihr Protest das Denken des Ministers beeinflusst hat, bezweifeln viele. Doch er soll nicht um sie herum kommen. Milchviehhalter quer durch die Republik erinnern Christian Schmidt immer wieder an ihre Forderungen.


Bauern protestieren bei Besuch von Agrarminister Schmidt in Sonthofen

Hunderte Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) haben beim Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Sonthofen lautstark gegen die Berliner Agrarpolitk und das Verhalten der Europäischen Union protestiert. Schmidt war Gast beim „Grünen Tisch", zu dem die CSU-Bundes- und Landtagsabgeordneten des Allgäus ins „Haus Oberallgäu" eingeladen hatten. Auch dort ging es hauptsächlich um die Krise am Milchmarkt.

Bauern steht das Wasser bis zum Hals

„Die Zukunft unserer Landwirtschaft steht jetzt auf dem Spiel", warnt der Kreisvorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Mathias Lohmeier. „Schweinebauern sterben lautlos, im Gegensatz zu den Milchbauern", erklärt Lohmeier im Gespräch mit der Heimatzeitung. Viele Schweinebetriebe hätten ohne Unterstützung ihres Berufsverbandes in letzter Zeit schon still und leise aufgegeben müssen, während sich die BDM-Milchbauer gegen das Höfesterben wehren. Als Einziger habe der BDM bisher „ein schlüssiges Konzept gegen die Milchkrise vorgelegt", meint Lohmeier. 

Namibias Milchbranche leidet weiter

Namibias größter Milchbetrieb hat in den vergangenen zwei Monaten Verluste einstecken und Tiere keulen müssen, während die Milchproduktion sinkt. Um dem Überangebot auf dem Markt und dem Überschuss im Lager entgegenzuwirken, ist Namibia Dairies laut dem Direktor gezwungen, die Zahl der Rinder auf der eigenen, hochmodernen !Aimab-Superfarm bei Mariental zu reduzieren: „Im August haben wir 220 Kühe getötet. Ling bedauert: „Wir wissen, dass die gesamte in Namibia produzierte Milch nicht einmal ausreicht, den eigenen Bedarf zu decken, und dennoch wird der Bedarf durch billige H-Milch (UHT) oder Milch mit verlängerter Haltbarkeit, ESL, (aus dem Ausland, die Red.) gedeckt, was eine große namibische Milchfarm zwingt, die Produktion zu verlangsamen. Wenn keine langfristige Lösung gefunden wird, stehen rund 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel."

Donnerstag, 17. September 2015

Arla-Milchwerk Zaisenhofen droht die Schließung

Seit August gilt im Arla-Milchwerk in Zaisenhofen Kurzarbeit, sie ist bis Ende Oktober beantragt. Derzeit ruhe die Käse-Produktion, die 35 Mitarbeiter seien auf die umliegenden Standorte verteilt. „Die Produktion soll nicht mehr aufgenommen werden", habe Winfried Meier, Geschäftsführer Vertrieb für Arla Foods Zentraleuropa mitgeteilt. Die weltweit operierende dänische Genossenschaft hatte 2011 die angeschlagenen Allgäuland-Käsereien übernommen und anschließend deren Struktur in reine Produktionsstandorte umgekrempelt: Das Riedlinger Werk wurde schnell geschlossen, auch die damalige Allgäuland-Zentrale in Wangen-Ahegg machte 2013 dicht.

EMB Newsletter September 2015

Themen:
- Ergebnis des gestrigen EU Agrarrats für Milcherzeuger sehr enttäuschend, 
  geradezu eine Provokation
- Tausende Milcherzeuger sagen JA zu einer Mengenkürzung in Krisenzeiten
- Bewertung der Maßnahmen im Milchsektor
- Muss eine neue Kommission her, um die Milchkrisen zu beenden?
- Blick in die Welt: Abschaffung der Mengenregulierung in Australien
- Solidaritätsaufruf mit Milcherzeuger
- Kurznachrichten aus Brüssel



Irrweg Weltmarkt

Seit Monaten schon legen Agrar-Berater ihren Bauern ans Herz, doch mal mit der Bank über eine „langfristige Nachfinanzierung" zu sprechen. Mehr noch: Die Berater bereiten ihre Klienten schonungslos aufs Ende vor: Wer nicht „quersubventionieren" könne, der müsse „ernsthaft über eine Einstellung der Produktion" nachdenken.
Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) fällt in dieser Stunde nichts anderes ein, als seinen europäischen Kollegen eine makabre Verteilung der EU-Krisen-Millionen vorzuschlagen: Er will die Milch-Hilfen je nach der bisherigen Produktion der Bauern verteilen. Damit belohnt Schmidt genau jene, die für die Krise mitverantwortlich sind.
Statt aus dem Topf von 500 Millionen Euro für jeden nicht gemolkenen Liter einen Ausgleich an die Bauern zu zahlen, wie das die „Rebellen" vom Bund Deutscher Milchviehhalter verlangen, wird die Erzeugung auf altem Niveau finanziell gestützt. Eine fatale Politik, die keine steigenden Preise im Sinn hat. 

Mittwoch, 16. September 2015

Bayern fordert Mengenregulierung

Der Protest der Milchbauern Anfang September in München scheint die Bayerische Staatsregierung zum Umdenken bei der Mengenregulierung bewegt zu haben. Brüssel müsse über weitere innovative und kreative Lösungen nachdenken und darüber hinaus auch prüfen, ob bereits bestehende Ansätze wie ein freiwilliger Produktionsverzicht gegen Entschädigungszahlungen umsetzbar und finanzierbar seien. 

Milchviehhalter kritisieren Agrarminister Schmidt scharf

Massive Vorwürfe erhebt der Kreisvorsitzende des Bundes der Milchviehhalter, Peter Meyer, gegen Agrarminister Christian Schmidt. Der habe sich "in all den Monaten noch nicht einmal die Mühe gemacht hat, mit uns das Konzept wirklich intensiv zu diskutieren", das der BDM zur Verbesserung der Lage auf den Milchmarkt erstellt hatte. Man habe, so Peter Meyer gegenüber nn-online, "wirklich viele konstruktive und lange Gespräche mit Politikern, Wissenschaftlern und Verbandsvertretern geführt. Es war keiner darunter, der unsere Vorschläge derart respektlos vom Tisch gewischt hätte wie Minister Schmidt, der unser Konzept noch nicht einmal wirklich kennt". 

F: Agrarverbände unzufrieden mit EU-Massnahmenpaket

Durchweg unzufrieden haben sich die französischen Agrarverbände mit dem Massnahmenbündel gezeigt, das die EU-Kommission auf der Sondersitzung der europäischen Landwirtschaftsminister vergangene Woche in Brüssel präsentiert hat. Die Junglandwirteorganisation (JA) bemängelte, dass „niemand uns in Brüssel gehört hat". Der Berufsnachwuchs stellte klar, nicht zum Agrarrat gefahren zu sein, um einen Scheck zu erhalten. Vielmehr habe man langfristige strukturelle Massnahmen einfordern wollen. 

Ozeanien kritisiert EU-Milchbeschlüsse

Das Anfang der vergangenen Woche in Brüssel beschlossene Hilfspaket für die EU-Milchbauern ist in Australien auf deutliche Kritik gestossen. Nach Ansicht des Präsidenten der Australischen Milcherzeuger (ADF), Noel Campbell, können die Krisenmassnamen der EU den internationalen Wiederanstieg der Preise für Molkereierzeugnisse verzögern. Er befürchtet, dass die Europäer mit Hilfe der Finanzspritze auf Märkte vordringen, in denen sie sich bisher nicht bewegt haben und dort bestehende Absatzbeziehungen zerstören.

Dienstag, 15. September 2015

Medienecho zur Demonstration in Luxemburg

Sehen Sie hier eine Auswahl von Medienberichten

Update 16.09.15

Brunner legt sich wegen Milchpreis mit der EU an

Angesichts der dramatischen Milchkrise geht Bayerns Agrarminister Helmut Brunner jetzt auf Konfrontationskurs zu seinem CSU-Parteifreund und Bundesagrarminister Christian Schmidt und zur EU-Kommission. Brunner fordert direkte Eingriffe in den Milchmarkt. Außerdem geht der Niederbayer auch auf Distanz zum Bauernverband. Brunner nähert sich dem Milchbauernverband BDM und dessen Forderung nach Zahlungen an Landwirte an, die in Krisen wie dieser die Milchproduktion ihrer Kühe drosseln. Die EU-Kommission müsse den Vorschlag zumindest sorgfältig prüfen. "Wir brauchen innovative und kreative Lösungen", sagt Brunner, "altbekannte Hilfsmechanismen" reichten nicht aus. Gerade diese Äußerung dürften den Bauernverband verärgern. Bis hinauf zu Bauernpräsident Walter Heidl betonen sie dort, dass sie von den Vorstellungen des BDM nichts halten.

Belgische Bauern belagern den Kirchberg

LUXEMBURG – Belgische Landwirte blockierten am Morgen den Grenzübergang Sterpenich/Steinfort und sind nun in der Hauptstadt. Dort postierten sie sich mit Güllefässern und Tausenden Litern Milch, die sie offenbar auf die Place de l'Europe verschütten wollen. Im Gebäude verhandeln die EU-Agrarminister indes über Hilfen für notleidende Bauern. Zuvor waren die Trecker in Polizeibegleitung über die Autobahn A 6 und die Route d'Arlon in Strassen getuckert.

Wien will ab November EU-Fördergelder auszahlen

Die Landwirte in Österreich könnten bereits im November mit der Auszahlung von EU-Fördergeldern rechnen. Nach Rupprechters Angaben ist vorgesehen, dass mindestens die Hälfte der Direktzahlungen sowie 75 % der Ausgleichszahlungen und der Fördermittel des Umweltprogramms (ÖPUL) aus der Ländlichen Entwicklung vorzeitig an die Betriebe gehen. 

Video - Besser ein flexibles System als starre Quote

Landwirte halten nichts von Finanzhilfe aus Brüssel.
Proteste zeigen erste Wirkung 

Die Meierei in Horst ist krisenfest

Alle Reden von der Krise der Milchpreise. Die Meierei Horst nicht. Denn die Meierei setzt klar auf regionale Produkte und regionale Vermarktung. Und das erweist sich in der Preiskrise als eindeutiger Vorteil. „Wir vereinbaren mit den Landwirten und dem Handel Preise, die dann ein Jahr lang gelten", sagt Hans Möller, Vorstand der Meierei Horst. Damit hätten alle Planungssicherheit. 33 Cent bekommen die Landwirte von der Meierei Horst derzeit. Und der Preis wird ein Jahr lang garantiert. 

Montag, 14. September 2015

Omira: Haben 2015 schon vorher als Krisenjahr eingestuft

Ralph Wonnemann: Der globale Milchmarkt ist immer noch durch eine Überversorgung mit Milch geprägt. 
Seit 2013 haben wir uns auf das Jahr 2015, das wir schon damals als „kritisches Milchjahr" eingestuft haben, vorbereitet. Mit unseren Maßnahmen haben wir bereits mit Beginn des Preisverfalls in 2014 vorsichtig agiert. Wie wir heute wissen, sind wir damit richtig gefahren. 

Lampe Affäre: Landvolk erhält 1,375 Millionen Euro zurück

Zahlen müssen das Geld die ehemaligen Landvolk-Mitarbeiter Wilhelm Bergmann, Johann Lüken Gerdes und seine Frau Algrid Hagen-Gerdes. Das vierte, die Schadensersatzklage des Landvolks gegen den ehemaligen Vorsitzenden Lothar Lampe, Westwind und dessen Geschäftsführer Gerard Meindertsma vor dem Landgericht Verden, ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
Und ein fünftes ist noch nicht eröffnet: Das Strafverfahren. Es sei davon auszugehen, dass in Kürze Anklage erhoben werde. Außerdem berichtete Meyer, dass eine weitere Strafanzeige gestellt worden sei: Wegen Urkundenfälschung durch gefälschte Unterschriften.

Bauernproteste - „Nicht das , was wir fordern"

Brüsseler Entschädigungen helfen nicht wirklich. Die Milchbauern fordern vielmehr eine langfristige Änderung im System, ohne dabei zur Quote zurück zu wollen, wie Diderrich betont. Die bäuerlichen Lösungsvorschläge gehen viel mehr in Richtung einer zeitweisen Drosselung der Produktion.

EU-Landwirtschaftsminister blockiert

Während des Besuchs im Norden des Großherzogtums nutzten rund 70 aufgebrachte Landwirte die Gelegenheit des hohen ausländischen Besuchs und setzten die Straße nach Kalborn mit ihren Treckern zu. Sie wollen mit der Protestaktion gegen den Verfall der Erzeugerpreise im Agrarsektor aufmerksam machen. Eine Abordnung der Landwirte wurde spontan von den Ministern empfangen und gehört. 

Bauern lehren Politiker erneut das Fürchten

KALBORN - Dutzende Milchbauern kesselten am Montag zehn EU-Agrarminister nahe Clerf ein. Die Traktoren sind mittlerweile wieder abgezogen - doch die Landwirte lassen nicht locker.

NDR - Zur Sache: Milchpreise im Sinkflug

Wie kommen die schleswig-holsteinischen Milchbauern aus der Krise heraus? Dies haben Experten am Sonntagabend in der NDR 1 Welle Nord Sendung "Zur Sache" kontrovers diskutiert und unterschiedliche Lösungsansätze präsentiert. Schwarz plädiert dafür, jetzt in der aktuellen Krise mehr ausländische Märkte zu erschließen. Landwirte, die in großen finanziellen Schwierigkeiten stecken, sollten die Möglichkeit zu Steuerstundung bekommen. Auch Überbrückungskredite seien gut. Kirsten Wosnitza vom Bund Deutscher Milchviehhalter fordert dagegen Instrumente, die künftig verhindern, dass derartige Milch-Überproduktionen gar nicht mehr vorkommen.


Sonntag, 13. September 2015

Video - Milchbauern am Ende

Die Politiker haben das Ende der Milchquote besiegelt und durchgesetzt. Die Milchbauern äußerten drastische Befürchtungen. Wohl nicht ohne Grund, wie sich nun nach dem Ende der Regulierung zeigt.

zur Sache Rheinland-Pfalz! | 10.9.2015, 20.15 Uhr | 4:43 min



Vorzeigehof in der Krise, Rettung im Blick

Die Krise in der Landwirtschaft hat nun einen renommierten Eifeler Betrieb vorerst in die Knie gezwungen. Die Leidenborner Familie Schwalen hat beim Amtsgericht Bitburg Anträge auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung für ihren Hof mit bisher 105 Milchkühen und einer Biogasanlage gestellt. "Das ist ein Traditionsbetrieb, der in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist und gut unterwegs war", sagt Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau und Landwirt in Üttfeld. "Die Nachricht bestürzt mich, sie hat aber auch ganz einfach mit der derzeitigen Marktlage zu tun. Das ist wirklich ein Top-Betrieb, einer der zwei großen in Leidenborn. Und wenn der schon Probleme hat, dann ist das ein Zeichen."


Europäische Kommission ignorierte Warnungen der AdR

Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) wirft der EU-Kommision vor, abgewartet zu haben, bis die Situation der Milchbauern unhaltbar geworden sei, ehe sie aktiv wurde. Auch das jetzt beschlossene Maßnahmenpaket löse keine Probleme. Bereits im April 2015 hatte der AdR die Europäischen Behörden gewarnt, weil er die Zukunft des Milchsektors gefährdet sah.
Die Kommision beharrte aber auf dem Standpunkt, der Markt bliebe kurz bis mittelfristig günstig und die Abschaffung der Quote stelle kein Problem dar.


Frankreichs Bauern werden geliebt

Der Premierminister Manuell Valls will unter anderem die Mittel zur Übernahme der Zinsen auf Darlehen auf 100 Mio Euro anheben und die Gelder zur Senkung der Sozialbeiträge auf 50 Mio Euro verdreifachen. Ferner können in Not befindlicheTierhalter eineAussetzung bei der Kredittilgung beantragen. Schließlich soll der Umschuldungs-Sonderfonds (FAC) mit weiteren Mitteln ausgestattet werden. Zudem ist geplant, den in Schwierigkeiten befindlichen Tierhalter bei Investitionen unter die Arme zu greifen. Auch will die Regierung die Hilfen für Schlacht- und Zerlegebetriebe auf 50 Mio Euro in diesemJahr anheben. 

Samstag, 12. September 2015

Video - Sieta van Keimpema zu den Entscheidungen der EU

Die Vizevorsitzende des EMB, Sieta van Keimpema, spricht über die Entscheidungen der EU-Minister vom 7. September.

https://www.youtube.com/watch?v=kbFKVdvwN5c


Freitag, 11. September 2015

Erster Discounter hebt Milchpreise an

Nach den massiven Protesten von Bauern wegen der stark gesunkenen Milchpreise zahlt der Discounter Lidl bald mehr für den Liter. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) forderte Lidl auf, eine "echte Preiswende" einzuleiten und Druck auf die Molkereien auszuüben. Die Handelsketten müssten dafür sorgen, dass mit den höheren Ladenpreisen letztlich nicht vor allem Billigexporte der Molkereiwirtschaft bezahlt werden. "Lidl sollte von den Molkereien als Gegenleistung kurzfristige Maßnahmen zur Mengenreduzierung in dem übervollen Milchmarkt verlangen. Ohne Druck auf die Molkereien und auf die Bundesregierung werden wir keine echte Preiswende bekommen. Die aber ist bitter notwendig."

Donnerstag, 10. September 2015

EU fördert Verramschen von Milch

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat das angekündigte Paket der EU zum Umgang mit der Milchkrise als unzureichend kritisiert. «Die EU setzt die falschen Zeichen, sie will die Verstärkung des Exportes», sagte Habeck am Dienstag in Kiel und fügte hinzu: «Das heißt nur, dass die Milch dann auch auf dem Weltmarkt verramscht wird.» Höhere Preise erzielten die Erzeuger damit nicht.  

Hochdorf brüskiert schweizer Bauern mit Einfuhr von deutscher Milch

Der Luzerner Milchverarbeiter Hochdorf will in den nächsten sechs Monaten rund 800 Tonnen konzentrierte Magermilch aus Deutschland in die Schweiz einführen. Diese soll in den eigenen Anlagen zu Milchpulver verarbeitet und dann wieder aus der Schweiz ausgeführt werden. Die eidgenössische Zollverwaltung hat ein entsprechendes Gesuch vor wenigen Tagen bewilligt, wie ein Hochdorf-Sprecher gegenüber der "Handelszeitung" bestätigt. In bäuerlichen Kreisen wird die Einfuhr ausländischer Milch als Provokation verstanden. 

EU-Soforthilfe: Nicht mehr als ein Heftpflaster

Die Finanzspritze löst keine Probleme, sagt Hans Foldenauer vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter im Gespräch mit detektor.fm.

Medienecho zur EMB Großdemonstration in Brüssel

Videos und Presseberichte    -     Update 10.09.2015

Sehen Sie hier eine Auswahl an Medienberichten zur EMB Großdemonstration in Brüssel

Dienstag, 8. September 2015

Weindlmaier: Es gibt zu viel Milch

Die EU gewährt den Milchbauern 500 Millionen Euro Soforthilfe. Eine Rückkehr zur Quote wäre zu teuer gewesen, sagt Agrarexperte Hannes Weindlmaier. 

ZEIT ONLINE:  Wäre es besser gewesen, die Politik würde den Bauern wieder vorgeben, wie viel Milch sie produzieren dürfen?
Weindlmaier: Frankreich hat diese Forderung unterstützt: Bauern, die über ein bestimmtes Maß hinaus produzieren, sollten Abgaben zahlen. Umgekehrt sollten Bauern, die weniger Milch produzieren, Geld erhalten. Das wäre eine Art besonders komplizierte Quote. Dagegen gab es Widerstand, mit guten Argumenten.

ZEIT ONLINE:  Welche sind das?
Weindlmaier: Es wäre sehr teuer geworden, und praktisch kaum umsetzbar.

EU will Milchüberschuss an Flüchtlinge verteilen

Die Europäische Kommission will den übersättigten Milchmarkt in Europa entlasten, indem sie Milch und andere Molkereiprodukte aufkauft und kostenlos an Flüchtlinge verteilt. Vorstellbar wäre, dass die EU mit Geldern, die für die Flüchtlingspolitik vorgesehen sind, Milchprodukte aufkauft und sie an jene abgibt. Dadurch könnten die Erzeuger unterstützt werden, die derzeit unter sehr niedrigen Preisen für ihre Produkte leiden.
Der Preisverfall ist Folge jahrelanger Überproduktion. Bisher entledigen sich europäische Betriebe der nicht nachgefragten Milch unter anderem damit, sie zu Milchpulver zu verarbeiten und zu Dumpingpreisen nach Afrika zu verkaufen. Diese Methode hatte grundsätzlich auch Bundesumweltminister Christian Schmidt (CSU) vorgeschlagen, um den Preisverfall zu stoppen. 

EU soll kommenden Dienstag über Milch-Hilfspaket entscheiden

Die zahlreichen offenen Fragen der EU-Hilfen für Milch- und Schweineproduzenten in der EU sollen beim informellen EU-Agrarministertreffen am Dienstag kommende Woche in Luxemburg entschieden werden. Die EU-Kommission hat ein Paket von 500 Millionen Euro zur Unterstützung des vom Preisverfall hart getroffenen Milchsektors angekündigt. Bis spätestens Mitte Oktober sollen die Gelder fließen.
Auch die Details der Absatzförderung, darunter die geplante Abgabe von Milch und Milchprodukten an Flüchtlinge, müssen erst ausgearbeitet werden.

EU-Agrargipfel ohne Einigung zu Ende gegangen

Begleitet von Protesten Tausender Bauern hat die EU rund 500 Millionen Euro für Milcherzeuger und andere Landwirte zugesagt. Der Sondergipfel der Agrarminister am Montag ging am Abend aber ohne eine Einigung zu Ende. "Was hier auf dem Tisch lag, war völlig unzureichend", meinte der föderale Landwirtschaftsminister Willy Borsus (MR). Der europäische Bauernverband Copa Cogeca kritisierte das EU-Paket als nicht ausreichend. Der europäische Milchbauernverband European Milk Board (EMB) sprach sich für eine Mengenkürzung aus. Interessenvertretungen pochen auf staatliche Eingriffe, um den Preis wieder anzuheben. Darüber sollen die EU-Agrarminister bei ihrem nächsten Treffen am kommenden Montag und Dienstag (14. und 15. September) beraten. Während des Treffens demonstrierten nach Angaben von Copa Cogeca insgesamt bis zu 7.000 Landwirte mit 2.000 Fahrzeugen im EU-Viertel. 

Montag, 7. September 2015

Video - Die ersten Schlepper erreichen Brüssel

Veröffentlicht am 06.09.2015
They are coming from all over Europe to participate at the demonstration of dairy farmers for cost-covering milk prices on 7 September.


Muss eine neue Kommission her, um die Milchkrisen zu beenden?

Mitten in der Milchkrise – 2015 so wie 2009 – hört man in Brüssel bei der Europäischen Kommission, bei COPA–COGECA oder in Paris beim Bauernverband FNSEA die gleichen Parolen. „Angesichts der guten langfristigen Marktaussichten für tierische Produkte und des großen Potenzials Europas, seine Milchproduktion zu steigern, müssen wir mehr produzieren und exportieren“, sagt EU-Kommissar Phil Hogan.

Lesen Sie hier die ganze Ausarbeitung vom franz. Milchmarktexperten André Pflimlin auf Deutsch:

Muss eine neue Kommission her, um die Milchkrisen zu beenden?

Sonntag, 6. September 2015

Schmidt gerät zunehmend in Bedrängnis

Habeck selbst hat eine klare Position in der aktuellen Debatte. Er teilt sie mit den anderen sechs grünen Landes-Agrarministern. Gemeinsam haben Ulrike Höfken (Rheinland-Pfalz), Priska Hinz (Hessen), Alexander Bonde (Baden-Württemberg), Joachim Lohse (Bremen), Christian Meyer (Niedersachen), Johannes Remmel (Nordrhein-Westfalen) und er ihrem Bundeskollegen einen Brief mit auf den Weg nach Brüssel gegeben. Der Deutsche Bauernverband dagegen steht zum befreiten Markt. DBV-Vizepräsident Schwarz hält "nicht viel" vom grünen Vorschlag: Der greife zu langsam und sei nicht praktikabel. 

Milchkrise – Grüne Agrarminister fordern in offenem Brief an Bundesminister Schmidt Krisenhilfe für die Milchbauern

Anlässlich des EU-Agrarsondergipfels am kommenden Montag wenden sich Agrarministerin Ulrike Höfken (Rheinland-Pfalz) und ihre grünen Amtskollegen Alexander Bonde (Baden-Württemberg), Robert Habeck (Schleswig-Holstein), Priska Hinz (Hessen), Joachim Lohse (Bremen), Christian Meyer (Niedersachsen) und Johannes Remmel (Nordrhein-Westfalen) in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Sie fordern vom Bundesminister, sich endlich für die Milchbauern und für wirksame Kriseninstrumente am Milchmarkt einzusetzen. Die grünen Agrarchefs fordern Schmidt zudem auf, Länder, Branchenverbände und Handel kurzfristig zu Gesprächen einzuladen, um einen funktionierenden Marktrahmen zu erarbeiten.
Der offene Brief im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Minister,
wir alle sind über die aktuelle Situation am Milchmarkt sehr besorgt. Die Milchvieh-halterinnen und Milchviehhalter leiden unter einer ernsten, sich verschlimmernden Marktkrise. Nachfrageimpulse am internationalen Milchmarkt bleiben aus und ein Rückgang des EU-weit wie weltweit gestiegenen Milchaufkommens ist nicht zu verzeichnen. Die Aussichten für eine Besserung liegen laut Einschätzung der Marktbeobachter noch in weiter Ferne.
Die weiter fallenden Erzeugerpreise decken längst nicht mehr die Produktionskosten. Damit drohen ernsthafte Substanzverluste und ein weiterer Strukturbruch in der bäuerlich geprägten Milchviehhaltung. Auch Betriebe mit hohen Kreditlasten nach Investitionen oder größere Betriebe mit hohen laufenden Kosten wie Personalausgaben stehen vor ernsten Liquiditätsengpässen.
Leider hat die Entwicklung der letzten Monate unsere seit längerem vorgetragene Position bestätigt, dass das verbliebene Kriseninstrumentarium auf EU-Ebene nach Wegfall der Milchquote nicht ausreicht.
Die EU-Kommission und der Agrarrat haben bisher keine weitergehenden Maßnahmen ergriffen. Diese Situation gefährdet den Fortbestand unserer bäuerlichen Milchviehhaltung, die wie kaum eine andere Betriebsform unsere Kulturlandschaft prägt und das ökologisch wertvolle Dauergrünland erhält, die hochwertige Lebensmittel erzeugt und die sehr wesentlich zur Wertschöpfung in den ländlichen Räumen beiträgt.
Die Bundesregierung hat die Möglichkeit, den Milchviehhalterinnen und Milchviehhaltern bei der Überwindung der Marktkrise zu helfen. Wir fordern Sie auf, sich beim Sondertreffen der EU-Agrarministerinnen und Agrarminister am 7. September 2015 in Brüssel aktiv für Maßnahmen zur Überwindung der Marktkrise und im Sinne unserer nachhaltig wirtschaftenden bäuerlichen Familienbetriebe einzubringen.
Eine frühzeitige oder teilweise Auszahlung der Direktzahlungen setzt nicht an den Ursachen der aktuellen Milchkrise an und würde die Länder angesichts der zeitlichen Verzögerungen bei der Umsetzung der Agrarreform vor massive Probleme stellen. Auch die Verlängerung der Intervention und privaten Lagerhaltung oder eine verstärkte Exportwerbung reichen aus unserer Sicht zur Bewältigung der Krise nicht aus.
Wir haben ein Überschussmengenproblem weltweit und sollten deshalb die EU-Milchmenge reduzieren. Eine deutliche Ausdehnung der Intervention und privaten Lagerhaltung würde bei der notwendigen späteren Auslagerung erneut auf den Preis drücken und die Krise nur verlängern. Exportsubventionen sind für uns wie auch für Sie keine Lösung.
Setzen Sie sich dafür ein, die erheblichen Mittel aus der Superabgabe 2014/2015 für die Milchwirtschaft und für EU-Maßnahmen der freiwilligen Mengenreduktion im Milchangebot zu verwenden.
Darüber hinaus sind wir gerne bereit, mit Ihnen die Entwicklung eines funktionierenden Marktrahmens zu erarbeiten, um in Zukunft entsprechend handeln zu können. In diesem Sinne haben die grünen Agrarminister/innen bereits am 12. Juni 2015 ein Positionspapier zu Kriseninstrumenten im Milchmarkt vorgestellt. Die Diskussion hierzu muss mit Nachdruck vorangetrieben werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Alexander Bonde; Robert Habeck; Priska Hinz; Ulrike Höfken; Joachim Lohse; Christian Meyer; Johannes Remmel

DBV: Appell an EU-Agrarminister

Kurzfristige oder befristete Maßnahmen, mit denen wir nach vier Wochen wieder in die alten Verhältnisse zurückfallen, machen keinen Sinn. In einem Forderungskatalog an die Minister schlägt der Bauernverband vor, "zukunftsfähige Absatzmärkte in Drittländern zu erschließen". Potenzial sieht Krüsken etwa in Südostasien oder im Mittleren Osten. Landwirten, die akute Geldnöte haben, müsse aber schnell geholfen werden, etwa mit Bürgschaftsprogrammen des Bundes. Dabei sei auch eine Finanzierung aus europäischen Mitteln zu prüfen. Gegen Kritik des Bundesverbands Deutscher Milcherzeuger (BDM), der Bauernverband habe mit seinem Einsatz für den Wegfall der europäischen Milchquote die Krise mitverursacht, verwahrte sich Krüsken. "Eine Quote löst das Problem nicht", sagte er. 


Schmidt über Nothilfen, Milchquoten und die Moral der Märkte

Wichtig ist, dass Geld in die Kasse kommt. Ich schlage deshalb vor: Die EU-Direktzahlungen sollten schneller ausgezahlt werden – bis zu 70 Prozent ohne jede bürokratische Überprüfung. 

Was macht Sie so sicher, dass die Krise vorübergehend ist?
Der Milchmarkt wird international weiterwachsen. Das sieht auch die Europäische Kommission. Sie hält für die nächsten Jahre bei Milch einen Erzeugerpreis von rund 35 Cent für realistisch. Ich freue mich, dass der Bauernverband jetzt mit Lidl höhere Preise für Milch und Butter vereinbart hat.


AT: Aufstand der Bauern in der Kammer

LINZ. Der Landeshauptmann präsentierte sein Hilfspaket, die Opposition übte Kritik. Bauern-Opposition entrollt bei der Sondersitzung ihr Transparent. Sogar der Landeshauptmann rückte an, um die teils beunruhigten, teils aufgebrachten Bauern zu besänftigen. Die Kammeropposition, bestehend aus den Fraktionen der Unabhängigen (UBV), Freiheitlichen und Grünen Bauern, hatte die Sondersitzung mit Verweis auf die desaströse Markt- und Einkommenslage verlangt. Die Politiker sollten nicht immer über den Preisdruck der drei großen Handelsketten klagen, die 85 Prozent Marktanteil hätten, sagte Stammler: "Die Raiffeisen-Molkereien haben 95 Prozent." FP-Bauernchef Franz Graf warnte vor der Wachstumsphilosophie: "Wir werden als österreichische Landwirtschaft nicht den Weltmarktpreis derpacken." Er plädierte für Preisschutz bei Qualitätsprodukten.


Den Milchbauern eine Stimme geben

"Uns ist wichtig, dass die Öffentlichkeit versteht, dass es gute und falsche Strategien für den Milchmarkt gibt. Und dass sie weiß, dass die Milchproduzenten nicht für Subventionen demonstrieren, sondern für Mengenkürzungen, über die ein fairer Preis erreicht werden kann", so Christian Schmidt. In Zeiten von Krisen müsse man daher über ein Krisenprogramm - das Marktverantwortungsprogramm (MVP) - eine Drosselung der Mengen erreichen. Die Milcherzeuger seien verärgert, dass insbesondere von der deutschen Regierung, der EU-Kommission und aus den Reihen der Bauernverbände weiter die schädliche Exportorientierung propagiert werde. Denn diese treibe die Milchproduktion nach oben und habe die Krise auf dem Milchmarkt ausgelöst.


Samstag, 5. September 2015

Milchbauern treffen EU-Parlamentspräsident Schulz in Roetgen

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, hat sich in Roetgen die Sorgen der Milchviehbetreiber aus Belgien und Deutschland angehört. Schulz sprach für Maßnahmen zur Unterstützung der Milchproduzenten aus. Dabei machte Schulz sich für eine Deckelung der Milchproduktion stark. Weniger Milch auf den Markt bringen – ein Konzept, das die Landwirte befürworten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. 

Risikogeschäft Milch

„Ich brauche 34 Cent pro Liter Milch, um nur die laufenden Kosten zu decken. Ich kriege 30 Cent", erklärte Eberhard Mysegades, selbst „Milchviehhalter aus Leidenschaft" in Winzlar bei Rehburg-Loccum. 
Mysegades führte Meister über seinen Hof und präsentierte die Melkanlagen, sowie Stallungen der 500 Milchkühe. Von „Massentierhaltung" wollte er dabei nichts wissen: „Wir halten hier nicht 500 Kühe, sondern 500 mal 1 Kuh", stellte er fest. Beim Thema Milchpreise berichtete der Hofbesitzer jedoch von etlichen schlaflosen Nächten. Ungefähr 80 Prozent der niedersächsischen Milch sei für Exporte bestimmt, wodurch man Weltmarktpreisen und Schwankungen ausgesetzt sei. Bei vier Cent minus pro Liter Milch beliefe sich sein Verlust auf rund 200.000 EUR im Jahr. 


Zwei Demos, zwei Richtungen

Demo am Montag in Brüssel richtet sich auch gegen Politik von DBV und Industrie
(lifePR) (Hamm/Westf., 04.09.2015) Am kommenden Montag, 7. September, werden in Brüssel anlässlich einer Krisensitzung des EU-Agrarministerrates zwei verschiedene Demonstrationen mit gegensätzlichen agrarpolitischen Forderungen stattfinden. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hin. 


Keine Chance für eine neue Quote

Von einer "Milchpolitik, die die Erzeuger ruiniert", spricht man beim europäischen Dachverband, dem European Milk Board (EMB). Doch EU-Agrarkommissar Phil Hogan aus Irland hat bereits klargemacht, dass "wir an der stärkeren Marktausrichtung der europäischen Landwirtschaftspolitik festhalten wollen, die 1999 begonnen hat". Und auch die luxemburgische EU-Ratspräsidentschaft erteilte Hoffnungen, es werde zu einer Auferstehung der Quote kommen, bereits im Vorfeld eine Absage. Man werde "nicht über Produktionskontrolle, wohl aber über Produktionsmanagement" reden.

Schmidt enttäuscht Bauern auf Bauerntag

Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kam am Freitag nach Neumünster, redete eine halbe Stunde, sagte dabei aber sehr wenig. Dann marschiert Schmidt schnell wieder raus aus der Norla-Halle und lässt ein halbes Tausend enttäuschter Zuhörer hinter sich. Dabei hatte sich auch Bauernverbandspräsident Werner Schwarz viel Mühe gegeben mit seiner Eröffnungsansprache und dem Gast aus Berlin den Ernst der Lage verdeutlicht. Bleibe es bei den Mini-Preisen würden zahlreiche schleswig-holsteinische Höfe Insolvenz anmelden müssen.
welt.de

Minister Schmidt sagt: „Finger weg von Milch“

MZ: Kritiker der jetzigen Agrarpolitik meinen, man müsse die Milchproduktion nur um drei Prozent drosseln. Dafür könne man denen einen Bonus gewähren, die weniger produzieren, und jenen einen Abschlag auf den Preis erteilen, die mehr produzieren. Ein gangbarer Weg?

Schmidt: Das ist aus meiner Sicht kein gangbarer Weg. Hierbei sehe ich mich auch durch wissenschaftliche Expertisen bestätigt. Mein Ziel ist es, die landwirtschaftlichen Strukturen gerade im Milch- und Fleischsektor langfristig so anzupassen, dass sie den Herausforderungen des Marktes besser standhalten können.


Es geht um die nackte Existenz

Ihnen geht es um die nackte Existenz, den Milchbauern, die am kommenden Montag anlässlich einer Sondersitzung der europäischen Landwirtschaftsminister zu Tausenden mit ihren Traktoren oder mit Bussen und Zügen nach Brüssel fahren, um für eine gerechte Milchpolitik und einen fairen Milchpreis zu demonstrieren. Romuald Schaber und Erwin Schöpges stehen an der Front der unzufriedenen Milchbauern. 

Milchviehhalter auf der Norla

Eine kleines Medienecho rund um das Thema Milch, Minister Schmidt hinterlässt enttäuschte Bauern beim Bauerntag und die Norla in Rendsburg (SH) 


Freitag, 4. September 2015

Auch Bartmer erteilt neuen Quoten klare Absage

Auch der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht  Bartmer, hat sich gegen produktionsreduzierende Eingriffe in die Agrarmärkte ausgesprochen. Trotz der gegenwärtigen Preiskrise fast aller Agrarprodukte und den Rufen aus der Landwirtschaft nach einem aktiveren Staat dürfe es kein Zurück in die Interventionswirtschaft und neue Quoten geben. Die Erfahrungen mit Butterbergen und Milchseen hätten gezeigt, dass diese in eine Sackgasse führten.

Dänische Ökobetriebe ziehen Milch bei Arla ab

Der dänischen Molkereigenossenschaft Arla Foods laufen die Ökomilcherzeuger im eigenen Land davon. Wie das Fachmagazin LandbrugsAvisen heute berichtete, haben zum 31. August bereits 37 Biomilchproduzenten ihren Austritt aus der Genossenschaft erklärt. Nach dessen Angaben wollen die Betriebe, die zusammen fast 16 % der dänischen Ökomilcherzeuger repräsentieren, größtenteils zu Abnehmern in Deutschland wechseln, da dort teils deutlich höhere Erzeugerpreise als am heimischen Markt gezahlt werden.

Milchviehhalter hoffen auf Europa

Vor dem EU-Agrargipfel am kommenden Montag in Brüssel haben sich Milchviehhalter, darunter Vertreter des European Milk Board (EMB) und der Milcherzeuger-Interessengemeinschaft (MIG) am Freitag im Grenzort Rötgen mit EU-Parlamentspräsident Martin Schul getroffen.
Thema bei den Unterredungen war die Milchkrise, die die Landwirte seit Monaten beschäftigt. Die Bauern erhoffen sich von dem Sondergipfel der europäischen Landwirtschaftsminister langfristige Lösungen für den Sektor.

Spanien plant schnelle Hilfe für Milchviehhalter

Höfe, die derzeit nicht kostendeckend produzieren können, sollen einmalig 300 Euro je Kuh erhalten. Die Ministerin gehe davon aus, das landesweit 2.500 bis 3.000 Milchviehhalter diese Zahlung erhalten würden. Detaillierte Angaben zu der beabsichtigten Maßnahme machte sie nicht. Eine Direktbeihilfe, wie sie von Spanien jetzt angestrebt wird, dürfte unter die Brüsseler "De Minimis"- Regel fallen. Demnach darf ein landwirtschaftlicher Betrieb in einem Drei-Jahres-Zeitraum insgesamt maximal 15.000 Euro an Staatsbeihilfen erhalten, ohne dass eine spezielle Genehmigung der EU-Kommission nötig ist. 

EU-Sonderagrarrat berät Hilfspaket für die Milcherzeuger

Auf dem Sonderagrarrat am kommenden Montag in Brüssel werden von der EU-Kommission Hilfsangebote für die Milcherzeuger erwartet. Vorgezogene Direktzahlungen, zusätzliche Exportanstrengungen und direkte Zuwendungen an die am meisten betroffenen Erzeuger aus dem EU-Agrarhaushalt sind mögliche Antworten der EU-Kommission. Der finanzielle Spielraum im EU-Agrarhaushalt ist nicht ganz so eng wie sonst. Der halbtägige Rat beginnt um 14.30 Uhr - das Ende ist für 18 Uhr angesetzt.

„Lange darf es so nicht weitergehen“

In einem Punkt sind sich die Betroffenen allerdings einig: Lange kann es so nicht weitergehen.
Zwei bis drei Prozent weniger Milch produzieren und das rund fünf Monate lang. „Dann würde der Preis schon in eine andere Richtung gehen", prognostiziert Hartmann.  Freiwillig funktioniere so eine Beschränkung allerdings nicht. Es bräuchte schon eine gesetzliche Vorgabe. Von einer neuen Milchquote will Hartmann in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Sein Vorschlag, hinter dem der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) steht: Die Monitoringstelle in Brüssel setzt bei absehbaren Krisen eine Menge fest. Wer sich daran hält, wird finanziell entschädigt. Wer die festgelegte Menge überschreitet, muss eine Strafe bezahlen.


F: 22 000 Höfe vor der Pleite

Mit mehr als 1500 Traktoren haben die französischen Bauern am Donnerstag in Paris demonstriert. Die Regierung reagierte und pumpte weitere Milliarden in die Landwirtschaft. Doch die Agrarkrise dürfte damit nicht überwunden werden.
Trotzdem steht in Frankreich fast ein Zehntel der Höfe kurz vor der Insolvenz. Mindestens 22 000 Höfen drohe das Aus, sagte Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll im Juli. Drei Milliarden Euro fordert der Vorsitzende der größten Bauerngewerkschaft FNSEA, Xavier Beulin, an staatlichen Investitionen, um die französische Landwirtschaft wettbewerbsfähig zu machen. 

Russland und China bilden gemeinsamen Agrarfonds

Laut dem Dokument haben sich die Seiten auf eine gemeinsame Umsetzung von Anlageprojekten im Rahmen des geplanten Fonds auf den Territorien der progressiven sozial-ökonomischen Entwicklung verständigt. Diese Projekte sehen Investitionen in die agrarwirtschaftliche Produktion, den Getreideanbau, seine Verarbeitung, Lagerung und Logistik, sowie die Schaffung einer neuen und die Nutzung der existierenden agrarwirtschaftlichen Infrastruktur vor.


Schlittert der Bauernverband in die Isolierung? - ndr.de

Schleswig-Holstein Magazin
Der Bauernverband befindet sich auf der Suche nach Verbündeten. 
Donnerstag, 03. September 2015, 19:30 bis 20:00 Uhr 

Streit um den Milchpreis - ndr.de

NDR 1 Niedersachsen - 03.09.2015 19:05 -20.00 Uhr 
Bei 26 Cent für einen Liter Milch sind viele Erzeuger am Boden. Soll der Staat helfen, die erzeugte Milchmenge zu begrenzen? Oder wird es der Markt richten?
An der Diskussion beteiligten sich: Landwirtschaftsminister Christian Meyer, Heinz Korte vom Landvolk, Ottmar Ilchmann vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, Hans-Joachim Rambow vom Handelsverband Niedersachsen – Bremen, Hermann Cordes vom Deutschen Milchkontor und Urte Rötz von der Norddeutschen Milcherzeugergemeinschaft.

Info Seite  

Podcast anhören

Donnerstag, 3. September 2015

Paris verspricht Bauern Millionenhilfen

Die monatelangen Proteste der französischen Bauern zeigen Wirkung: Die Regierung verspricht angesichts sinkender Preise neue Millionenhilfen. Zufrieden sind die Bauern aber nicht.
Der Präsident des Bauernverbandes FNSEA, Xavier Beulin, sagte den Landwirten, die Regierung habe ihre Forderungen "gehört" - wurde dafür aber von vielen Demonstranten ausgebuht und als "Verräter" beschimpft. Viele Bauern hatten unter anderem auf Preisgarantien gehofft.

Wiedereinführung der Milchquote Thema beim EU- Agrarsonderrat

In Kreisen der luxemburgischen EU- Ratspräsidentschaft hieß es am Donnerstag in Brüssel, es werde eine Debatte nicht über Produktionskontrolle, aber über Produktionsmanagement geben. Kurzfristige Maßnahmen wären auch eine "Superabgabe" bei der bisherigen Überlieferung im Milchsektor. Darauf drängte zuletzt Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP). 

F: Die Regierung hat uns verstanden!

Mehr als 5000 französische Bauern legten am Donnerstagmorgen mit ihrem "Konvoi der letzten Chance" den Berufsverkehr auf allen Autobahnen rings um die französische Hauptstadt lahm. Nach tagelangen Vorgesprächen zwischen Bauernverband und Agrarministerium präsentierte Premier Valls ein Hilfspaket, das fast alle Forderungen der Landwirte bediente: Steuer-Stundung, niedrigere Soziallasten, weniger Umweltauflagen - und ein Programm zur Förderung von Investitionen. "Sie haben den Rückhalt der Nation", versicherte Premier Valls den Bauern live im Fernsehen. FNSEA-Präsident Xavier Beulin bestätigte kurz darauf auf der Place de la Nation seinen Mitgliedern: "Die Regierung hat uns verstanden!" Sollte sich dies jedoch ändern, warnte Beulin, "dann kommen wir wieder!"

Milchbauern wollen sich auf den Weg nach Brüssel machen

Hunderte Milchbauern aus Deutschland wollen sich am Wochenende mit ihren Traktoren auf den Weg nach Brüssel machen.  «Wir rechnen mit 300 Schleppern.» In Brüssel wollen die europäischen Agrarminister am Montag (7. September) über die angespannte Lage beraten. Tausende Bauern werden nach Angaben von Verbänden dann zu Protesten in die belgische Hauptstadt kommen. 

Video - Französische Bauern-Kolonnen rollen nach Paris

Gerade haben deutsche Bauern eine lange Protestfahrt von Nord nach Süd mit einer Kundgebung in München abgeschlossen. Nun gehen, oder besser gesagt, fahren ihre französischen Berufskollegen mit Traktoren nach Paris. Der Grund ist derselbe

Frankreichs Bauern ziehen nach Paris - Protestkolonnen auf der Autobahn

Mehrere Traktor-Kolonnen machten sich am Morgen auf den Weg in die Hauptstadt. Am Morgen zählte die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt insgesamt 1038 Traktoren, 49 Busse und 50 andere Fahrzeuge. FNSEA erwartet mehrere Tausend Landwirte mit insgesamt rund 1500 Traktoren.

Mittwoch, 2. September 2015

F: Donnerstag werden Traktoren Paris blockieren

Als Protest gegen den Preisverfall bei bäuerlichen Produkten wollen Landwirte mit 1000 Traktoren die Zufahrten zur französischen Hauptstadt blockieren. Ein Verkehrschaos wird befürchtet. Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll hat bereits für Donnerstag "Ankündigungen" versprochen. Er bekräftigte zugleich, dass die Krise mit einer Überproduktion von Milch und Schweinefleisch in Europa und weltweit zusammenhängt. 

Sollte die Milchquote wieder eingeführt werden?

Hans Foldenauer: Nein, was der EU-Milchmarkt allerdings braucht, ist ein wirkungsvolles EU-Sicherheitsnetz mit Instrumenten, die es ermöglichen, in Krisenfällen zeitlich befristet die Milchanlieferung zu deckeln. 
Deutsche Mittelstands Nachrichten: Was muss Ihrer Meinung nach geändert werden? 
Hans Foldenauer: Das in der Gemeinsamen Marktordnung auf EU-Ebene installierte Sicherheitsnetz für den Milchmarkt muss um Instrumente ergänzt und ausgebaut werden, um in Marktkrisenzeiten eine weitere Ausweitung der Milchproduktion verhindern zu können. Der Bundesverband Deutscher Milchviehalter hat dazu ein Konzept entwickelt. 

Kees de Vries: Milchpreis könnte unter 20 Cent fallen

Alois Gerig und Kees de Vries treffen sich mit Vertretern des Bauernverbandes Anhalt, um über die Lage der Landwirte in der Region zu sprechen. De Vries mag den Bauern da auch keine falschen Hoffnungen machen: „Mit dem Auslaufen der Quote wusste jeder, dass eine große Krise auf uns zukommt. Wir können sie nicht mehr aufhalten", sagt der CDU-Politiker. Möglicherweise werde der Milchpreis bald unter 20 Cent pro Liter fallen. Dennoch sei es richtig gewesen, die Milchquote abzuschaffen, sagt de Vries. Sie habe nicht funktioniert.
De Vries arbeitet nach eigenen Angaben an einem neuen Konzept zur Mengenregulierung in der Milchproduktion. Seine Gedanken dazu habe er bereits zu Papier gebracht. Doch es sei zu früh, um über Einzelheiten zu sprechen, sagt der 60-Jährige. Gerig fügt hinzu, der Milchmarkt brauche „ein Krisenmanagement". 

Milchbäuerinnen campieren vor der Staatskanzlei

Mehrere Milchbäuerinnen haben die Nacht zum Mittwoch trotz stundenlanger Regenfälle in einem Zelt vor der bayerischen Staatskanzlei verbracht. Mit der Mahnwoche wollten die Landwirtinnen Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in der Milchkrise zum Handeln auffordern. 

Seehofer will "ein bisschen" helfen

Die vergangene Nacht haben 18 Milchbäuerinnen vor der Staatskanzei in München campiert. Sie werfen der CSU vor, nichts gegen die sinkenden Milchpreise zu tun. Ministerpräsident Seehofer sagte eine gewisse Hilfe zu. 

Kommt am 7. September 2015 zur EMB-Demo nach Brüssel!

Die große EMB-Demonstration beginnt um 11:00 Uhr am Schuman-Kreisverkehr (rond-point Schuman).
Wir fordern von der EU-Politik eine Kürzung der EU-Milchmenge in Krisenzeiten! Keine Subventionen, sondern kostendeckende Milchpreise!


Medienecho zur Staffelfahrt

Sehen Sie hier eine Auswahl an Videobeiträgen und Zeitungsartikeln


Arla erwartet Anfang 2016 das Ende der Depression am Milchmarkt

Peter Tuborgh, CEO bei Arla, erwartet, dass China der weltweit größte Importeur von Vollmilchpulver, mit Beginn des nächsten Jahres wieder mehr Milchprodukte importieren muss, da dann die Vorräte im Land erschöpft sein werden. Tuborgh ist aber nicht allzu besorgt, denn die Produktion in Europa ist seit dem Ende des Quotensystems nur um 1 bis 2 % gewachsen. Der Arla-Chef erwartet in den kommenden Jahren eine weltweite Steigerung der Milchnachfrage um 2 bis 3 %, angetrieben durch den weltweit steigenden Wohlstand in Schwellenländern. 

Eiszeit beim Milchkontor

Die aktuelle Krise auf dem Milchmarkt hinterlässt auch Spuren beim Deutschen Milchkontor (DMK). So sehr, dass das Unternehmen ein millionenschweres Sparprogramm gestartet hat.
Zwar haben auch andere Molkereien wie etwa Friesland-Campina und Arla in den vergangenen Monaten das Milchgeld für ihre Bauern deutlich gesenkt, zuletzt zahlten sie jedoch immer noch einige Cent mehr als das DMK. Vergangene Woche erst gab Friesland-Campina bekannt, seinen Landwirten zusätzliche zwei Cent pro Kilo Milch als Zwischenausschüttung zu geben.
Ein Dämpfer dürfte jedoch die jüngste Ankündigung des Discounters Lidl sein. An der Strategie für die eigene Eiscreme-Produktion wolle man trotz der Absage von Lidl festhalten. Bevor Projekt „Nordpol" bekannt wurde, wurde bei Lidl auch die Übernahme eines DMK-Eiscremewerks diskutiert.

Dienstag, 1. September 2015

Tausende Bauern protestieren gegen niedrige Milchpreise

Milchbauern aus Bayern und anderen Regionen Deutschlands haben sich zu einer Großkundgebung in München versammelt. Mit Hunderten Traktoren sind sie in die Innenstadt gefahren. Die Aktion ist der Abschluss einer bundesweiten Sternfahrt.

Bauernbund: Exportchancen sind gravierende Fehleinschätzung

„Die von Bundesregierung und Bauernverband immer wieder bemühten Exportchancen bis nach China haben sich als gravierende Fehleinschätzung erwiesen", befand der Bauernbund Brandenburg am Freitag. Enorme Investitionen, hohe Schulden, niedrige Preise – die Landwirte stecken in der Klemme. „Den Kollegen geht jetzt wirklich der Hintern auf Grundeis", sagt Häusling, der nach 30 Jahren im Geschäft schon manche Krise erlebt hat.

Auf Milchbauernhöfen brennt es lichterloh"

Tausenden Betrieben droht in der Krise das Aus. Auf dem Schreibtisch von Bernhard Pointner stapeln sich die Bewerbungen. Über 800 Landwirte wollen einen Vertrag schließen mit dem Geschäftsführer der Milchwerke Berchtesgadener Land. Einen Milchliefervertrag. Denn die Molkerei aus dem Dörfchen Piding, gelegen am Alpenrand, rund eine Autostunde südöstlich von München, zahlt ihren Bauern 38 Cent pro Kilogramm Rohmilch – und damit fast zehn Cent mehr als in Deutschland aktuell üblich. Mit ihrer Preispolitik sind die Milchwerke Berchtesgadener Land derzeit die große Ausnahme im deutschen Milchmarkt. 

Arla will mehr Marktanteile in Westafrika

Der schwedisch-dänische Lebensmittelhersteller Arla will seine Marktanteile in der Region Subsahara-Afrika ausbauen. Hier will Arla bis zum Jahr 2020 seinen jährlichen Umsatz von etwa 90 Millionen Euro auf etwa 460 Millionen Euro steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen anfänglich hauptsächlich Milchpulver und Milch verkauft werden, da die schnell wachsende Mittelschicht in den Großstädten und deren Umland einen besonders hohen Bedarf für diese Produkte verzeichnet. 

Milch in Belgien könnte teurer werden

Nach einer Einigung in Belgien auf Nothilfen für Bauern dürfte sich Milch in den Geschäften des Landes verteuern. Die Bevölkerung sei solidarisch mit den Landwirten, sagte Agrarminister Willy Borsus am Montag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga. Er nannte den Kompromiss historisch. Das belgische Programm läuft über die nächsten sechs Monate. Pro Liter Milch sollen für Bauern etwa 2,7 Cent mehr fließen. Für Milcherzeuger sollen insgesamt 46 Millionen Euro zusammenkommen, für Schweinefleischerzeuger 30 Millionen Euro.


Schmidt lehnt Eingriff am Milchmarkt ab

Berlin. (dpa) Frankreich will eine kurzfristige Intervention, um den europäischen Milchmarkt zu stabilisieren. Landwirtschaftsminister Schmidt befürchtet, dass ein Eingreifen beim Preis zulasten der deutschen Milchbauern geht. Da die Produktionskosten in Europa unterschiedlich sind, könnte ein aus Sicht der deutschen Erzeuger zu geringer Interventionspreis die Produktion in anderen Ländern ankurbeln, während sie in Deutschland stagniere. Dies würde wiederum zu einem Preisverfall führen. 

Uneinigkeit bei Vorgehen gegen Milchpreisverfall

Frankreich will deshalb eine kurzfristige Intervention, um den europäischen Milchmarkt zu stabilisieren. Belgien hat inzwischen bereits reagiert. Schmidt rechnet mit einer befristeten Krise. „Zurück zu einer staatlich regulierten Produktion wollen wir nicht."