Donnerstag, 30. Juni 2016

Russland verlängert Einfuhrverbot

Russland hat seine Importsperre für Lebensmittel aus der EU und den USA bis Ende 2017 verlängert. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete gestern den entsprechenden Erlass. Mit dem Einfuhrstopp reagiert Russland auf die Verlängerung der westlichen Strafmaßnahmen wegen des Ukraine-Konflikts.

Rukwied: Der Markt soll's richten

Der Bauernverband will trotz Milchkrise und Höfesterben nichts ändern. Dessen Präsident attackiert lieber Umweltschützer und Grüne. Allein für die Milchbauern erwartet Rukwied Bundeshilfen von „100 Millionen Euro plus x". Dem Bauernpräsidenten gelingt damit das Kunststück, sich einerseits wie Minister Schmidt als Marktwirtschaftler zu präsentieren, gleichzeitig aber weitere Staatshilfen zu fordern. 

Brunner: Es ist eine Illusion zu glauben, der Markt könne alles regeln

Wir müssen wieder ein Marktgleichgewicht herstellen, also die Menge dem Verbrauch anpassen. Zuallererst ist die Branche selbst gefordert. Erzeuger und Verarbeiter müssen sich über Menge, Preise und Laufzeit vertraglich einigen. Zweitens müssen alle Finanzhilfen an eine Verringerung der Milchmenge gebunden werden. Und drittens: Wenn all das keine Wirkung erzielt, ist die Bundesregierung gefordert, in Brüssel zeitlich befristet eine europaweite obligatorische Mengenkürzung herbeizuführen. Hier erwarte ich vom Bund eine Führungsrolle. Botschaft: Was bisher getan wurde, reicht nicht. Es ist eine Illusion zu glauben, der Markt könne alles regeln. 

Milchpreis: Spanien sichert den Absatz von Weideglück

Sonnige Stimmung bei den Milchwerken Schwaben. Mit der beginnenden Urlaubssaison steigt die Nachfrage an Milchprodukten. Allerdings auch an Billigprodukten. Im angrenzenden Lager sind neben den Produkten mit Weideglück-Logo auch Billigmarken gestapelt. „Wir verkaufen auch an Discounter wie Netto oder Aldi", sagt Laible. In den Packungen ist derselbe Inhalt. Allerdings zahlen die Discounter entsprechend weniger – für die Landwirte bleibt nicht viel übrig. Derzeit werden etwa 80 Prozent der H-Milch und 70 Prozent der Frischmilch über Discounter verkauft. Aktuell zahlt Weideglück den Bauern 24 Cent für den Liter Milch mit 4,2 Prozent Fett. „Es ist immer noch zu viel Milch auf dem Markt", sagt Laible. 

Braucht die Welt deutsche Milch?

Auch deutsche Molkereien haben in den vergangenen Jahren kräftig investiert, um auf dem internationalen Pulvermarkt mitmischen zu können und die Überproduktion auf dem Weltmarkt zu verhökern: Das Deutsche Milchkontor DMK, die Nummer eins auf dem hiesigen Markt und zugleich einer der Trendsetter bei Billigpreisen für Bauern, steckte 70 Millionen Euro in die Verdoppelung der Milchpulvererzeugung. Sie folgen der „Strategie, Exportmärkte vor allem für standardisierte Massenprodukte zu erobern". Doch um mit Milch konkurrenzfähig sein zu können, „müssen die Preise für ihren Rohstoff Milch dauerhaft auf einem international wettbewerbsfähigen, also niedrigen Niveau liegen".

Mittwoch, 29. Juni 2016

Video - „Milchflut. Melken bis zum Ruin“

Doris Buhl kennt und liebt ihre Tiere, ihren Bauernhof, die Natur. Doch sie hat große Sorgen: Die Einnahmen aus dem Milchbetrieb reichen hinten und vorne nicht mehr. Sie weiß nicht, wie es weitergehen soll. Denn der Preis für Rohmilch ist im freien Fall: Von 40 Cent im Januar 2014 sank er Ende Mai 2016 schon unter die 20 Cent Marke. Eine katastrophale Entwicklung für viele Bauern.




Dienstag, 28. Juni 2016

Video - Existenzkampf: Die dramatische Geschichte eines Milchbauern

Wenn man jeden Tag Sorge haben muss, am Ende des Monats seine Rechnungen nicht bezahlen zu können, kann einen dieser Stress regelrecht krank machen. Milchbauern wissen vermutlich mit am besten, wie sich das anfühlt: Nur noch knapp über 20 Cent pro Liter bekommen sie zur Zeit - viel zu wenig, um kostendeckend zu produzieren. Wolfgang Keller war einer von ihnen und wusste am Ende weder ein noch aus.

Bauern zäunen Upstalsboom ein

Rahe - In einer nächtlichen Aktion haben Landwirte einen Stacheldraht um den Upstalsboom in Rahe gezogen. Die Milchviehhalter hatten sich Sonntagnacht an diesem Symbol der Friesischen Freiheit getroffen, um ein Zeichen zu setzen, weil sie die familiäre Landwirtschaft bedroht sehen.

Fotos:

40.000 Liter Milch landen in der Kanalisation

Auf Kirchberg trafen am Montagmorgen die Landwirte aus Belgien mit ihren Traktoren ein. Darunter auch Güllefässer, randvoll gefüllt mit Milch. Die Ladung wurde demonstrativ vor dem European Convention Center ausgebracht. Rund 40.000 Liter Milch ergossen sich auf dem Vorplatz und landeten wenig später in der Kanalisation.

Großtierärzte leiden unter Milchkrise

Die Milchpreiskrise trifft auch die Tierärzte. Weil die Bauern immer weniger Geld zur Verfügung haben, überlegen sie sich den Anruf beim Tierarzt zweimal, klagt der Bundesverband. Bedeutet das mehr kranke Tiere im Stall? Nein, beteuert der Bauernverband.

44 Tiere auf Bauernhof getötet

Es sind schockierende Bilder, die das Ausmaß der amtlich angeordneten Rindervernichtung auf dem Hof von Arnd Viehweg (65) zeigen. Die Rindervernichtung bei Bauer Arnd Viehweg ist unerträglich. Beteiligte sind zusammengebrochen, müssen betreut werden. Inzwischen sind 44 der insgesamt 149 Rinder tot, weil sie keine oder falsche Ohrmarken trugen, daher nicht identifiziert werden konnten. 33 weiteren Tieren, deren Status unklar ist, könnte es auch so ergehen.

Montag, 27. Juni 2016

Bauern verwandeln Kirchberg in «Milchsee»

Mehrere Dutzend belgische Bauern sind am Montag aus Protest mit ihren Traktoren vor dem Konferenzgebäude in Luxemburg-Kirchberg vorgefahren. Als Zeichen ihres Ärgers schütteten die Landwirte hunderte Liter Milch auf dem Vorplatz aus. In dem Konferenzgebäude findet heute eine Sitzung der EU-Agrarminister statt.

Es ist falsch, das aktuelle Landwirtschaftssystem mit noch mehr Geld zu füttern

„Die Konkurrenz um die billigste Milch oder die billigste Schweinehälfte verlieren wir. Wir müssen hin zu einer Orientierung auf Qualität und Regionalität. Mit Qualität lassen sich entsprechende Preise nicht nur im Export, sondern vor allem in der regionalen Vermarktung rechtfertigen", sagt Günther. „Es ist grundfalsch, in das bestehende und nicht nachhaltige System Landwirtschaft noch mehr Geld zu geben. Dieses Geld ist nicht nur sinnlos verloren, es schadet sogar regelrecht, da es den überfälligen Richtungswechsel verzögert und noch mehr Betriebe auf der Strecke bleiben. 

Sonntag, 26. Juni 2016

Rukwied: Wende nicht in Sicht

«Eine Trendwende ist im Moment nicht in Sicht», sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur vor dem Bauerntag an diesem Mittwoch und Donnerstag in Hannover. «Wir befürchten, dass wir in diesem Jahr je nach Produktionsrichtung nochmals 15 bis 35, 40 Prozent Einkommensrückgang erleiden müssen.»

Samstag, 25. Juni 2016

Hipp übernimmt DMK-Werk

Das Herforder Ex-Humana-Werk für Babynahrung wird an das bayerische Familienunternehmen Hipp verkauft. Der Marktführer kündigte am Freitag an, er werde in den Standort investieren und die Kapazitäten ausbauen. Hipp ging schon vor mehr als zehn Jahren eine Kooperation mit der damaligen Humana ein. 

DMK-Vertreter lehnen alle Anträge ab

Auf der Vertreterversammlung des Deutschen Milchkontors (DMK) am Mittwoch dieser Woche in Hannover gab es intensive Diskussionen. Alle Anträge auf eine Satzungsänderung lehnten die Vertreter aber mit großer Mehrheit ab, berichten Teilnehmer der Versammlung gegenüber top agrar.


Arla: Herbe Verluste in Deutschland

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods schreibt in Deutschland tiefrote Zahlen. Das geht zumindest aus Aussagen der seit September 2015 tätigen Finanzdirektorin Natalie Knight hervor, die von „großen Problemen auf einem ihrer größten Märkte Deutschland" spricht. Auch für die nahe Zukunft schätzt Finanzchefin Knight die Ertragssituation in Deutschland „nicht besonders positiv" ein.

Freitag, 24. Juni 2016

DMK gibt Herford auf


Auf der DMK Vertreterversammlung wurde diese Woche der Verkauf der Anteile am Babyfood-Werk Herford an Hipp bekannt gegeben. In Herford wurde bisher die Kapazität zu 75% durch Hipp ausgelastet. Das Werk Strückhausen wird aktuell zum Babyfood-Standort ausgebaut.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Neuer LK-General Plank: Nur Mengenreduktion hilft gegen Krise

Für den künftigen Generalsekretär der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Plank, hilft gegen die Milchpreiskrise kurzfristig nur eine EU-weite Reduktion der Milchmenge. Länder wie Irland, Niederlande, Dänemark und Deutschland müssten auf die Bremse treten. Bei den aktuell niedrigen Preisen würde sich aber auch die Milchproduktion in Großproduzentenländern nicht mehr rechnen. Wenn manche glaubten, man könne sich agrarisch nur nach dem Markt orientieren, dann sei dies nur in Teilen Österreichs möglich. Hier brauche es Ausgleiche, also auch Ausgleichszahlungen.

Leute, steht auf und kämpft für eure Sache

Von der Regierung nach eigenem Bekunden „zum Tode verurteilt", doch sie wehren sich. Die Rede ist von den Milchbauern in Deutschland. Waren noch vor einigen Jahren viele der anwesenden Milchbauern aus Friesenhausen und Umgebung Mitglied im Bauernverband gewesen, tragen sie heute Kappen und T-Shirts mit der Aufschrift BDM (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter). „Wir haben in Sachen Milch die Nase vorne", so BDM-Mitglied Alfred Greubel, Milchbauer aus Elfershausen, der beim Frühschoppen als Moderator auftrat. „Seit 2014 gibt es keinen anderen Berufsverband, der Lösungen auf den Tisch gelegt hat. Der Bauernverband beschwichtigt und lenkt ab", sagte Horst Arnold, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Und so war auch kein Vertreter des Bauernverbandes der Einladung der Friesenhausener gefolgt.

Das Dilemma beim Milchpreis – unlösbar?

Dr. Hans-Jürgen Seufferlein beschrieb die Situation so: „Es geht nicht um einen Eimer Milch, der überläuft, dann geben wir halt etwas weniger in den Eimer und alles ist in Ordnung." Der Milchmarkt sei wesentlich schwieriger und auch anders als die anderen landwirtschaftlichen Märkte. Das Problem sieht Dr. Seufferlein nicht beim Auslaufen der Milchquote. Die Kriste habe 2014 begonnen mit dem Wendepunkt der Weltagrarmärkte. 

Dienstag, 21. Juni 2016

Protest bei DMK Bilanzpressekonferenz

Aus Unzufriedenheit mit den anhaltenden Tiefpreisen wollen rund 500 Landwirte das Milchkontor verlassen. Kritik am Kurs des DMK kam von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), die vor dem Veranstaltungsort protestierten. "DMK lebt, die Bauern sterben", stand auf einem Plakat. Johanna Böse-Hartje vom BDM in Niedersachsen beschrieb die Lage auf den Höfen als desolat. Die Landwirte könnten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen.
weser-kurier.de

Bauern weiter sauer über Dauer-Preistief
bild.de




Fotos: Gerd Uken

Der Rat der Agrarökonomen kostet unser Geld

Vorfahrt für Billigmilch, Rechnung an die Staatskasse. Milchindustrie profitiert

Acht Professoren der Agrarökonomie von drei deutschen Universitäten haben eine Pressemitteilung zum Milchmarkt verfasst. Für sie läuft der Milchmarkt mit seinem Milchüberschuss und dem daraus resultierenden existenzbedrohenden Preistief derzeit bestens. Sie begrüßen, dass „viele Landwirte (…) bei den derzeitigen Erzeugerpreisen von durchschnittlich ca. 24 Cent/kg nicht mehr kostendeckend Milch produzieren" können. Denn das führe ihrer Meinung nach dazu, dass „diejenigen Produzenten mit den ungünstigsten Kostenstrukturen aus der Milchproduktion aussteigen". Das wiederum senke die Angebotsmenge und lasse die Preise „tendenziell steigen". Andere Maßnahmen, um die Angebotsmenge sinken und die Preise steigen zu lassen, lehnen sie dagegen strikt ab. Sie sprechen sich sowohl gegen eine befristete Selbstverpflichtung der Milcherzeuger, der Molkereien oder der gesamten Branche zu einer Mengenvernunft aus als auch gegen eine befristete staatliche Einflussnahme auf die erzeugte Milchmenge, wie sie die Bundesländer einstimmig fordern und der sich der Bundesminister nun auch langsam nähert.

„Die Agrarökonomen haben ihre Zeit gehabt. Ihre Rezepte wurden im Milchmarkt vollständig umgesetzt, was Ursache und nicht Lösung des Problems ist. Erst wurden die Milchquoten erhöht und dann abgeschafft. Der Bau größerer Ställe wurde kräftig subventioniert. Viele Kühe kamen ganzjährig in den Stall, es wurde mehr Kraftfutter eingesetzt, die Milchleistung der Kühe stieg, jetzt gehen sie im Schnitt schon nach drei Jahren zum Schlachter. Alles wurde umgesetzt, um Milch möglichst billig zu erzeugen", kommentiert Ottmar Ilchmann, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

„Im Ergebnis führen die Ratschläge der Agrarökonomen jetzt tagtäglich zu hohen Verlusten in allen noch verbliebenen 70.000 Milchviehbetrieben in Deutschland. Es gibt keinen Milchviehbetrieb, der zum staatlichen Interventionspreis von 20 Cent je Liter wirtschaftlich Milch erzeugen kann. Zudem empört das von den Agrarökonomen propagierte System die ganze Gesellschaft, die nun mit Steuergeldern hilflos lindern soll, was durch ökonomische Vernunft hätte leicht vermieden werden können", stellt Ilchmann fest. Die Wissenschaftler machten sich einen schlanken Fuß, indem sie sozialen und ökologischen Kosten ihrer Ratschläge voll und ganz auf die Steuerzahler abschieben wollten, kritisiert die AbL weiter.

Die wahren Profiteure der professoralen Ratschläge seien die stark exportorientierten Molkereien, die sich über billigen Rohstoff im Überfluss vielleicht freuen. „Aber warum soll diese Interessenlage ökonomisch sinnvoller sein als die Sorge um die wirtschaftliche Substanz von Tausenden Milchviehbetrieben?", fragt Milchbauer Ilchmann.

Wissenschaftler sollten selbstverständlich ihre Meinung kundtun, solange es nicht zu einem Meinungskartell komme, weil es dann keinen Wettbewerb der Ideen gebe, warnt die AbL. Die Branche und die Politik sieht die AbL dagegen gut beraten, wenn sie angesichts der dramatischen Situation auf den Milchviehbetrieben jetzt mit Hochdruck an solidarischen Lösungen arbeiten. 

Göttinger Professoren erhalten Gegenwind

Kritik am Text „Wiedereinführung der Milchquote kein sinnvolles Instrument der Agrarpolitik" der Agrarökonomie-Professoren/innen Brümmer, Cramon-Taubadel, Mußhoff, Qaim, Spiller, Theuvsen, Odening, Hüttel, Uehleke 
von Prof. Dr. Onno Poppinga (Holzhausen) im Juni 2016 

Auszug:
1. Die Professoren/innen gehen von einem ungeeigneten theoretischen Ansatz 
aus. Durchgängig wird in der Stellungnahme mit marktökonomischen Begriffen argumentiert; zum Beispiel (S. 3): „Eine Aushebelung des Marktes ist aber das falsche Instrument, um Landwirten zu helfen. 
"Die Verwendung einer marktökonomischen Begrifflichkeit ist aber bei der Analyse der Beziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien vom Grundsatz her falsch, weil es sich dabei nicht um Markt - sondern lediglich um Lieferbeziehungen handelt.


Peitschen Sie den Schmidt dahin

Auf Augenhöhe mit den Molkereien wollen sie verhandeln und endlich teilhaben an dem Markt, von dem sie sich, als Urproduzenten, ausgeschlossen fühlen. Hans Foldenauer vom Bund Deutscher Milchviehhalter erläuterte dem Chef des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, und Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig die Lage der Milchbauern in Süddeutschland. Knoerig, der die Landwirte zu der Diskussion eingeladen hat, zeigt Verständnis. Er will hören, aufnehmen, begreifen und umsetzen. Die Landwirte hingegen wollen eine feste Zusage, eine Ankündigung, dass er in ihrem Sinne handeln wird. 

Sonntag, 19. Juni 2016

Niedrige Preise sind die beste Sozialpolitik

Nach Ansicht des Freiburger Ökonomieprofessors Tim Krieger werden niedrige Preise für Milch und andere Lebensmittel in der öffentlichen Debatte zu Unrecht fast immer nur als Problem betrachtet. Geplante politische Eingriffe in den Milchmarkt würden zwar den Interessen der Landwirte dienen, drohten aber zulasten ärmerer Verbraucher zu gehen, sagt er im Gespräch mit Ronny Gert Bürckholdt. 

DMK Ice Cream muss Eis zurückrufen

Der Eishersteller DMK Eis ruft sein Produkt „Mini Choc Classic, 12 Stück" der Marke „Gut & Günstig" zurück. Verbraucher hätten Teile der Holzstiele im Eis gefunden, erklärte das Unternehmen am Freitag. Sie wurden in verschiedenen Bundesländern vor allem in Marktkauf- und Edeka-Filialen verkauft. 

Jeder zehnte Betrieb wird schließen

Die Preise fallen drastisch, teilweise unter 20 Cent pro Liter. Für Meise, seine 30 Mitarbeiter und 740 Kühe könnte das Spiel am Milchmarkt bald aus sein - genau wie für viele andere Betriebe seiner Branche. Die seien zum Teil hochverschuldet, sagt er. „Jetzt entscheiden die Banken, welche Milchbauern weiter bestehen."  Selbst wenn Agrafrisch auch auf Ackerbau, Tierzucht und seine 600 Kilowatt Biogasanlage setzen kann, ist für Meise klar: „Wenn bis zum Jahresende nichts passiert, müssen wir unsere Ställe schließen."

Samstag, 18. Juni 2016

Baubeginn für neue Molkerei im Oberallgäu

Fallende Milchpreise, geizige Verbraucher? Ein Molkereitechniker und ein Molkereimeister aus dem Allgäu setzen auf gentechnikfreie Heumilch und investieren über drei Millionen Euro in eine neue Molkerei. Heute ist Baubeginn.
Die beiden Existenzgründer setzen darauf, dass Verbraucher für regionale Produkte bester Qualität einen höheren Preis zahlen werden als für Massenware, sie wollen auch den Bauern mit 40 Cent pro Liter einen deutlich höheren Milchpreis ausschütten als im konventionellen Markt derzeit bezahlt wird.

Freitag, 17. Juni 2016

Im Milchbottich köchelt es weiter

Dass das Zehn-Punkte-Programm mehr Mittel für das Milchmarketing der AMA und Gelder aus der Ländlichen Entwicklung für die Stärkung des Exports vorsieht, stößt Ernst Halbmayr von der IG Milch sauer auf: „Wir haben kein Absatz- sondern ein Überproduktions-Problem."
Beim Milchdialog hätte es den Anschein gehabt, dass fast alle Akteure verstanden haben, dass die Krise ohne Milchmengensteuerung nicht überwunden werden kann. Leider seien dennoch keine Maßnahmen zur Reduktion der Milchmenge vorgesehen worden. „Man versucht, die Verantwortung auf die EU und die Verbraucher abzuschieben", folgert Halbmayr.