Montag, 4. Juni 2012

USA: neuer umstrittener 2,4-D-resistenter-Gentechnik-Mais vor Zulassung

Das Landwirtschaftsministerium der USA will einen Gentechnik-Mais von Dow AgroScience zulassen, der gegen das hoch umstrittene und giftige 2,4-D resistent ist. Er soll die Lösung für die Superunkräuter bieten, die sich durch den Anbau von glyphosatresistenten Gentechnik-Pflanzen verbreiten. 

Heidl: Das mit Milchpreis ist halb so schlimm

Der neue Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV) Walter Heidl hat den Landkreis Weilheim besucht und versucht, den Bauern Mut zu machen. Der Einbruch beim Milchpreis sei lediglich "eine Delle". „Ich warne davor, gebetsmühlenartig von Preissturz zu reden."
merkur-online.de

EU-Kommission warnt vor Zahlungsausfall für Bauern

Warnung aus Brüssel: Falls die Europäische Union sich nicht rechtzeitig auf das Budget für die nächste Haushaltsperiode festlegt, drohen Ausfälle bei den Subventionen für Bauern und Landwirtschaft.

Grüne: Regierung muss endlich eine Offensive für die Milchviehhalter starten

Zum "Tag der Milch" erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Der Milchpreis fällt ins Bodenlose und Bundesministerin Ilse Aigner steht tatenlos daneben. Immer noch tänzelt die Bundesregierung angesichts des massiven Preisabsturzes um den Begriff "Krise" herum und spricht lieber von einer "Delle" am Milchmarkt. Ende des Jahres, so möchte man glauben machen, steigen die Preise wieder und alles wird gut. Diese Einschätzung der Regierung widerspricht allen vorliegenden Fakten und ist eine verantwortungslose Verharmlosung der Realität. Der Rohstoffwert der Milch, der monatlich am ife-Institut (Kiel) erhoben wird, ist binnen einen Jahres um 31,3 Prozent gesunken. Auch an der globalen Handelsbörse ist der Preis für Milchprodukte im vergangenen Jahr um 30 Prozent gefallen. Die Discounter unterbieten sich mit Billigpreisen. Eine Erholung ist nicht in Sicht.

Die Krise am Milchmarkt ist Folge einer auf Massenproduktion basierenden Exportstrategie, der sich bedauerlicher Weise auch die schwarz-gelbe Bundesregierung verschrieben hat. Der globale Milchsee wächst - laut FAO allein in 2012 wieder um vier Prozent. Die Preise fallen. Die Milchbäuerinnen und -bauern müssen immer größere Milchmengen produzieren, um kostendeckend zu wirtschaften. Betriebe, die nicht expandieren wollen, geraten unter massiven Existenzdruck. So dreht sich die Abwärtsspirale der Milch-Inflation. Leider lässt Bundesministerin Aigner nicht erkennen, dass sie diesen Irrweg der Massenproduktion verlassen möchte. Stattdessen entwirft ihr Ministerium Vorschläge, die gerade die bäuerlichen Milchviehhalter in ihrer Marktmacht und ihren Bündelungsmöglichkeiten weiter schwächt. Wir fordern die Regierung auf, den ruinösen Pfad der Mengenausweitung zu verlassen und endlich den Rahmen für eine faire, ökologische und kostendeckende Milchproduktion zu setzen.

Die Regierung muss spätestens jetzt die Fäden in die Hand nehmen und gemeinsam mit den Akteuren am Milchmarkt eine Offensive für die Milchviehhalter starten. Wir brauchen - allein angesichts eines Selbstversorgungsgrads von aktuell 125 Prozent - Regelungen für eine nachfrageorientierte Milchmengenregulierung. Kurzfristig bedeutet das unter anderem die Aussetzung der diesjährigen Quotenerhöhung. Vor allem aber muss die Regierung alles daran setzen, die Erzeuger in ihrer Marktmacht zu stärken. Die Milchbäuerinnen und -bauern müssen in die Lage versetzt werden, die ohnehin viel zu geringen Bündelungsmöglichkeiten, die das EU-Milchpaket bietet, optimal nutzen zu können. Das gilt gerade in Zeiten, in denen Großmolkereien - wie der globale Milchkonzern Arla - Molkerei für Molkerei schlucken.

Milchpreis fällt ins Bodenlose

Aufgebrachte Landwirte haben an der Staatskanzlei in München eine „Barrikade" aus Discounter-Milchtüten aufgebaut und Ministeriumsvertretern Mistgabeln überreicht. Der Dantersdorfer Milchbauer Fritz Wienert, Bundesvorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, bringt den Protest auf den Punkt. 

Sonntag, 3. Juni 2012

Milcherzeugung steigt weltweit ungebremst weiter

Für 2012 werden in den USA +2,9 % prognostiziert. In der EU lag die Anlieferung im Jan/Feb bei +4,0 %, wobei die 10 neuen Mitgliedstaaten sogar bei +9,5 % lagen. Polen, Rumänien und Teile des Baltikums überschritten in den ersten beiden Monaten sogar die 10 %-Marke. In Deutschland lag der Vorsprung Mitte Mai unbeachtet der verfügbaren Quote bei +2,6 %, selbst die Schweiz produzierte im ersten Quartal 4,5 % mehr Milch.
Entsprechend des deutlich über das Nachfragewachstum hinausgehenden Angebotes hat am Weltmarkt seit Mitte 2011 ein zyklischer Preisabschwung eingesetzt. Derzeit ist keine Bodenbildung erkennbar.
Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd

US-Irritationen über Diskussion um „Amerikanisierung der Landwirtschaft“

„Nicht nachvollziehbar" ist für den Agrarattaché der Vereinigten Staaten in Berlin, Paul Spencer, die deutsche Diskussion um eine „Amerikanisierung der Landwirtschaft". „Wir sehen in diesem Begriff lediglich ein politisches Schlagwort", sagte Spencer. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte mit dem Begriff der „Amerikanisierung" vor Entwicklungen in  der hiesigen Agrarstruktur gewarnt, die durch ein zunehmendes Engagement außerlandwirtschaftlicher Investoren gekennzeichnet ist.

Habeck neuer Landwirtschaftsminister in Kiel?

Die Riege der bislang drei grünen Landwirtschaftsminister auf Länderebene bekommt aller Voraussicht nach Zuwachs. Nach Informationen aus Kiel soll Grünen-Landeschef Peter Habeck in der künftigen schleswig-holsteinischen Landesregierung das neu zugeschnittene Ressort für Energie, Umwelt und Landwirtschaft übernehmen. Habeck gilt als Pragmatiker und Kenner der Situation auf dem Lande. 

Fünftgrösster Geflügelproduzent der Welt ist pleite

Der grösste europäische Geflügelproduzent Doux ist pleite: Ein Handelsgericht im westfranzösischen Quimper leitete am Freitag ein Insolvenzverfahren ein, wie Doux mitteilte. Experten machen den Preiskrieg auf dem Geflügelmarkt und höhere Kosten für das Futter für den Einbruch verantwortlich. Doux ist weltweit die Nummer fünf auf dem Geflügelmarkt. 

CH: Milchbauern gehen aufeinander zu

An einem BIG-M-Anlass zeigten sich «Masshalter» bereit, ihre Milchmenge zu reduzieren. Ein «Mehrmengenmelker» sagte, er ziehe mit, wenn dafür der Preis steige. Politisch ist für eine solche Lösung ein langer Atem nötig.

Samstag, 2. Juni 2012

DBV Präsidium in Washington

Die DBV-Delegation mit DBV-Vizepräsident Udo Folgart, DBV-Präsident Gerd Sonnleitner, DBV-Vizepräsident Werner Hilse, Werner Schwarz und COPA-COGECA Generalsekretär Pekka Pesonen, die politische Gespräche über Handelsabkommen, Welternährung und agrarpolitische Entwicklungen in Washington führt, nutzte die Gelegenheit, den Amerikanern insbesondere die Vorzüglichkeit von Milchprodukten deutscher Herkunft aufzuzeigen. 

Milchtüten am Tag der Milch

Um auf die niedrigen Milchpreise aufmerksam zu machen, sind viele Bauern vor die Staatskanzlei gezogen. Aktuell bekommen Milchbauern für einen Liter etwa 30 Cent. Zur Existenzsicherung müssten Viehbauern jedoch 45 Cent bekommen.

AT: Milchpreissenkung am Weltmilchtag

Ausgerechnet am Weltmilchtag haben die großen Molkereien die Bauernmilchpreise deutlich gekürzt. Zum Teil bekommen die Landwirte um fast neun Prozent netto weniger für die Milch.

Am Donnerstag erhielten viele Bauern das Schreiben, dass sie ab Freitag deutlich weniger Geld für ihre Milch bekommen. Die größte Molkerei des Landes, die Welser Berglandmilch, hat ihren Nettoerzeugerpreis um 2,9 Cent pro Kilogramm gesenkt, das sind fast neun Prozent. 

WLV: Bauern sind zuversichtlich und erwarten Entspannung am Milchmarkt

Die aktuelle Lage auf dem Milchmarkt beschäftigt die Milchviehhalter. Durch die guten Milchpreise von durchschnittlich 34,7 Cent je Kilogramm im vergangenen Jahr konnte die Milchproduktion in der Folge um rund drei  Prozent  gegenüber dem Vorjahr auf 2,96 Mio. Tonnen Milch in Nordrhein-Westfalen ansteigen. Durch den derzeitigen Überhang beim Angebot hat sich ein Druck am Milchmarkt entwickelt, der gegenwärtig zu fallenden Preisen geführt hat.

„Bei den aktuellen Milchpreisen können unsere Milchviehhalter nicht dauerhaft auf ihren Betrieben wirtschaften, wir erwarten aber schon in Kürze eine Entspannung des Marktes", zeigt sich WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier zuversichtlich. „Die Talsohle haben wir durchschritten, von einer Wiederholung der sehr schlechten Marktsituation von 2009 kann keine Rede sein", sagt Wilhelm Brüggemeier. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband rechnet mit einer Entspannung des Milchmarktes. Die aktuelle Situation sei nicht durch einen Nachfragerückgang, sondern durch eine Zunahme des weltweiten Milchaufkommens entstanden. In den kommenden Wochen sei das Milchangebot saisonal bedingt geringer, so dass mit einer Entspannung am Markt zu rechnen sei.

Nach Einschätzung des Verbandes ist die Volatilität ein fester Bestandteil des Milchmarktes geworden. Dies sei im Rahmen einer Milchpolitik, die sich am Markt orientiert, bei einer Zunahme des Milchaufkommens nicht zu verhindern. Schon eine geringe Änderung der Milchmenge könne sich positiv auf den Marktpreis auswirken. 

Das geht auf Dauer an die Substanz

Noch im Herbst 2011 habe der Preis bei „deutlich über 30 Cent" gelegen. „Wir brauchen 44 Cent", fordert Krechtmann. Alles andere sei kaum wirtschaftlich. „Das geht auf Dauer an die Substanz", sagt der Landwirt.
Der Grund für den aktuellen Preisverfall sei unter anderem darin zu sehen, dass die EU die Milchquote zu Jahresbeginn noch einmal um ein Prozent erhöht habe. Diesen Zustand wollen auch die Milchbauern des BDM nicht länger hinnehmen. „Am Freitag haben Berufskollegen in Berlin vor dem Konrad-Adenauer-Haus und in München vor der Staatskanzlei protestiert", so BDM-Mann Krechtmann. Im Kreis Coesfeld sind von den rund 200 Milchbauern 155 in der Interessenvertretung. Eine Bilanz, die den Kreisvorsitzenden durchaus zufrieden stellt. Für sich selbst hat er festgestellt: „Ich gebe nicht so schnell auf." Obwohl der Frust manchmal schon recht groß sei.

Stallgeruch für die Bundes-CDU

Eine Fuhre Mist und mehrere hundert Milchkartons, die den wachsenden Milchsee symbolisieren sollten, luden die Bauern des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter gestern vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin ab.

Protest gegen Milchpreise - muenchen-tv.de

Milchbauern wehren sich gegen die aktuelle Milchmarktpolitik...
Ein Berg aus 500 Milchtüten am Freitag vor der bayerischen Staatskanzlei. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter hat am internationalen Tag der Milch gegen die aktuelle Milchmarktpolitik protestiert. Durch die Billig-Preise im Discounter sehen die bayerischen Milchbauern ihre Existenz gefährdet.  

Freitag, 1. Juni 2012

Milchtüten vor der Staatskanzlei

Am sogenannten Tag der Milch türmte der Verband der Deutschen Milchviehhalter vor dem Regierungssitz von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) einen Berg aus Milchtüten aus dem Discounter auf.

Milchbauern demonstrieren für höhere Preise

Passend zum Internationalen Tag der Milch haben die bayerischen Milchbauern erneut für höhere Abnahmepreise demonstriert. Vor der Staatskanzlei in München forderten sie eine stärkere Regulierung gegen die Überproduktion von Milch. 

Milchpreis wieder auf Talfahrt

„Die Politik muss sofort Maßnahmen umsetzen, um die Mengen zurückzufahren", forderte Wienert. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) müsse klar Stellung beziehen. Parallel zu der Protestaktion in München zogen in Berlin Milchbauern vor die CDU-Parteizentrale. 

Neuseeländer mit klaren Wettbewerbsvorteilen in China

Obwohl die chinesische Milchproduktion stetig wächst, wird die Versorgungslücke immer größer. Mussten in den Jahren 2006 bis 2008 noch rund fünf Prozent des chinesischen Inlandbedarfs importiert werden, sind es 2012 bereits mehr als 14 Prozent. Den größten Vorteil von der robusten chinesischen Importnachfrage haben bisher jedoch die Neuseeländer. Für den weltweit größten Exporteur von Milchprodukten ist China der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Im Rahmen eines Freihandelsabkommens sind die chinesischen Importzölle für neuseeländisches Milchpulver sukzessive reduziert worden und sind 2012 nur noch halb so hoch wie für die Wettbewerber aus den USA und aus Europa. 

Prignitzer Bauern protestieren in Berlin - Discount-Milch für die CDU-Zentrale

Zu heute rief der Verband zu einer Protestaktion vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin auf, wo vor dem Eingangsbereich eine Art Mahnmal aus Discounter-Milchpaketen errichtet werden soll.
Gleichzeitig wollen die BDM-Milch-Aktivisten ein Forderungspapier an den Generalsekretär der Bundes-CDU, Hermann Gröhe, übergeben. Die Forderung des BDM: Die Milchquote soll aufrecht erhalten werden. Gleichzeitig fordern die Bauern, dass die Ausweitung der Quote ausgesetzt wird, die den Markt auf die komplette Liberalisierung vorbereiten soll.
Dass die Bauern trotz der hohen Milchmenge am Markt dennoch so viel liefern, liege vor allem daran, dass die meisten Höfe hoch verschuldet sind, sagt Blum: „Um die niedrigen Preise aufzufangen, müssen sie mehr produzieren." Ob die derzeitige Milchkrise wieder zum Milchkrieg wird und ob der Aktion in Berlin weitere folgen werden, kann Blum nicht abschätzen: „Viele Milchbauern geben heute einfach still ihr Geschäft auf, weil sie nicht mehr können."

Milchbauern protestieren wieder

Der morgige Internationale Tag der Milch ist für Manfred Gilch, den Rother Kreisvorsitzenden des Bundes Deutscher Milchviehhalter, alles andere als ein Tag der Freude. Er reist nach München, um mit Mitstreitern bei Ministerpräsident Horst Seehofer gegen den steten Verfall der Milchpreise zu protestieren.
Die Politik müsse in das Marktgeschehen wieder stärker eingreifen, fordert Gilch. Denn wenn sie das nicht tut, dann fürchtet er weiteres Höfesterben und nicht zuletzt negative Folgen für den gesamten ländlichen Raum.

Verband: Milchbauern wegen Niedrigpreisen wieder in roten Zahlen

Aktuell würden die Landwirte weniger als 30 Cent je Liter Milch erhalten, teilte der Sächsische Landesbauernverband am Donnerstag mit. Damit würden in den Betrieben bereits wieder rote Zahlen geschrieben. Der Verband verwies auf die jüngsten Abschlüsse zwischen dem Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien und sprach von einem Skandal. 

Erfolg ist vor allem eine Frage des Milchpreises

Derzeit bekommen Landwirte 30 Cent pro Liter. Schneiders Betriebskosten fressen rund 28 Cent auf. Laut einer Auswertung zu den Milchviehbetrieben in Baden-Württemberg erreicht der Durchschnitt der Betriebe allerdings auch mit 35 Cent pro Litern noch keine Vollkostendeckung, berichtet unterdessen Hans Klaiber, der Leiter des Landwirtschaftsamts im Kreis Rottweil.

Milchpreis: „Das Preistal ist hoffentlich durchschritten“

Jürgen Ströbel: Ich will ganz bewusst nicht von einer Krise sprechen, weil wir den Preis nicht nach unten reden wollen. Wir haben bis vor wenigen Wochen von einer kleinen Delle gesprochen. Mittlerweile ist es mehr als eine Delle, weil die Preise zum Teil bis zum fünf Cent runtergegangen sind. Meine Hoffnung ist, dass jetzt das Tal durchschritten ist und es sich stabilisiert. Im Moment ist der Trend aber noch nicht klar zu erkennen.

Es wird in Europa Jahr für Jahr die Milchquote um ein Prozent erhöht, um den Markt an die Weltmarktsituation zu anzupassen. Muss die Erhöhung angesichts der Lage ausgesetzt werden?

Stöble: Das wird diskutiert. Aber ich bin sicher, dass wir auf deutscher und europäischer Ebene dafür keine Mehrheit bekommen. Ich kenne die Meinung der übrigen Bundesländer – ich war 18 Jahre im Fachausschuss Milch des Deutschen Bauernverbands. Die sind voll auf Produktion ausgerichtet. Ich glaube nicht, dass da eine Mehrheit zu erzielen ist.

"Alles muss passen, sonst tut's weh"

Trotz des Full-Time-Jobs bewege sich sein Gewinn im einstelligen Cent-Bereich. "1980 gab es 80 Pfennige für den Liter Milch, heute umgerechnet 20 Pfennige weniger. Wo ist da die Logik?", fragt sich Drese. Gerade mal 31 Cent bekomme ein Landwirt derzeit für einen Liter Milch mit 3,5 Prozent Fett. m Gegensatz dazu seien die Futter- und Energiekosten exorbitant in die Höhe geschossen. "Hier muss alles passen, sonst tuts weh", stellt Drese pragmatisch fest. Sonst könne es leicht passieren, dass seine ganze Mannschaft einen Monat lang umsonst gearbeitet habe.

Von der Kuh zum Getränk

„Der Milchpreis geht gerade wieder in den Keller und das, obwohl Energie- und Futtermittelpreise steigen", sagt Alsai-Geschäftsführer Detlef Kauert. Schon mal bei 35 Cent eingependelt, erreichte er vor zwei Jahren mit 20 Cent pro Liter einen Tiefpunkt. 
24 Beschäftigte arbeiten bei der Alsai GmbH. Zu DDR-Zeiten waren es über 100, damals gab es noch Schweineproduktion. Seit über 40 Jahren wird in Ahrensdorf Milch produziert.

Stallgeruch in der Bundeshauptstadt

Die Milchbauern sind besorgt. Sie fürchten einen weiteren Verfall der Milchpreise und die Marktliberalisierung, die die Bauern in Existenznot bringt: „Die Politik hat nicht mal bemerkt, dass die deutsche Milchwirtschaft vor die Wand gefahren wird", sagt Blum. Aus dem Teufelskreis „Schulden bedienen, produzieren, Preisverfall, mehr produzieren müssen" kämen die Bauern nicht alleine raus, folgert Blum. Beim Landesbauernverband teilt man die Sorgen nur bedingt. „Es ist richtig, dass die Milchpreise wieder nachgegeben haben, aber von Weltuntergang kann keine Rede sein", sagt Verbandssprecher Holger Brantsch und verweist auf jahrestypische Zyklen. 

Zufriedenes Jahr für Ammerland

Ihren Wachstumskurs konnte die Molkerei Ammerland im vergangenen Jahr unvermindert fortsetzen. Die verarbeitete Milchmenge betrug insgesamt rund 1,16 Mrd. kg. In den einzelnen Produktionsbereichen legte die Frischeproduktion am stärksten zu. Hier konnte 2011 eine Steigerung von über 20 % auf 103.739 t verzeichnet werden. Die Käseproduktion lag bei 94.898 t und die Pulverproduktion bei 24.411 t. In der Butterproduktion konnte ebenfalls eine Steigerung der Produktionsmenge um 8,2 % auf 21.470 t erzielt werden.