Geht es nach der Europäischen Kommission, sollen Landwirte künftig Hilfen aus einem Globalisierungsfond bekommen. Das Parlament ist generell gegen Abkommen zulasten der Landwirtschaft und lehnt als Konsequenz solche Hilfen ab.
Eine Sammlung von Infos und Links zum Thema Agrarpolitik abseits des Mainstream
Sonntag, 11. November 2012
Bauernvertretung forciert Abschaffung der Quote
Scheinbar hat die österreichische Bauernvertretung – wie vom Bezirksbauernkammerobmann Strasser im Interview (Salzburg heute 02.11.2012) dargestellt – mit der Quotenabschaffung längst nicht nur abgeschlossen, sondern treibt diese auch noch voran. Obwohl es nach wie vor vom EU-Parlament keinen festen Beschluss über ein Quotenende gibt, rechnet man hierzulande schon mit der kalten Enteignung der Bäuerinnen und Bauern. Produzieren auf Teufel komm raus, mechanisieren, automatisieren und aufstocken – anders ist das Überleben für die Milcherzeuger bei dem derzeitigen Milchpreis nicht möglich. Den kleinbäuerlichen Strukturen (98%) wird jegliche Daseinsberechtigung entzogen, die regionale Milchproduktion muss, gemäß den Anschauungen der „Bauernvertretung", einer hochtechnisierten Milcherzeugungsindustrie (2%) weichen.
Freitag, 9. November 2012
In Zukunft immer mehr Mega-Ställe
„Fall der Quote ist eine Zäsur", sagt Kreislandwirt Lothar Stinn. Entweder mit dem internationalen Markt wachsen, oder aufgeben. Der Chefredakteur des Branchenblatts „Top Agrar" erklärt, dass die Milchquote bereits jetzt nicht erfüllt werde. „Wir haben eine Untererfüllung von 5,5 Prozent", stellt Alcher fest. Falle das Korsett aus Brüssel weg, werde der Milchstandort Deutschland davon profitieren.
Donnerstag, 8. November 2012
HBV-Vizepräsident Müller fordert Verlängerung der Zuckermarktordnung
Weniger zufrieden äußerte sich der HBV-Vizepräsident dagegen über die Kommissionspläne zur Reform des Zuckermarktes. „Vorschläge der EU-Kommission, die Zuckermarktordnung bereits nach dem Jahr 2015 abzuschaffen, werden vom Berufsstand strikt abgelehnt. Nach der einschneidenden Reform mit gravierenden Preis- und Mengenkürzungen brauchen Rübenanbauer und Fabrik verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen für die notwendigen Investitionsentscheidungen", betonte Müller.
Muh zahlt dreieinhalb Cents mehr je Liter
Kurt Kootz: „Die Mehrzahlung ist keine Wohltat der Fusion, sondern auch alle andere Molkereien haben steigende Erzeugerpreise angekündigt. Der Handel hat nämlich angekündigt, denen bis zu neun Cents mehr zu zahlen. Zu Muh-Zeiten wurden davon sechzig Prozent an die Milchbauern weitergegeben, das wären jetzt normalerweise sechs Cents. Mit anderen Worten: Wir stehen mit der Fusion vergleichsweise schlechter da."
Hochwald zahlt vier Cent mehr aus
Für Oktober wurde ein Milchpreis von 31 Cent/kg und damit eine Erhöhung um vier Cent beschlossen. Allerdings hebt auch Nachbar MUH, die seit Okotber mit Arla Foods fusioniert ist, ihren Preis deutlich an. Daher ist Hochwald unter Zugzwang.
Leistungsfähige Milchbauern am Niederrhein
Wenn 2015 die Milchquote fällt, werde das zwar die Milchmenge erhöhen und damit den Preis drücken, so die Experten der Landwirtschaftskammer NRW bei der Herbsttagung in Hamminkeln. Dank der guten Struktur werden die Milchbauern am Niederrhein davon aber nicht so stark getroffen werden wie zum Beispiel ihre Kollegen in Siegen.
Dienstag, 6. November 2012
Fonterra baut weitere zwei Gross-Milchviehbetriebe in China
Die neuseeländischen Molkerei Fonterra erweitert ihre Milchfarmen-Portefeuille im Reich der Mitte mit zwei weiteren Betrieben. Ziel des Unternehmens ist es, künftig die gesamte Wertschöpfungskette Milch in China abdecken zu können.
Ukraine: Milchproduktion mit Problemen
Etwas mehr als drei Viertel der Milch produzieren hingegen die kleinen Hauswirtschaften, deren Milchqualität in der Regel nicht zur Produktion von höherwertigen Milchprodukten ausreicht. Allerdings werden nur 22 Prozent der gesamten Milch in großen und unter modernen Standards arbeitenden Betrieben erzeugt.
Montag, 5. November 2012
Österreichs Milchbauern droht nach Ende der Quote das Aus
Die Milchproduktion in der EU soll nach dem Ende der Quote bis 2020 um über sechs Prozent steigen, in Österreich sogar um bis zu 25 Prozent. Für viele heimische Landwirte wird die Liberalisierung des Milchmarktes das Aus bedeuten. Schon jetzt sperren in Österreich zwischen 9 und 11 Betriebe täglich zu", rechnet Erna Feldhofer, die Obfrau der IG-Milch vor.
Milchbauern: Höhere Milchpreise "ein Tropfen auf den heißen Stein"
Von den Preissteigerungen um neun Cent je Liter im Kühlregal würden gerade einmal zwei bis drei Cent bei den Erzeugern ankommen, erklärte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Freising am Montag. Dies sei angesichts der zuvor stark gesunkenen Preise und deutlich gestiegener Kosten "ein Tropfen auf den heißen Stein".
Die Milchviehbauern im Sauerland sehen dem EU-weiten Wegfall der Milchquote 2015 gelassen entgegen
Die meisten Betriebe im HSK seien wettbewerbsfähig, sagte Hubert Stratmann von der Landwirtschaftskammer bei der Herbsttagung der Milchviehhalter heute in Eslohe-Reiste.
Freitag, 2. November 2012
Tiefer Graben trennt südbadische Milchbauern
Zwar gehörten den Erzeugergenossenschaften die Anteile der Molkerei, aber die GmbH habe sich "verselbständigt und die Milchbauern haben auf die Vermarktung keinen Einfluss – auch nicht durch Posten im Aufsichtsrat". "Es wäre mehr drin", behauptet das Aufsichtsratsmitglied der Schwarzwaldmilch GmbH.
CH: Käsefreihandel - Erfolgreich für wen?
Der ganze Freihandel wird einseitig auf dem Rücken der Milchproduzenten ausgetragen, wir sind die einzigen, die unter dem Joch der sinkenden Preise leiden. Wenn man die tausenden Tonnen Ramschkäse wegzählen würde, dann wäre der ausgewiesene "Exporterfolg" plötzlich ein Misserfolg. BIG-M ist bestürzt darüber, dass sich eine so renommierte Institution wie das BAKBasel zu einer derart offensichtlichen Täuschung der Öffentlichkeit hergibt. Doch uns zeigt der Vorfall einmal mehr, dass man bei jeder Studie den Auftraggeber und dessen Absichten genauer prüfen muss, um nachher das Resultat richtig zu interpretieren.
Donnerstag, 1. November 2012
China: Milchimporte übertreffen Erwartungen
Nach der aktuellen Einschätzung des in China tätigen Büros des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) wachsen die Importe im nächsten Jahr etwas langsamer. Chinas eigene Milchprodukten ist im Jahr 2012 um knapp 6 Prozent (%) gewachsen und die Zahl der Milchkühe hat sich um 5 % auf etwa 8 Millionen (Mio.) Tiere erhöht.
Mittwoch, 31. Oktober 2012
Allein unter Landwirten
Als André Stinka (Dülmen), neuer Generalsekretär der NRW-SPD, am Montagabend im Landgasthof Egbering in Darup beim Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) zu Gast war, allein unter rund 80 Landwirten, wurde auch leidenschaftlich über Agrarpolitik gestritten, er musste einiges an Kritik einstecken – aber die Atmosphäre blieb entspannt. Spontan wurden in der Versammlung Unterschriften dafür gesammelt, dass ein umweltgerechter Gülleeinsatz von 230 kg N auf Grünland auch weiter möglich sein soll.
Dienstag, 30. Oktober 2012
Dänemark: Abwrackprämie für Schweineställe gefordert
Die Gewerkschaft der dänischen Lebensmittel- und Tabakverarbeitenden Industrie will das Umrüsten alter Schweineställe in moderne Anlagen durch eine Abwrackprämie vorantreiben.
Produktionskosten weltweit durchschnittlich bei 45 US-$ pro 100 kg Milch
Um die Kostenstruktur der Betriebe auszuwerten, wurden 171 typische Betriebe in 61 Regionen aus 51 Ländern analysiert. Über alle Länder hinweg kostete die Produktion einer Dezitonne Milch durchschnittlich 45 US-$. Insbesondere die Futterkosten kletterten um 38% in die Höhe (verdreifacht seit 2006!). In 2012 wird eine weitere Steigerung um 5% erwartet. Insbesondere darum, weil der Milchpreis im vergleichbaren Zeitraum weltweit betrachtet um 24 % gesunken ist.
Die Schlammschlacht hat schon begonnen
Das Vokabular, mit dem der Grünen-Politiker hier auf die CDU-Abgeordneten Holzenkamp, Schindler und Röring losgeht, lässt Abgründe vermuten: Brisante Interessenkonflikte und ein Dickicht aus Filz statt Arbeit für die Wähler unterstellt der Abgeordnete Ostendorff seinen Kollegen. Ein Kommentar von Anselm Richard.
Montag, 29. Oktober 2012
„Strukturwandel bedeutet letztlich Bauernhofsterben“
Niedersachsens Agrarminister Lindemann Gast in Eißeler ABL-Gesprächsrunde
Es konnte keine Einigkeit darüber erzielt werden, ob der Export von Milch und Milchprodukten den heimischen Produzenten eher nützt oder schadet. Lindemann: „Über den Export wird der Binnenmarkt stabilisiert." Johanna Böse: „Exporte, oftmals Überproduktionen, machen uns den Preis und anderen Ländern die Märkte kaputt."
Samstag, 27. Oktober 2012
BDM hat eine Stimme in Berlin
Eine kraftvolle Stimme in Berlin hat jetzt der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). Die hiesige Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler trat dem Verband bei und stellte damit unter Beweis, dass sie die Ziele der Vereinigung unterstützt.
Spanien richtet zusätzliche Zahlungen an Milchbauern aus
Man kalkuliere mit durchschnittlich 1400 Euro pro Betrieb (1700 CHF), entsprechend zwei Zahlungen von jeweils 700 Euro (847 CHF). Für eine Lösung des Problems reiche die Massnahme aber nicht aus. Gebraucht würden vor allem steigende Milchpreise.
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Kroatien: Verhandlungen über höhere Milcherzeugerpreise gescheitert - Milchbauern setzen Boykott fort und drohen mit Grenzblockaden
Die Milchbauern setzen daher ihre seit Wochenbeginn laufenden Proteste fort und liefern auch weiterhin keine Milch an die Molkereien. Zudem drohen sie mit Grenzblockaden, um den Import von Milch zu verhindern.
Expertisen erwarten große Produktionssteigerung nach 2015
FrieslandCampina erwartet deutlich mehr Milch ab 2015/16
Der genossenschaftlich organisierte Molkereikonzern FrieslandCampina geht davon aus, dass nach dem Auslaufen der Milchquote die Milchanlieferungsmenge seiner niederländischen und belgischen Mitglieder in den Jahren 2015 und 2016 um rund 6,5 % steigen wird.th-mann.de
Produktionssteigerung von 35 – 50 % in Irland
Lars Hoelgard, Berater und ehemaliger stellvertretender Direktor Landwirtschaft bei der EU-Kommission, sieht in Irland das „neue Neuseeland". Dort wird ein Anstieg der Milchanlieferung nach 2015 um 35 % erwartet. Noch höher setzt die irische Regierung in ihrem Programmpapier „Food Harvest 2020" die Latte mit einer angestrebten Steigerung der Milchproduktion um 50 %.
Hansano: 20% Wachstum bei Milchaufkommen ab 2015
Vor allem der Wegfall der Milchquote ab 2015 stelle das Unternehmen vor neue Herausforderungen. „Wir erwarten ein Wachstum beim Milchaufkommen von 20 Prozent. Auch dafür müssen wir Absatz schaffen. Wir wollen 100 Prozent der Milch unserer Bauern verkaufen", sagte Remus.
AT: Milchprodukte werden teurer
Derzeit geht es nach oben, aber ab 2015 sorgt Überproduktion für Preisdruck. Die Prognosen gehen davon aus, dass dann die Milchproduktion in der EU bis 2020 um knapp über sechs Prozent steigen wird. In Österreich wird eine Produktionssteigerung bis zu 25 Prozent erwartet. Der Milch-Konsum wird wohl kaum entsprechend steigen. Daher werden die Preise sinken.
kurier.at
bauernzeitung.at
Österreichs Molkereien bereiten sich auf das Ende der Milchquoten vor
Für Österreich rechnet die VÖM bis 2020 mit einer Steigerung um circa 20 bis 25 Prozent auf 3,6 Mio. t Milch. Für die Weltmilchproduktion wird eine Zunahme um 24 Prozent auf 740 Mio. t erwartet. Die Steigerungsrate der EU wird auf 5,8 Prozent geschätzt.bauernzeitung.at
Arla rechnet mit 10 Mrd. kg mehr Milch
Besonders nach 2015 wird die Milchproduktion in Europa steigen. Bis
2020 könnte in der EU bis zu 10 Mrd. kg mehr Milch erzeugt
werden. Dieser Meinung ist Jörg van Loock, Arla Foods Deutschland GmbH
auf der Woche der Erzeuger und Vermarkter, Herrsching.
Dienstag, 23. Oktober 2012
Milchprodukte werden deutlich teurer
Engel wollte sich angesichts der laufenden Verhandlungen mit dem Handel nicht über Preiserhöhungen äußern. Als Chef des Unternehmerverbandes sieht er beste Perspektiven für die Branchen im Ausland. Für die Milchbauern wird sich das dann deutlich beim Milchpreis nach dem 1. November zeigen. Gleichsam sieht Engel aber auch internationale Gefahren und warnt vor Euphorie: Auch wenn es jetzt mit dem Milchpreis hochgeht, der Markt bleibt volatil.
Liter Milch wird wohl bis zu zehn Cent teurer
Preissprung bei der Milch: Laut einem Medienbericht wird der Liter ab November bis zu zehn Cent mehr kosten. Aus Sicht der Milcherzeuger ist allerdings auch das noch zu wenig.
Montag, 22. Oktober 2012
BIG-M: Die Mächtigen im Milchmarkt knebeln die Bauern
Weltweit steigen die Preise für Milchprodukte rasant. Bereits wird in Holland auf dem Spotmarkt für einen Liter Milch 46 Cent bezahlt (ohne MWSt). Nur auf Stufe Produktion spielt dieser Markt nicht: Die Bauern in Holland werden immer noch mit lächerlichen 33 Cent abgespiesen. Bei uns in der Schweiz ist die Situation genau gleich: Den Milchbauern wird immer noch C- Milch für 23,8 Rappen pro Liter abgerechnet. Dabei reissen sich auch bei uns die Verarbeiter um jeden Liter Milch!
Freitag, 19. Oktober 2012
Weltweiter Gewinneinbruch für Milchbauern erwartet
Für das laufende Jahr gehen die Autoren von einem weltweiten Anstieg der Milchproduktionskosten um durchschnittlich 5 % gegenüber 2011 aus. Auf der Erlösseite mussten die Milchbauern von Januar bis August 2012 weltweit im Schnitt dagegen einen Rückgang des Milchpreises um 24 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verkraften.
Deutsche Molkereien selten Global Player am Weltmarkt
Dies bestätigt eine Analyse im Jahrbuch 2012 des Internationalen Farm-Vergleichs-Netzwerkes (IFCN), nach welcher es 2011 lediglich das Deutsche Milchkontor (DMK) und die Müller-Gruppe in das Ranking der globalen Top 20-Unternehmen schafften.
Frankreichs Molkereien geben keine Zusagen
Viele französische Molkereien wollen den Bauern bislang keine Zusage geben, über das Jahr 2015 hinaus die produzierte Milch vollständig abzunehmen und mit marktüblichen Preisen zu vergüten. Roquefeuil und Folgart waren sich einig, dass die weitere Wettbewerbsorientierung des europäischen Milchmarktes der richtige Weg für die Milchbauern in Europa ist.
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