Donnerstag, 30. Oktober 2014

Die Milchrebellen: Mut gegen Macht

Die Milch im Supermarkt wird immer billiger. Für die Milchbauern heißt das: wachse oder weiche! Im letzten Jahrzehnt hat ein Drittel der deutschen Milchbauern aufgeben müssen – gleichzeitig hat die Zahl der Megabetriebe zugenommen. Es ist ein Kampf David gegen Goliath, denn auf die Unterstützung von Bauernverband und Bundesregierung brauchen sie nicht zu hoffen. Die haben sich längst entschieden, dass eine moderne Landwirtschaft nur in Großstrukturen funktionieren kann.

Ein Film von Karin de Miguel-Wessendorf und Valentin Thurn
Redaktion: Angelika Wagner und Andrea Ernst

Montag, 3. November 2014, 20.15 - 21.00 Uhr

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Mit Vollgas in die Milchkrise?

Im kommenden Jahr wird der Markt liberalisiert. Landwirte fürchten, dass das für viele kleinere Betriebe das Aus bedeuten könnte. Schon jetzt sind viele von ihnen am Limit. Aber auch Wachstum ist keine Universallösung. Denn mehr Kühe bedeuten auch immer mehr Arbeit. „Ein Landwirt arbeitet 80 oder 90 Stunden pro Woche, an 365 Tagen im Jahr", sagt Hermann Dempfle. Meist habe er drei oder vier Nebenjobs, um zusätzliches Geld nach Hause zu bringen.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Milchpreis sinkt fast an die Schmerzgrenze

Wenn die Entwicklung so weiter gehe, erreiche man bald die Schmerzgrenze. "Bei 32 Cent wird es kritisch, bei 30 Cent verdienen wir nichts mehr an der Milch. Es gibt seit dem Embargo ein Milchüberangebot, vor allem holländische und französische Milch wird zu Spottpreisen von 22 Cent auf dem deutschen Markt angeboten", erklärt Graf. Damit würden natürlich die einheimischen Lieferanten unter Druck gesetzt.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Arla Foods Upahl erhält Gelder vom Land

Die Molkerei Arla Foods in Upahl (Nordwestmecklenburg) erhält für ihre Erweiterung staatliche Unterstützung. Arla Foods will seine Produktion vor allem im Bio-Bereich erweitern. Das Unternehmen plant in Upahl eine Investition von rund 24 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sicherte für das Vorhaben 4,8 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur zu.

Hochwald: Nur 9,5 Mio. Euro Genussscheine

Hochwald hat sein Ziel verfehlt, über Genussscheine bis zu 25 Mio. Euro Kapital einzusammeln. Wie das Unternehmen in der jüngsten Mitgliederinfo berichtet, hatten Lieferanten und Mitarbeiter bis zum Ende der Zeichnungsfrist Ende Spetember gerade einmal für 9,5 Mio. Euro Genussscheine gezeichnet. Mit der Ausgabe der Genussscheine will Hochwald seine Eigenkapitalbasis stärken, um bessere Finanzierungskonditionen zu erhalten.

Montag, 20. Oktober 2014

Video - EMB News: Milchpreise in Europa - Okt. 2014

Zu viel Milch auf den Märkten lässt die Milchpreise in allen europäischen Ländern sinken.


https://www.youtube.com/watch?v=p_eDj588CrQ&feature=youtu.be

Freitag, 17. Oktober 2014

Die Bauern brauchen einen höheren Milchpreis

Er könne den Ärger der Milchbauern gut verstehen, sagt Bernhard Pointner, der Geschäftsführer der Milchwerke Berchtesgadener Land. »Denn die Bauern brauchen einen höheren Milchpreis! Die Kosten in der Landwirtschaft steigen ständig. Doch wie es in den nächsten Monaten oder im nächsten Jahr mit dem Milchpreis aussieht, da wage er keine Prognose. Besonders der Wegfall der Quote im Frühjahr 2015 sei ein großer Unsicherheitsfaktor.

Lampe-Affäre: Ex-Landvolk-Mitarbeiter vor Gericht

Mehr als zehn (!) Stunden verhandelte die vierte Zivilkammer, ohne am Ende entschieden zu haben, ob der ehemalige Landvolk-Geschäftsführer sowie der ehemalige Buchstellenleiter Sonderzahlungen zu Unrecht erhalten haben und an das Landvolk Grafschaft Diepholz zurückzahlen müssen. Es gebe eine Reihe von Indizien für eine Vergütung von Dienstleistungen, die nicht erbracht worden seien, stellte die Richterin fest – und hoffte, die Hintergründe mit insgesamt acht Zeugen klären zu können. Darunter Lothar Lampe, der aber nicht erschienen war.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Video - Milchpreis sackt deutlich ab

Nach einiger Zeit mit stabilem Milchpreis müssen die rund 9.000 Milchbauern im Land nun wieder mit weniger Geld auskommen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

BDL: Die Milch macht's! Auch ohne Quote!!

"Der Ausstieg aus der Milchquote kommt zur richtigen Zeit", so Matthias Daun. Die deutschen und europäischen Milchbauern seien gut gerüstet. Natürlich seien die fallenden Milchpreise im Moment kein Grund zur Freude. Ganz im Gegenteil. Doch es gebe Licht am Horizont. Er rechne mittelfristig mit einem Anstieg, sagt der BDL-Bundesvorsitzende. Bestätigt wird Daun von den Experten in Brüssel, die in ihrem "Short Term Outlook for dairy" für die zweite Jahreshälfte einen steigenden Milchpreis prognostizieren.
Der BDL hatte sich als einer der ersten landwirtschaftlichen Akteure für die Abschaffung der Quote stark gemacht und schon 2005 den Wegfall der Regelung gefordert. 

Bauern befürchten Milchkrise

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter appelliert an die Landwirte, weniger Milch zu produzieren. Gleichzeitig übt er massive Kritik an Bundespolitikern und Bauernverband und schließt Protestaktionen nicht mehr aus.
Es kann nicht sein, dass wir immer den anderen die Schuld geben. Weder den Chinesen, noch Putin, »der unsere Milch nicht säuft.« Die Molkereien müssten teurer verkaufen. Auf den Handel zu schimpfen, sei zu einfach: »Wir kaufen ja auch ein, wo es am billigsten ist.« Sorgen bereitete Lehmann, dass nach EU-Recht noch für dieses Jahr Kürzungen der Zahlungsansprüche im Rahmen der Betriebsprämienregelung drohen, auch wenn die gestaffelte Kürzung von Direktzahlungen im Rahmen der Modulation wegfalle.

Molkerei macht Live-Befragung zur zukünftigen Produktionsmenge

Die Hohenloher Molkerei eG geht neue Wege. Sie lädt für Mittwoch, 29. Oktober, ihre Mitglieder zu einer Live-Befragung. Ziel am 29. Oktober in der Arena Ilshofen sei die Erhebung von Daten, aus denen sich für die Zeit nach dem Quotensystem Prognosen für die Zukunft der Molkerei und ihrer Milcherzeuger ableiten lassen. 

Freitag, 10. Oktober 2014

So ein Käse: EU hilft den falschen Landwirten

Italien verkaufte 2013 laut der Außenhandelsstatistik nur 7.207 Tonnen oder 0,6 Prozent seines Käses nach Russland. Dennoch verlangten die Italiener Hilfen für 84.120 Tonnen - mehr als die Hälfte des Kontingents für die gesamte EU. Daraufhin schloss die Kommission Ende September das Programm kurzerhand, damit das Geld nicht weiter in falsche Hände fließt. Die bis dahin bereits beantragten Subventionen sollen aber ausgezahlt werden.
Doch die Länder, die tatsächlich in hohem Maße abhängig sind von Käseexporten nach Russland, gehen weitgehend leer aus.

Prognose: 2023 liegt der Milchpreis bei 34 Cent

Eine Prognose des Thünen-Instituts sieht für das Jahr 2023 ohne Quote einen Milchpreis voraus, der in etwa bei 34 Cent pro Kilogramm liegt; bei deutlich steigender Produktion, wenn auch wohl auf weit weniger Milchbauern verteilt. 

17 Prozent weniger Betriebsprämie in 2014

Der Bundesrat wird am Freitag über eine Kürzung der Betriebsprämie 2014 abstimmen. Landwirte sollen dieses Jahr 17,03 Prozent weniger erhalten. Die Länderkammer wird voraussichtlich zustimmen.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Skurriler Protest: Diese Kuh trägt eine Windel

Gmund - Kühe in Windeln – mit dieser skurrilen Aktion wehrt sich der Bauernverband gegen Pläne der EU. Geht es nach der EU-Kommission, ist das Düngen auf Almwiesen mit einer Neigung von mehr als 15 Prozent bald ganz verboten. Die Chancen, dass die Regierung die EU-Forderung nach Düngeverbot an steilen Hängen links liegen lässt, stehen aber gut. Das verriet ein Experte am Rande. 

Montag, 6. Oktober 2014

Margenschutz für US-Milcherzeuger

Milcherzeuger in den USA sollen künftig eine garantierte Gewinnspanne erhalten. Der Agrarausschuss des Repräsentantenhauses diskutiert die marktpolitische Kehrtwende. 

Dienstag, 30. September 2014

Die Milch macht’s nicht mehr

Auch die Politik habe eine Mitschuld, denn die habe in den vergangenen Jahren die Milchbauern geradezu ermutigt, immer größere Ställe zu bauen und damit auch immer mehr Vieh zu halten und folglich immer mehr zu produzieren. Hintergedanke sei wohl gewesen, die Inflation durch niedrige niedrig zu halten. „Wir sind die Inflationsbremse".

Mittwoch, 24. September 2014

Milch-Erzeuger im Erzgebirge fürchten sinkende Einnahmen

Aus Sicht von Werner Bergelt, Geschäftsführer des Regionalbauernverbands Erzgebirge, trage der Russland-Export-Stopp die Hauptschuld an der drohenden Milchpreis-Misere. Die Milchproduzenten im Erzgebirge befürchten eine Abwärtsspirale bei der Preisentwicklung für ihre Erzeugnisse. Schon jetzt lägen die Einnahmen pro Liter Milch teilweise unter einem betriebswirtschaftlich zumutbaren Niveau. "Wenn der Milchpreis um 3 Cent pro Liter sinkt, bedeutet das für uns weniger Einnahmen in Höhe von 210.000 Euro", so Rainer Stauch, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft.

Montag, 22. September 2014

F: Wütende Gemüsebauern fackeln Finanzamt ab

Frankreichs Gemüsebauern sind verzweifelt und wütend. So wütend, dass sie bei einer Protestaktion zwei Verwaltungsgebäude verwüsteten und in Brand setzten. Zuvor luden sie Berge von Kartoffeln ab.

rp-online.de (Bilder)
welt.de

Ausführliche Zusammenfassung:

Bauern haben die Nase voll - fr-online.de

Video



Quelle: leparisien.fr

Sonntag, 21. September 2014

Rosen (DMK) gegen R&R Ice Cream

Gotthard Kirchner verkauft Rosen Eiskrem, den größten Hersteller von Speiseeis, an das Deutsche Milchkontor (DMK) und heuert als Deutschland-Chef bei der britischen R&R Ice Cream an, dem größten Wettbewerber in der Branche.
Der Seitenwechsel kommt für die Bremer Großmolkerei und Kirchners Ex-Unternehmen zu Unzeiten. Derweil berichten Branchenkenner, dass es im DMK-Eisgeschäft nicht rundlaufe und die Sparte defizitär sei. 

Donnerstag, 18. September 2014

Andreas Jung diskutiert mit Milchbauern

Der Abgeordnete stellte sich in Stahringen 18 regionalen Landwirten zur Diskussion über die wirtschaftlichen Bedingungen. Eingeladen hatte der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter (BDM). Die Sorge sei seit Jahren die gleiche, erläuterte die Teamleiterin des BDM, Doris Buhl: Das Milchpreis-Niveau. Die Preise lägen zwar um zehn Cent höher, doch es blieben keine Überschüsse, weil die Kosten gestiegen seien. Trotz hoher Milchpreise seien die Gewinne eher rückläufig. 

Mittwoch, 17. September 2014

Landvolk contra Lampe: Wer riet zur Millionen-Spende?

Eine Million Euro spendete der ehemalige Landvolk-Vorsitzende Lothar Lampe aus dem Vermögen der Landvolk-Dienstleistungsgesellschaft an die Stiftung Deutsche Kulturlandschaft. Handelte er dabei tatsächlich auf Anraten des damaligen, mittlerweile gekündigten Geschäftsführers Wilhelm Bergmann, wie er vor dem Landgericht Verden beteuerte? Strittig sind insgesamt 7,5 Millionen Euro. In dem komplizierten Verfahren um windige Geschäfte mit der Windkraft sind mittlerweile fünf Gerichtsverfahren anhängig – davon zwei vor dem Landgericht Verden. 

Freitag, 12. September 2014

Der Bauer, der Kreml und die Kommission

Seit Anfang August boykottiert die russische Regierung Agrarprodukte aus der Europäischen Union. Bei vielen Landwirten in Europa löst das Existenzängste aus. Einer davon ist Erwin Schöpges aus dem ostbelgischen Amel. "Putin ist doch nicht dumm. Die russische Landwirtschaft liegt am Boden. Die Maßnahmen, die er ergriffen hat, macht er doch auch nur, um die heimische Industrie zu stärken", sagt er im DW-Gespräch.

Montag, 8. September 2014

Neuer EU-Agrarkommissar kommt

Am vergangen Freitag (5.9) übermittelte der künftige Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Liste der designierten Kommissionsmitglieder an Italiens Premier Matteo Renzi als amtierenden EU-Ratspräsidenten. Darin kommt der Name des derzeitigen EU-Agrarkommissars Dr. Dacian Cioloş nicht mehr vor. Stattdessen könnte der frühere irische Umweltminister Phil Hogan den Zuständigkeitsbereich übernehmen. 

Freitag, 5. September 2014

Video - Milchbauern schlagen Alarm

Die Milchpreise sinken, weil weltweit mehr Milch produziert wird als nachgefragt. Hessische Bauern befürchten, dass sich der Verkauf bald nicht mehr rentiert. Schon jetzt decken die Einnahmen nicht alle Kosten. 

Der Markt entwickelt sich „alarmierend“

BDM stellt Forderungen an die Agrarministerkonferenz
Seit Jahresbeginn sei ein Rückgang um mehr als zehn Prozent auf 37 Cent pro Kilogramm Milch (Juli 2014) im Bundesdurchschnitt zu beobachten. Für die kommenden Monate hätten einige Molkereien bereits weitere Preissenkungen angekündigt. „Die aktuelle Situation, die sich schon länger abzeichnet, zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, den Markt genau zu beobachten und anstehende Entscheidungen mit genauem Blick auf das Marktgeschehen zu treffen", erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. „Alarmierend ist die aktuelle Milchmarktentwicklung vor allem auch deshalb, weil das bestehende Sicherheitsnetz für den Fall einer Milchmarktkrise nicht ausreicht und sich die von der EU-Kommission angestoßene Diskussion um die Neugestaltung des Sicherheitsnetzes nun schon fast ein Jahr im Kreis dreht." 

Dienstag, 2. September 2014

Brunner: „Milchmarkt über höhere Interventionspreise wirksam stabilisieren“

Der russische Importstopp für Milch und Milchprodukte erfordert nach Ansicht von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner wirksame Maßnahmen zur Stabilisierung des Milchmarkts. Brunner will deshalb ab Donnerstag bei der Agrarministerkonferenz (AMK) in Potsdam seine Länderkollegen dazu bewegen, gemeinschaftlich nicht nur eine unverzügliche Umsetzung der Brüsseler Vorschläge einzufordern, sondern darüber hinaus auch eine Erhöhung der Interventionspreise bei Milch und Milcherzeugnissen.
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Montag, 1. September 2014

Bauernverband mahnt zu Vorsicht bei Krisenszenarien

Der Deutsche Bauernverband sieht trotz des russischen Importstopps für EU-Produkte vorerst keine bedrohlichen Verwerfungen auf den Agrarmärkten. Es sei in der Tat so, dass sie einen erhöhten Druck auf dem Milchmarkt hätten, sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken der Nachrichtenagentur dpa. Sie seien aber im Moment mit dem Szenario einer großen Krise noch sehr vorsichtig. Gerade bei Milch seien die Weltmärkte nach wie vor aufnahmefähig. 

Arla Foods sieht globalen Milchmarkt unter Druck

Ungeachtet der positiven Halbjahresergebnisse warnte Arla-Finanzvorstand Frederik Lotz vor allzu euphorischen Erwartungen für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014. 
Laut Darstellung des Arla-Vorstandsvorsitzenden Peder Tuborgh sind die etwas schwächeren Aussichten nicht zuletzt die Folge steigender Milchmengen, die man eigentlich erst mit Abschaffung des Milchquotensystems zu Beginn des Jahres 2015 erwartet hatte.