Freitag, 4. September 2015

Milchviehhalter hoffen auf Europa

Vor dem EU-Agrargipfel am kommenden Montag in Brüssel haben sich Milchviehhalter, darunter Vertreter des European Milk Board (EMB) und der Milcherzeuger-Interessengemeinschaft (MIG) am Freitag im Grenzort Rötgen mit EU-Parlamentspräsident Martin Schul getroffen.
Thema bei den Unterredungen war die Milchkrise, die die Landwirte seit Monaten beschäftigt. Die Bauern erhoffen sich von dem Sondergipfel der europäischen Landwirtschaftsminister langfristige Lösungen für den Sektor.

Spanien plant schnelle Hilfe für Milchviehhalter

Höfe, die derzeit nicht kostendeckend produzieren können, sollen einmalig 300 Euro je Kuh erhalten. Die Ministerin gehe davon aus, das landesweit 2.500 bis 3.000 Milchviehhalter diese Zahlung erhalten würden. Detaillierte Angaben zu der beabsichtigten Maßnahme machte sie nicht. Eine Direktbeihilfe, wie sie von Spanien jetzt angestrebt wird, dürfte unter die Brüsseler "De Minimis"- Regel fallen. Demnach darf ein landwirtschaftlicher Betrieb in einem Drei-Jahres-Zeitraum insgesamt maximal 15.000 Euro an Staatsbeihilfen erhalten, ohne dass eine spezielle Genehmigung der EU-Kommission nötig ist. 

EU-Sonderagrarrat berät Hilfspaket für die Milcherzeuger

Auf dem Sonderagrarrat am kommenden Montag in Brüssel werden von der EU-Kommission Hilfsangebote für die Milcherzeuger erwartet. Vorgezogene Direktzahlungen, zusätzliche Exportanstrengungen und direkte Zuwendungen an die am meisten betroffenen Erzeuger aus dem EU-Agrarhaushalt sind mögliche Antworten der EU-Kommission. Der finanzielle Spielraum im EU-Agrarhaushalt ist nicht ganz so eng wie sonst. Der halbtägige Rat beginnt um 14.30 Uhr - das Ende ist für 18 Uhr angesetzt.

„Lange darf es so nicht weitergehen“

In einem Punkt sind sich die Betroffenen allerdings einig: Lange kann es so nicht weitergehen.
Zwei bis drei Prozent weniger Milch produzieren und das rund fünf Monate lang. „Dann würde der Preis schon in eine andere Richtung gehen", prognostiziert Hartmann.  Freiwillig funktioniere so eine Beschränkung allerdings nicht. Es bräuchte schon eine gesetzliche Vorgabe. Von einer neuen Milchquote will Hartmann in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Sein Vorschlag, hinter dem der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) steht: Die Monitoringstelle in Brüssel setzt bei absehbaren Krisen eine Menge fest. Wer sich daran hält, wird finanziell entschädigt. Wer die festgelegte Menge überschreitet, muss eine Strafe bezahlen.


F: 22 000 Höfe vor der Pleite

Mit mehr als 1500 Traktoren haben die französischen Bauern am Donnerstag in Paris demonstriert. Die Regierung reagierte und pumpte weitere Milliarden in die Landwirtschaft. Doch die Agrarkrise dürfte damit nicht überwunden werden.
Trotzdem steht in Frankreich fast ein Zehntel der Höfe kurz vor der Insolvenz. Mindestens 22 000 Höfen drohe das Aus, sagte Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll im Juli. Drei Milliarden Euro fordert der Vorsitzende der größten Bauerngewerkschaft FNSEA, Xavier Beulin, an staatlichen Investitionen, um die französische Landwirtschaft wettbewerbsfähig zu machen. 

Russland und China bilden gemeinsamen Agrarfonds

Laut dem Dokument haben sich die Seiten auf eine gemeinsame Umsetzung von Anlageprojekten im Rahmen des geplanten Fonds auf den Territorien der progressiven sozial-ökonomischen Entwicklung verständigt. Diese Projekte sehen Investitionen in die agrarwirtschaftliche Produktion, den Getreideanbau, seine Verarbeitung, Lagerung und Logistik, sowie die Schaffung einer neuen und die Nutzung der existierenden agrarwirtschaftlichen Infrastruktur vor.


Schlittert der Bauernverband in die Isolierung? - ndr.de

Schleswig-Holstein Magazin
Der Bauernverband befindet sich auf der Suche nach Verbündeten. 
Donnerstag, 03. September 2015, 19:30 bis 20:00 Uhr 

Streit um den Milchpreis - ndr.de

NDR 1 Niedersachsen - 03.09.2015 19:05 -20.00 Uhr 
Bei 26 Cent für einen Liter Milch sind viele Erzeuger am Boden. Soll der Staat helfen, die erzeugte Milchmenge zu begrenzen? Oder wird es der Markt richten?
An der Diskussion beteiligten sich: Landwirtschaftsminister Christian Meyer, Heinz Korte vom Landvolk, Ottmar Ilchmann vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, Hans-Joachim Rambow vom Handelsverband Niedersachsen – Bremen, Hermann Cordes vom Deutschen Milchkontor und Urte Rötz von der Norddeutschen Milcherzeugergemeinschaft.

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Donnerstag, 3. September 2015

Paris verspricht Bauern Millionenhilfen

Die monatelangen Proteste der französischen Bauern zeigen Wirkung: Die Regierung verspricht angesichts sinkender Preise neue Millionenhilfen. Zufrieden sind die Bauern aber nicht.
Der Präsident des Bauernverbandes FNSEA, Xavier Beulin, sagte den Landwirten, die Regierung habe ihre Forderungen "gehört" - wurde dafür aber von vielen Demonstranten ausgebuht und als "Verräter" beschimpft. Viele Bauern hatten unter anderem auf Preisgarantien gehofft.

Wiedereinführung der Milchquote Thema beim EU- Agrarsonderrat

In Kreisen der luxemburgischen EU- Ratspräsidentschaft hieß es am Donnerstag in Brüssel, es werde eine Debatte nicht über Produktionskontrolle, aber über Produktionsmanagement geben. Kurzfristige Maßnahmen wären auch eine "Superabgabe" bei der bisherigen Überlieferung im Milchsektor. Darauf drängte zuletzt Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP). 

F: Die Regierung hat uns verstanden!

Mehr als 5000 französische Bauern legten am Donnerstagmorgen mit ihrem "Konvoi der letzten Chance" den Berufsverkehr auf allen Autobahnen rings um die französische Hauptstadt lahm. Nach tagelangen Vorgesprächen zwischen Bauernverband und Agrarministerium präsentierte Premier Valls ein Hilfspaket, das fast alle Forderungen der Landwirte bediente: Steuer-Stundung, niedrigere Soziallasten, weniger Umweltauflagen - und ein Programm zur Förderung von Investitionen. "Sie haben den Rückhalt der Nation", versicherte Premier Valls den Bauern live im Fernsehen. FNSEA-Präsident Xavier Beulin bestätigte kurz darauf auf der Place de la Nation seinen Mitgliedern: "Die Regierung hat uns verstanden!" Sollte sich dies jedoch ändern, warnte Beulin, "dann kommen wir wieder!"

Milchbauern wollen sich auf den Weg nach Brüssel machen

Hunderte Milchbauern aus Deutschland wollen sich am Wochenende mit ihren Traktoren auf den Weg nach Brüssel machen.  «Wir rechnen mit 300 Schleppern.» In Brüssel wollen die europäischen Agrarminister am Montag (7. September) über die angespannte Lage beraten. Tausende Bauern werden nach Angaben von Verbänden dann zu Protesten in die belgische Hauptstadt kommen. 

Video - Französische Bauern-Kolonnen rollen nach Paris

Gerade haben deutsche Bauern eine lange Protestfahrt von Nord nach Süd mit einer Kundgebung in München abgeschlossen. Nun gehen, oder besser gesagt, fahren ihre französischen Berufskollegen mit Traktoren nach Paris. Der Grund ist derselbe

Frankreichs Bauern ziehen nach Paris - Protestkolonnen auf der Autobahn

Mehrere Traktor-Kolonnen machten sich am Morgen auf den Weg in die Hauptstadt. Am Morgen zählte die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt insgesamt 1038 Traktoren, 49 Busse und 50 andere Fahrzeuge. FNSEA erwartet mehrere Tausend Landwirte mit insgesamt rund 1500 Traktoren.

Mittwoch, 2. September 2015

F: Donnerstag werden Traktoren Paris blockieren

Als Protest gegen den Preisverfall bei bäuerlichen Produkten wollen Landwirte mit 1000 Traktoren die Zufahrten zur französischen Hauptstadt blockieren. Ein Verkehrschaos wird befürchtet. Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll hat bereits für Donnerstag "Ankündigungen" versprochen. Er bekräftigte zugleich, dass die Krise mit einer Überproduktion von Milch und Schweinefleisch in Europa und weltweit zusammenhängt. 

Sollte die Milchquote wieder eingeführt werden?

Hans Foldenauer: Nein, was der EU-Milchmarkt allerdings braucht, ist ein wirkungsvolles EU-Sicherheitsnetz mit Instrumenten, die es ermöglichen, in Krisenfällen zeitlich befristet die Milchanlieferung zu deckeln. 
Deutsche Mittelstands Nachrichten: Was muss Ihrer Meinung nach geändert werden? 
Hans Foldenauer: Das in der Gemeinsamen Marktordnung auf EU-Ebene installierte Sicherheitsnetz für den Milchmarkt muss um Instrumente ergänzt und ausgebaut werden, um in Marktkrisenzeiten eine weitere Ausweitung der Milchproduktion verhindern zu können. Der Bundesverband Deutscher Milchviehalter hat dazu ein Konzept entwickelt. 

Kees de Vries: Milchpreis könnte unter 20 Cent fallen

Alois Gerig und Kees de Vries treffen sich mit Vertretern des Bauernverbandes Anhalt, um über die Lage der Landwirte in der Region zu sprechen. De Vries mag den Bauern da auch keine falschen Hoffnungen machen: „Mit dem Auslaufen der Quote wusste jeder, dass eine große Krise auf uns zukommt. Wir können sie nicht mehr aufhalten", sagt der CDU-Politiker. Möglicherweise werde der Milchpreis bald unter 20 Cent pro Liter fallen. Dennoch sei es richtig gewesen, die Milchquote abzuschaffen, sagt de Vries. Sie habe nicht funktioniert.
De Vries arbeitet nach eigenen Angaben an einem neuen Konzept zur Mengenregulierung in der Milchproduktion. Seine Gedanken dazu habe er bereits zu Papier gebracht. Doch es sei zu früh, um über Einzelheiten zu sprechen, sagt der 60-Jährige. Gerig fügt hinzu, der Milchmarkt brauche „ein Krisenmanagement". 

Milchbäuerinnen campieren vor der Staatskanzlei

Mehrere Milchbäuerinnen haben die Nacht zum Mittwoch trotz stundenlanger Regenfälle in einem Zelt vor der bayerischen Staatskanzlei verbracht. Mit der Mahnwoche wollten die Landwirtinnen Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in der Milchkrise zum Handeln auffordern. 

Seehofer will "ein bisschen" helfen

Die vergangene Nacht haben 18 Milchbäuerinnen vor der Staatskanzei in München campiert. Sie werfen der CSU vor, nichts gegen die sinkenden Milchpreise zu tun. Ministerpräsident Seehofer sagte eine gewisse Hilfe zu. 

Kommt am 7. September 2015 zur EMB-Demo nach Brüssel!

Die große EMB-Demonstration beginnt um 11:00 Uhr am Schuman-Kreisverkehr (rond-point Schuman).
Wir fordern von der EU-Politik eine Kürzung der EU-Milchmenge in Krisenzeiten! Keine Subventionen, sondern kostendeckende Milchpreise!


Medienecho zur Staffelfahrt

Sehen Sie hier eine Auswahl an Videobeiträgen und Zeitungsartikeln


Arla erwartet Anfang 2016 das Ende der Depression am Milchmarkt

Peter Tuborgh, CEO bei Arla, erwartet, dass China der weltweit größte Importeur von Vollmilchpulver, mit Beginn des nächsten Jahres wieder mehr Milchprodukte importieren muss, da dann die Vorräte im Land erschöpft sein werden. Tuborgh ist aber nicht allzu besorgt, denn die Produktion in Europa ist seit dem Ende des Quotensystems nur um 1 bis 2 % gewachsen. Der Arla-Chef erwartet in den kommenden Jahren eine weltweite Steigerung der Milchnachfrage um 2 bis 3 %, angetrieben durch den weltweit steigenden Wohlstand in Schwellenländern. 

Eiszeit beim Milchkontor

Die aktuelle Krise auf dem Milchmarkt hinterlässt auch Spuren beim Deutschen Milchkontor (DMK). So sehr, dass das Unternehmen ein millionenschweres Sparprogramm gestartet hat.
Zwar haben auch andere Molkereien wie etwa Friesland-Campina und Arla in den vergangenen Monaten das Milchgeld für ihre Bauern deutlich gesenkt, zuletzt zahlten sie jedoch immer noch einige Cent mehr als das DMK. Vergangene Woche erst gab Friesland-Campina bekannt, seinen Landwirten zusätzliche zwei Cent pro Kilo Milch als Zwischenausschüttung zu geben.
Ein Dämpfer dürfte jedoch die jüngste Ankündigung des Discounters Lidl sein. An der Strategie für die eigene Eiscreme-Produktion wolle man trotz der Absage von Lidl festhalten. Bevor Projekt „Nordpol" bekannt wurde, wurde bei Lidl auch die Übernahme eines DMK-Eiscremewerks diskutiert.

Dienstag, 1. September 2015

Tausende Bauern protestieren gegen niedrige Milchpreise

Milchbauern aus Bayern und anderen Regionen Deutschlands haben sich zu einer Großkundgebung in München versammelt. Mit Hunderten Traktoren sind sie in die Innenstadt gefahren. Die Aktion ist der Abschluss einer bundesweiten Sternfahrt.

Bauernbund: Exportchancen sind gravierende Fehleinschätzung

„Die von Bundesregierung und Bauernverband immer wieder bemühten Exportchancen bis nach China haben sich als gravierende Fehleinschätzung erwiesen", befand der Bauernbund Brandenburg am Freitag. Enorme Investitionen, hohe Schulden, niedrige Preise – die Landwirte stecken in der Klemme. „Den Kollegen geht jetzt wirklich der Hintern auf Grundeis", sagt Häusling, der nach 30 Jahren im Geschäft schon manche Krise erlebt hat.

Auf Milchbauernhöfen brennt es lichterloh"

Tausenden Betrieben droht in der Krise das Aus. Auf dem Schreibtisch von Bernhard Pointner stapeln sich die Bewerbungen. Über 800 Landwirte wollen einen Vertrag schließen mit dem Geschäftsführer der Milchwerke Berchtesgadener Land. Einen Milchliefervertrag. Denn die Molkerei aus dem Dörfchen Piding, gelegen am Alpenrand, rund eine Autostunde südöstlich von München, zahlt ihren Bauern 38 Cent pro Kilogramm Rohmilch – und damit fast zehn Cent mehr als in Deutschland aktuell üblich. Mit ihrer Preispolitik sind die Milchwerke Berchtesgadener Land derzeit die große Ausnahme im deutschen Milchmarkt. 

Arla will mehr Marktanteile in Westafrika

Der schwedisch-dänische Lebensmittelhersteller Arla will seine Marktanteile in der Region Subsahara-Afrika ausbauen. Hier will Arla bis zum Jahr 2020 seinen jährlichen Umsatz von etwa 90 Millionen Euro auf etwa 460 Millionen Euro steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen anfänglich hauptsächlich Milchpulver und Milch verkauft werden, da die schnell wachsende Mittelschicht in den Großstädten und deren Umland einen besonders hohen Bedarf für diese Produkte verzeichnet. 

Milch in Belgien könnte teurer werden

Nach einer Einigung in Belgien auf Nothilfen für Bauern dürfte sich Milch in den Geschäften des Landes verteuern. Die Bevölkerung sei solidarisch mit den Landwirten, sagte Agrarminister Willy Borsus am Montag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga. Er nannte den Kompromiss historisch. Das belgische Programm läuft über die nächsten sechs Monate. Pro Liter Milch sollen für Bauern etwa 2,7 Cent mehr fließen. Für Milcherzeuger sollen insgesamt 46 Millionen Euro zusammenkommen, für Schweinefleischerzeuger 30 Millionen Euro.


Schmidt lehnt Eingriff am Milchmarkt ab

Berlin. (dpa) Frankreich will eine kurzfristige Intervention, um den europäischen Milchmarkt zu stabilisieren. Landwirtschaftsminister Schmidt befürchtet, dass ein Eingreifen beim Preis zulasten der deutschen Milchbauern geht. Da die Produktionskosten in Europa unterschiedlich sind, könnte ein aus Sicht der deutschen Erzeuger zu geringer Interventionspreis die Produktion in anderen Ländern ankurbeln, während sie in Deutschland stagniere. Dies würde wiederum zu einem Preisverfall führen. 

Uneinigkeit bei Vorgehen gegen Milchpreisverfall

Frankreich will deshalb eine kurzfristige Intervention, um den europäischen Milchmarkt zu stabilisieren. Belgien hat inzwischen bereits reagiert. Schmidt rechnet mit einer befristeten Krise. „Zurück zu einer staatlich regulierten Produktion wollen wir nicht."