25 Traktoren flankierten auf dem Marktplatz die Demo, an der rund 150 Landwirte und ihre Familien aus den Kreisen Alb-Donau, Ostalb und Reutlingen teilnahmen sowie Funktionäre des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) und Politiker. "Wir brauchen wieder Marktrahmenbedingungen", forderte der BDM-Landesvorsitzende und Unterweiler Landwirt Karl-Eugen Kühnle vor dem Hintergrund, dass vor Kurzem die Milchquotenregelung abgeschafft wurde. Aber selbst bei den großen Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern, die daraufhin auf bis zu 2000 Kühe aufgestockt hätten, werde es jetzt eng.
Eine Sammlung von Infos und Links zum Thema Agrarpolitik abseits des Mainstream
Donnerstag, 4. Juni 2015
Bei den Milcherzeugern brennt's
Die Milchviehhalter stehen vor brennenden Problemen. Ihre schwierige Situation brachten sie am Sonntagabend symbolisch zum Ausdruck. Auf dem Gelände der Firma Schottenheim Landtechnik in Pfreimd trafen sich Funktionäre des BDM aus dem Landkreis mit Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und mit Verbrauchern, um über den stark gesunkenen Milchpreis und die Konsequenzen zu diskutieren.
Mahnfeuer für den Milchpreis
BDM spricht von einer Krise. Was die Erzeuger fordern
Zum Tag der Milch hatte der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) Donau-Ries/Dillingen auf den Betrieb Sporer und Sohn nach Lauingen eingeladen und ein Mahnfeuer entzündet. Zahlreiche Milcherzeuger und Interessierte haben sich ausgetauscht und informiert.
Bauern kritisieren: Milchpreis zu niedrig
Auf dem Hof von Konrad Onneken in Großefehn machten etwa 60 Landwirte am Montagabend auf die aktuelle Milchmarkt-Krise aufmerksam. Mit Mahnfeuern wiesen Mitgliedsbetriebe des Bundes Deutscher Milchviehhalter auf das aktuelle Problem hin: In den vergangenen zwölf Monaten ist der Milchpreis um etwa 30 Prozent gefallen.
Mit dem Schlepper zur Demo nach Ulm
So machte sich eine 25-köpfige Delegation von Landwirten aus dem Landkreis Reutlingen mit ihren Schleppern auf den Weg in die Münstergemeinde. „Wir Bauern brauchen für unsere Milch einen fairen Preis" erklärt Heideker, denn seit es die Milchquote nicht mehr gibt, purzelt der Milchpreis. „Mit 30 Cent für den Liter können wir nicht wirtschaften", so Heideker.
Milchbauern beklagen ruinösen Milchpreis
Fast 100 Menschen waren auf der Anhöhe an der Landkreisgrenze bei Guttenhofen mit wunderschönem Bayerwaldpanorama zusammengekommen um ihre Verbundenheit zu demonstrieren. "Bei einem Preis von 29,5 Cent pro Liter und Vollkosten von 45 Cent muss man sich einfach rühren", argumtentierte der Kreisvorsitzende. Da werden die Betriebskosten nicht mehr gedeckt und Betriebe in den Ruin getrieben. Für ihn seien die Molkereien mit schuld, die sich gegenseitig unterbieten und die Politik, die es in der Hand hätte aber immer argumentiere, sie könne nichts machen.
Milchpreis: Ungebremst abwärts?
Die schlechteren Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Butter und Magermilchpulver haben den Rohmilchpreis unter 25 Cent gedrückt. Auch auf dem internationalen Milchmarkt sieht es derzeit nicht gut aus. Wie aus Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß nach Abzug der Erfassungskosten von 1,4 Cent im Mai nur noch bei 24,9 Cent und damit auf einem neuen Jahrestiefstand.
Milchpreis-Rückgang: 12,3 Mio. Euro Wertverlust
100 Milchviehhalter beim Mahnfeuer zum "Tag der Milch" in Kleinlüder. "Noch immer sind die Milchviehhalter „Restgeldempfänger", so Jestädt, denn in keiner anderen Branche bemesse sich der Preis des Rohstoffs nachträglich nach der Vermarktungsmöglichkeit des Verarbeiters. Scharf kritisierte er auch die Verbände der Molkereiwirtschaft und der Bauernverbände. Sie hätten in schöner Einigkeit ein ausschließlich positives Bild der Zukunft gezeichnet und vor dem Quotenende alles ausgeblendet, was nicht in dieses Bild passe.
Dienstag, 2. Juni 2015
Bauernverband fordert wegen gesunkener Milchpreise Hilfe aus Brüssel
Angesichts der deutlich gesunkenen Milchpreise fordert der Deutsche Bauernverband Unterstützung von der EU-Kommission. "Die Belastungsgrenze für die Milcherzeuger ist längst erreicht", sagte der Generalsekretär des Bauernverbands, Bernhard Krüsken. "Wenn sich nichts ändert, wird der Preisverfall den Strukturwandel anheizen, so dass viele Betriebe aufgeben müssen."
Bei den Milchbauern brennt es lichterloh
Erzeuger klagen mit Mahnfeuern über Verluste. Ihr Verband fordert neue Regeln, um Überschussmengen zu vermeiden. Nun befinde man sich bereits in der dritten Milchkrise innerhalb von sechs Jahren. Der BDM fordert die zuständigen Agrarminister, den Bauernverband und die Molkereiwirtschaft dazu auf, den Widerstand gegen dieses Konzept aufzugeben und sich gemeinsam, konstruktiv um eine Problemlösung zu bemühen.
Montag, 1. Juni 2015
Milchbauern im Norden leiden
"Wir haben im April 14.000 Euro weniger Milchgeld gehabt als im Vorjahr. Das ist für einen Familienbetrieb schon eine ganz schöne Hausnummer", sagt Schwarting. Jetzt sei der Tiefpunkt erreicht. "Die Milchpreisentwicklung trifft vor allem die Betriebe, die sich weiterentwickelt und investiert haben", erläutert Foldenauer. Tilgung und Zinsen für neue Ställe oder angeschaffte Maschinen bereiteten den Familienbetrieben nun schwere Stunden. Zwar seien die Jahre 2012 und 2013 gut gewesen, aber damit habe man nur die größten Schulden aus dem vorangegangenen Preistief abbezahlen können. "Große Rücklagen konnte man da nicht bilden", sagt Foldenauer.
"Eiszeit" in der Milchzentrale
Die Naabtaler Milchwerke stellen Ende 2015 die Milch-Verarbeitung in Weiden ein. Zugleich wächst ein anderer Betriebszweig, nämlich die Milchunion Frischdienst im Gewerbegebiet Am Forst gewaltig auf. Im Spätherbst stehen wichtige Investitionen an, die eine mittlere siebenstellige Summe erreichen: So entsteht eine neue, 2500 Quadratmeter messende Tiefkühlhalle. Wir sehen uns gerüstet und wettbewerbsfähig: nicht als Preis-, sondern als Qualitäts- und Innovationsführer." Die Produkte der Privatmolkerei Bechtel sind übrigens in 27 Staaten in Europa vertreten. "Unsere Exportquote liegt bei 50 Prozent."
Rhöner Milchbauern fordern faire Preise
Zum Tag der Milch am 1. Juni haben am Sonntag deutschlandweit Milchbauern auf ihre Probleme hingewiesen. In Bad Kissingen fand eine Mahnwache statt. Der BDM-Kreisverband hielt an der Ecke Ludwig- und Untere Marktstraße eine Mahnwache ab. "Wir wollen informieren und bei den Leuten ein Bewusstsein schaffen, dass vieles im Argen liegt", sagt der stellvertretende BDM-Kreisvorsitzende Alfred Greubel. Mit einem Traktor, Transparenten und einer Kuh sicherten sie sich die Aufmerksamkeit der Passanten.
Mahnfeuer für fairen Milchpreis
Die Worte sind deutlich. „Wir Milchviehhalter haben brennende Probleme, die es zu lösen gilt", so die Kreisvorsitzende des Bundes Deutscher Milchviehhalter, Kornelia Hartmann. Rund 30 Landwirte aus dem Landkreis waren heute Abend nach Schnabelwaid gekommen, um mit einem Mahnfeuer auf weiter sinkende Milchpreise und deren Ursachen aufmerksam zu machen. „Wir kämpfen für unser eigenes Marktkrisenmanagementkonzept", so Hartmann. In der Milchbranche habe man sich mit positiven Zukunftsprognosen überschlagen.
Landwirte aus Leidenschaft
Die Landwirte auf dem Hof von Wolfgang Haberkorn sind sich einig. "Es ist zuviel Milch auf dem Markt. Und das muss sich ändern". Freilich ist den Bauern aber auch klar, dass die Molkereien daran kaum Interesse haben. Deshalb wollen die Milchviehhalter heute beim "Tag der Milch" mit verschiedenen Aktionen versuchen, die brennenden Probleme lösen zu helfen.
"Weniger Milch auf dem Markt ist gleichbedeutend mit stärkeren und stabileren Preisen." Die aktuelle Marktsituation stimmt die Landwirte keinesfalls zufrieden. 31 Cent pro Liter gibt's derzeit, wobei die Tendenz eher nach unten geht.
AbL: Zum Tag der Milch braucht‘s weniger Milch
Die Forderungen des Bauernverbandes Schleswig-Holstein nach Erhöhung der staatlichen Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver, nach staatlichen Liquiditätsfördermitteln und Bürgschaften sowie nach staatlichen Maßnahmen zur Erhöhung der Exporte lehnt die AbL ab. „Der Bauernverband jammert über die Krise, die er selbst herbeigeführt hat. Er hat dafür gesorgt, dass die Bundesregierung bei der jüngsten EU-Agrarreform die Einführung von kurzfristigen Instrumenten gegen Marktkrisen verhindert hat. Nun ruft er nach dem Staat, und wieder helfen seine Vorschläge nicht den Bauern, sondern allein den exportorientierten Molkereien", so Ilchmann. Damit disqualifiziere sich der Bauernverband einmal mehr als Interessenvertretung der Milchbauern.
Freitag, 29. Mai 2015
Molkerei Ammerland sieht sich gerüstet
Zu schaffen machten der Molkerei die fallenden Milchauszahlungspreise. Neben der starken Überlieferung der Quote hätten vor allem der Wegfall des russischen Marktes durch die EU-Sanktionen sowie eine verringerte Nachfrage aus China den Milchmarkt unter Druck gesetzt. Auch 2015 werde ein herausforderndes Jahr, weil die Preise „für viele Landwirte inzwischen nicht mehr kostendeckend" seien, warnte die Molkerei.
Aldi brüstet sich mit regionaler Bauernmilch
Ausgerechnet der Discounter Aldi will künftig Milch vom Bauern aus der Region verkaufen. Verpflichtet der Discounter Lieferanten zu Standards, gewinnt er auch Kontrolle über diese. Aldi Süd schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Es erhält ein besseres Image und nimmt Lieferanten an die kurze Leine. Die Konzerne, die Standards setzen, gewinnen an Macht - so wie es auch Nestlé, Mars, Mondelez oder Ferrero handhaben.
DLG: Mit Quote war das Tal noch tiefer
Nach jedem Tal kommt ein Berg, sicher eine Binsenweisheit. Und hier sei es nochmals betont: eine Rückkehr zur Milchquotenregelung ist keine Alternative, oder hat uns das geholfen, als wir uns vor 6 Jahren in einem noch tieferen Preistal befanden?
Wo jeden Tag 170.000 Liter Milch fließen
Sorgenkind ist zurzeit der Milchpreis. Das Aus der Milchquote als Grund dafür zu sehen, sei zu einfach. „Der weltweite Milchmarkt ist derzeit schwierig, der Preisdruck hoch. Das Ende der Milchquote bringt für Vorarlberg Milch aber keine neue Situation. Durch die Liberalisierung des Milchmarktes will man nun aber vermehrt die Chancen im Ausland nutzen. Schon jetzt liegt der Exportanteil bei 28 Prozent. Raimund Wachter sieht neben dem Hauptabsatzmarkt Deutschland sowie den Beneluxländern vor allem Potenzial in Skandinavien.
Donnerstag, 28. Mai 2015
EU-Prämien stehen wieder im Netz
Ab heute sind die EU-Agrarzahlungen für alle Betriebe wieder im Internet einsehbar. Bislang hat Deutschland nur alle juristischen Personen veröffentlicht. Nun werden auch alle natürlichen Personen aufgeführt, die Förderungen von der EU erhalten haben.
Saarländische Milchbauern in großer Sorge
Saarländische Milchviehhalter beklagen das Preisdiktat der Molkereien und fordern neue Regeln für den Milchmarkt. Immer mehr saarländische Milchbauern fürchten um ihre Existenz. „Uns läuft die Zeit weg", warnt Landwirt Joachim Boesen, Landesvorsitzender im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter. Die Strategie des Deutschen Bauernverbandes, „Wachsen oder Weichen", die dieser seit Jahrzehnten verfolge, sei nicht zielführend.
Mittwoch, 27. Mai 2015
Milch im Überfluss, aber Bio-Milch ist knapp
Nach dem Auslaufen der Milchquote Ende April stehen Produzenten und Verarbeiter unter Druck: Europaweit wird mehr Milch produziert, die Nachfrage ist jedoch - auch wegen des andauernden Embargos von Russland - nicht gestiegen.
Im Gegensatz dazu bekommen Bio-Bauern zunehmend mehr Milchgeld. Zwei große österreichische Molkereien haben laut Petschar im ersten Quartal den Biozuschlag auf den Bauernmilchpreis erhöht, damit geht die Schere zum Preis für Milch aus konventioneller Produktion auf.
Dienstag, 19. Mai 2015
BBV beurteilt aktuelle Milchmenge als "an den Markt angepasst"
"Die deutschen Molkereien waren bis in den März hinein zuversichtlich, was die Entwicklung des Milchmarktes angeht", sagt Seufferlein. Ihm zufolge ist es den Molkereien bei den Vertragsverhandlungen für Käseprodukten, Milch, Sahne und andere Produkte nicht gelungen,
die an den Markt angepasste Milchmenge aufzunehmen und im Sinne der Milcherzeuger zu vermarkten.
die an den Markt angepasste Milchmenge aufzunehmen und im Sinne der Milcherzeuger zu vermarkten.
Schmidt attestiert Milchmarkt Stabilität
Die Zeiten von Butterbergen und Milchseen seien vorbei. Erfolgreich sei heute, wer sich die Frage stelle "Was produziere ich für wen?" Aus Sicht des Ministers zeigt sich die Milchwirtschaft nach dem Übergang von der Milchquoten-Regelung auf den freien Markt auch langfristig als stabil. Man müsse den Wettbewerb annehmen.
Milchbauern stellen Politik zur Rede
Heiner Rickers, agrarpolitischen Sprecher der Landes-CDU, wies darauf hin, dass der freie Markt bei der Milchproduktion gewollt sei. „Wer gut aufgestellt ist und investiert hat, ist besser dran als die Milchbauern, die sich nicht auf Veränderungen eingestellt haben." Dem widersprach Wosnitza vehement. In der Realität würde aus „wachsen oder weichen" häufig „wachsen und weichen".
Stippvisite auf der Kuhweide
Fraktionsvorsitzender der Grünen sucht Lösung für Preissenkungsschlacht bei den Milchbauern
Freitag, 15. Mai 2015
Wie Milchseen überlaufen und Butterberge wachsen
Gegenwärtig mache das russische Einfuhrverbot für Agrarprodukte aus der EU den heimischen Milchbauern ebenso zu schaffen wie der Umstand, dass China sich zunehmend unabhängiger mache von Milchimporten. Neuseeland als weltweit größter Erzeuger und Exporteur spiele außerdem eine wesentliche Rolle auf dem Weltmarkt. Spürbaren Einfluss übten aber auch Börsenspekulanten aus, die mit ihren Leerverkäufen auf fallende Preise setzen.
Donnerstag, 14. Mai 2015
Milchmarkt: Auch Copa-Cogeca warnen vor dramatischer Lage
Die Produzentenpreise lägen unter den Erzeugungskosten und es müsse dringend etwas geschehen, unterstrichen die Organisationen am Mittwoch laut Medienmitteilung an einem Treffen mit der EU-Kommission. Die Organisationen gehen davon aus, dass manche Landwirte aufgeben werden, wenn nichts unternommen wird.
Bayern: Milcherzeuger organisieren sich neu
In Bayern gibt es Änderungen bei der Interessensvertretung der Milcherzeuger und Erzeugergemeinschaften. Nach einem Beschluss der VMB-Mitgliederversammlung am 13. Mai 2015 sollen die sieben Vorstände der Vereinigung der Milcherzeugergemeinschaften (MEG) bis 2017 im VMB als Delegierte mit Stimmrecht vertreten sein. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Vereinigung der MEGs auflösen sollte.
Dienstag, 5. Mai 2015
Der Milchpreis sinkt weiter
„Quotenende – verpasste Chancen" war das Thema der BDM-Kreisversammlung im Gasthof Eibenwald. „Ein Einstieg in den Wahnsinn" sei, „was die Franzosen machen." Dort würden Molkereien die Bedingungen diktieren und für Milch, die über die vereinbarte Menge hinaus geliefert werde, nur fünf Cent zahlen und damit „den Markt unter Druck setzen". „Die Zukunft wird spannend", so Schaber, „aber nicht zu unseren Gunsten." Deshalb fordere der BDM, mit einer flexiblen Mengensteuerung auf Veränderungen in der Marktlage zu reagieren, um einen Preisverfall zu verhindern.
Abonnieren
Posts (Atom)