Mittwoch, 13. April 2016

Viel Protest bei Agrarkonferenz - Polizei warnt vor Behinderungen in der Seenplatte

Autofahrer müssen am Donnerstag an der Mecklenburgischen Seenplatte wegen Demonstrationen im Umfeld der Agrarministerkonferenz mit größeren Staus rechnen. Grund sind inzwischen vier größere Kundgebungen in Göhren-Lebbin, wie die Versammlungsbehörde des Landkreises und die Polizei am Mittwoch erklärten. Ein Hauptthema der Agrarministerkonferenz, zu der am Donnerstag auch der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erwartet wird, sollen die Probleme der Milchbauern sein. Beschlüsse sollen erst am Freitag gefasst werden.

Video: Melken für den Weltmarkt - Milchexporte und ihre Folgen

Bauernverband und Bundesregierung haben nach dem Ende der Milchquote auf den Weltmarkt gesetzt. Nach einem Jahr ziehen viele jetzt eine katastrophale Bilanz – immer mehr Betriebe stehen vor dem finanziellen Ruin.


Milchschwemme ertränkt Landwirte

Heute beginnt im Hotel Fleesensee Göhren-Lebbin die Agrarministerkonferenz des Bundes und der Länder. Bauernverband und Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) in der hiesigen Region stehen Schulter an Schulter. Den meisten Milchbauern steht das Wasser bis zum Hals. Das Deutsche Milchkontor, die größte deutsche Molkerei, hat bereits angekündigt, dass der Milcherzeugerpreis, der gegenwärtig bei 23 Cent liegt, im Juni auf 21 Cent sinken wird. Helge Dieckmann vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter sieht die Lage sehr ernst. Fachleute schätzen, dass gegenwärtig 1500 Euro pro Kuh im Jahr an Verlusten eingefahren werden. 

Tüchener Bauer muss Milchkühe verkaufen

Nach mehr als 25 Jahren in der Milchviehhaltung muss Landwirt Peter Schröder aus Tüchen (Gemeinde Groß Pankow) die Notbremse treten: „Der Milchpreis ist einfach zu niedrig, wie mussten die Reißleine ziehen". 21 Cent gab es zuletzt noch für den Liter Milch. Bei weitem zu wenig, um damit die Kosten zu decken, von Gewinnen ganz zu schweigen. Die niedrigen Milchpreise sind nach Ansicht des Tücheners, der außerdem noch Ortsvorsteher seines Dorfes ist, vor allem eine Folge des Überangebotes. „Als die Milchquote angeschafft wurde, haben viele gejubelt Aber es war doch klar, dass viel mehr Milch auf den Markt gelangt, für die es aber nicht mehr Abnehmer gibt."

Dienstag, 12. April 2016

Milch aus Hessen für die Welt?

AGRAR Grüner EU-Abgeordneter Martin Häusling warnt vor Export um jeden Preis

Gibt es einen Trend zu immer größeren Betrieben?

Die Betriebsgröße ist nicht entscheidend. Bei 25 Cent pro Liter Milch kann ich auch mit 300 Kühen nichts verdienen. Entscheidend ist die Wertschöpfung. Bei einer mehr handwerklichen, regionalen Verarbeitung ist die Wertschöpfung, auch für den ländlichen Raum, doppelt so hoch.

Die Agrarpolitik ist immer im Gerede: Zu wenig Gewinn für die Bauern, Überproduktion, zu viel Chemie. Was ist das drängendste Problem?

Es gibt eine große ideologische Auseinandersetzung. Die Agrarpolitik ist am Weltmarkt ausgerichtet worden, und die Bauern haben mitgemacht. Es ging um Billigproduktion und Marktführerschaft im Export nach China und Russland. Diese Seifenblasen sind geplatzt. Es wartet auf dem Weltmarkt keiner auf hessische Milch!

Montag, 11. April 2016

Arla stärkt die Milchwerke

„Wir sind froh darüber einen Interessenten gefunden zu haben, der den Standort Kißlegg mit der Absicht erworben hat, dort auch weiterhin Käse zu produzieren", sagt Winfried Meier, der für Arlas Geschäfte in Deutschland verantwortlich zeichnet. Die Milch, die bisher in Kißlegg verarbeitet wurde, sowie die insgesamt leicht gestiegenen Milchmengen der Arla Lieferanten im Allgäu, werden jetzt an den Standorten Bad Wörishofen, Sonthofen und Wertach verarbeitet. Damit komme Arla seinem Ziel, die Auslastung der Werke voranzubringen, näher. Die Wiederbelebung der Regionalmarke Allgäuland laufe aktuell nach Plan, sagt van Loock. 

Sonntag, 10. April 2016

Sinkender Milchpreis: Bauern vor dem Ende

Es brennt auf den Höfen. Feuer ist das nicht, natürlich. Wenn Manfred Gilch von einem Brand auf den Bauernhöfen spricht, meint er es symbolisch. Und doch umschreibt es das, was in der Landwirtschaft passiert, am besten. Inzwischen spitzt sich die Situation dramatisch zu. Viele Bauern stehen vor dem Ende.

Backhaus bezieht Stellung zur Demo vor Ministerium und verkündet Soforthilfen

„Aus meiner Sicht ist die Krise auf dem Milch- aber auch auf dem Schweinemarkt die Größte seit der politischen Wende. Die Situation gibt Anlass zu allergrößter Besorgnis – das habe ich im Rahmen meiner Besuche in landwirtschaftlichen Betrieben und auf Versammlungen der Bauernverbände immer wieder eindringlich betont. Dass es wirklich ums Ganze geht, gilt auch deshalb, weil wir die Talsohle beim Milchpreis wohl noch nicht ganz erreicht haben. In enger Absprache mit dem Finanzministerium, Banken und dem Bauernverband wurden nun auch die Konditionen für Landesbürgschaften noch attraktiver gestaltet. „Mit dem Flächenrückkaufprogramm machen wir Landwirten mit Liquiditätsproblemen schon seit vielen Jahren ein Angebot, sich durch Verkauf und Rückkauf pfandfreier Flächen kurzfristig Liquidität zu sichern. Wer den hiesigen Bauern am Tag der Wahl ihrer neuen Verbandsspitze und am Tag ihrer 25jährigen Bestandsfeier die Bühne nimmt, der scheint in erster Linie an sich selbst zu denken, nicht an die Landwirte. Es sind die Leistungen des Bauernverbandes, die heute im Mittelpunkt stehen sollten, denn sie haben maßgeblich zur positiven Entwicklung der Landwirtschaft hier bei uns im Land beigetragen. 

Christian Schmidt: "Es ist einfach zu viel Milch auf dem Markt"

Im Moment liegen die Risi­ken, die den Milchpreis und die Ko­sten betreffen, alleine beim Erzeuger. Da müssen wir etwas ändern. Der Bauer als Erzeuger muss in der Wert­schöpfungskette bessergestellt wer­den. Das geht auch über eine Ver­schärfung des Verbotes von Verkäu­fen unter dem Einstandspreis. Lang­fristig sprechen die wachsende Welt­bevölkerung und neue kaufkräftige Märkte aber schon für eine Entspan­nung der Marktlage. Deswegen wür­de ich aktuell dringend empfehlen, mit großen Investitionen vorsichtig zu sein. Man muss einfach sagen: den Milchbauern geht es gerade echt schlecht. Keine Frage. Wir alle dür­fen aber bitte nicht glauben, dass der Staat alles zum Guten wenden kann. Der Markt muss funktionieren.

Landwirte fürchten ihren Ruin

„Freie Marktwirtschaft ist ja gut und schön; aber auch im Straßenverkehr – beispielsweise – müssen gewisse Regeln beachtet werden, damit nicht alles drunter und drüber geht." Der BDM habe hierzu ein „Krisenmanagement" entwickelt, das kein dauerhaftes Programm darstellen, sondern lediglich für den Zeitraum einer akuten Krise genutzt werden soll. Auch Willi Billau ließ Sympathie für das Konzept erkennen. Zwar gebe es in seinem Verband einzelne Landwirte, die mit der momentanen Situation gut klar kämen, aber der fast zwei Drittel seiner Bauern sei offensichtlich bereit, sich für ein europaweit geltendes Krisen-Instrument „Marktbeobachtung" einzusetzen. Eine Umfrage unter RBV- und MDM-Mitgliedern habe das bestätigt.

Bauernprotest: Gummistiefel gegen das Höfesterben

Mit leeren Gummistiefeln als Symbol für das Höfesterben haben Bauern in Schwerin eine Woche vor der Agrarministerkonferenz in Mecklenburg-Vorpommern für ein Umschalten in der Politik demonstriert. Ottmar Ilchmann ist aufgebracht: "Wir stehen nicht mehr vor einem Strukturwandel, sondern vor einem Strukturbruch". Es seien gerade die kleinen und mittelgroßen bäuerlichen Betriebe, die jetzt die Produktion aufgeben, so Ilchmann.

Freitag, 8. April 2016

Rohstoffwert Milch: Butter-Erlös sinkt um 40 Cent/kg

Im März ging es für den Rohstoffwert Milch weiter bergab. Er notierte nur noch bei 21,2 Cent je Kilogramm. Vor allem der Verwertungserlös für Butter verzeichnet hohe Abschläge. Für den Rohstoffwert Milch errechnete das ife Institut in den Segmenten Magermilchpulver und Butter für März so niedrige Werte wie seit Jahren nicht mehr: Der Durchschnittspreis für Magermilchpulver gab im März gegenüber dem Vormonat um vier Cent nach und liegt bei 149,0 Cent/kg. Für 1 kg Butter wurde im März mit 243,5 Cent/kg gegenüber dem Vormonat (283,0 Cent/kg) fast 40 Cent pro Kilo weniger erlöst.

Donnerstag, 7. April 2016

Video - Proteste von Milchbauern in Bolivien eskalieren

In Bolivien haben sich Milchbauern und die Polizei den zweiten Tag in Folge gewalttätige Auseinandersetzungen geliefert. Die Demonstranten blockierten eine Straße zu einer Molkerei, die peruanischen Investoren gehört. Die Investoren hatten angekündigt, künftig weniger für die Milch der Bauern zahlen zu wollen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Straßenblockade aufzulösen. "Sie haben uns Anreize gegeben und gesagt produziert Milch, produziert mehr Milch. Und jetzt sagen sie uns in letzter Minute, dass sie die Milch nicht mehr kaufen wollen. 


Mittwoch, 6. April 2016

„Höchste Eisenbahn“ bei den Milchbauern

Kurz nachdem sich die Spitzen vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und Landvolk in Ostfriesland erstmals zu einem Gespräch getroffen hatten, war auch dieser Abend dazu gedacht, dass die Lager miteinander statt übereinander sprechen. Diesmal stellten sich Justus Ackermann (Großoldendorf), Leeraner Kreislandwirt des Landvolks, sowie Ottmar Ilchmann (Klostermoor), langjähriger Kreisteamleiter des BDM und inzwischen Bundesvize der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Diskussion. Fast 250 Zuhörer waren gekommen. 

Der Milchmarkt schreit nach Veränderungen

„Das Einzige was hilft, ist die Anpassung der Milchmenge an die Marktsituation!" so der Gründer und Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber.  Bereits 2014 hätten die EU-Staaten ihre Milchproduktion trotz stagnierender Absatzwerte um 6 Mio. Tonnen gesteigert. 2015 waren es zusätzliche 3,75 Mio. Tonnen. Dies führt zu einem globalen wie nationalen Preisdruck. „Nicht die fehlende Nachfrage ist das Problem, sondern die Überproduktion! Und Deutschland ist ganz vorne dabei, wenn es darum geht, den Markt zuzuschütten", nannte er das Kind beim Namen.

Nöte auch ohne Quote

Vor einem Jahr ist die Milchquote weggefallen. Die USA zeigen jedoch ein positives Beispiel, wie es funktionieren kann. Für einen „wachstumswilligen" Betrieb hat der Wegfall der Quote den Vorteil, dass keine zusätzliche Quote gekauft werden muss. „Manche Milchbauern haben sich auf Prophezeiungen sogenannter Experten und damit auf ständiges Wachstum verlassen. Die Prognosen sind so aber nicht eingetreten. Und die Leidtragenden sind die Bauern", ist Hans Bauer überzeugt. Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber, plädiert für einen freiwilligen Lieferverzicht gegen Entschädigung und eine gleichzeitige, befristete Deckelung der Milchmenge. So könnte den Milchbauern geholfen werden. 

Freitag, 1. April 2016

IG Milch Demo in Wien: Auf der Suche nach Wegen aus der Krise

„Der Durst nach Überschüssen wird gelöscht!" Mit diesen Worten kommentierte IG Milch-Obmann das Überlaufen eines vor dem Raiffeisenhaus in Wien angelegten kleinen „Milchsees". Errichtet wurde dieser von etwas mehr als 50 Mitgliedern des Vereins der Rinder- und Grünlandbauern heute während einer Traktordemo durch die Bundeshauptstadt. Für Grünzweil und Mitstreiter steht fest, dass das Abschaffen der Milchquote zu einer vorhersehbaren Überproduktion geführt und die Milchpreise auf Talfahrt geschickt habe.

Video - Immer mehr geben auf

Nach Angaben des "Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Eifel" haben allein von März bis Oktober 2015 knapp 80 Bauern in der Eifel aufgehört, Milch zu produzieren. Nach Angaben vom Bundesverband der deutschen Milchbauern ist vor allem die Abschaffung der Milchquote vor einem Jahr Schuld am Preisverfall. Auch von der Landwirtschaftskammer im Land heißt es, dass immer mehr Milchbauern in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. 

Donnerstag, 31. März 2016

AT: „Molkereien kämpfen auf Seite der Milchbauern“

Die aktuell schwierige Situation am Milchmarkt fordert alle Marktpartner. „Wir brauchen dringend eine politisch koordinierte Vorgangsweise auf EU-Ebene, die den Milchmarkt wieder in Balance bringt", betonte Petschar. „Die österreichischen Molkereien verstehen sich als Partner der heimischen Milchbauern und setzen alles daran, ein bestmögliches Milchgeld zu erwirtschaften. 

Freie Milch Austria geht zu Lembach

Die von der österreichischen IG-Milch vor Jahren gegründete Vermarktungsgesellschaft „Freie Milch Austria" wird von der Bio-Molkerei Lembach (5 Mio. € Umsatz) übernommen. 170 Lieferanten der Freien Milch, Betriebsanlagen in Steyr-Gleink und die zugehörigen Lkw werden in eine eigens gegründete Tochtergesellschaft Alpenmilch-Logistik überführt. Neu geordnet wurden daneben auch die Eigentumsverhältnisse der Molkerei Lembach. 

Schadenersatzverfahren gegen DMK

In Israel kann ein vom früheren Remedia-Chef Gideon Landsberger seit 2012 angestrengter10 Mio. € Schadenersatzprozess gegen DMK als Rechtsnachfolger der Humana Milchunion seinen Lauf nehmen. Dies hat eine erste Instanz anhand der Beweislage entschieden. Bei dem Verfahren geht es um ein von Humana fehlerhaft zusammengesetztes Kindernährmittel der Marke Remedia (Super Soya 1), bei dem als Folge von Mangel an Vitamin B1 im Jahr 2003 zwei Kleinkinder verstorben und 23 weitere ernsthaft geschädigt wurden. Landsberger klagt, weil seine Firma in der Folge des Babyfoodskandals gravierenden Schaden erlitten habe.

Molkereiwirtschaft gegen Mengenbegrenzung

Der Brüsseler Vorschlag einer freiwillige Mengenbegrenzung durch anerkannte Erzeugerorganisationen, deren Vereinigungen, Branchenverbände und Genossenschaften stößt in der hiesigen Milchwirtschaft auf Skepsis. Das haben Vertreter des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), des Bundesverbandes der privaten Milchwirtschaft, des Milchindustrie-Verbandes (MIV) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) deutlich gemacht. „Die Verarbeiterverbände sehen in diesem Modell keinen Lösungsweg für eine Stabilisierung des nationalen und europäischen Marktes", hieß es in einer Presseverlautbarung. Allerdings schließe das Aktivitäten einzelner Unternehmen nicht aus.
Mitgetragen wird von den Molkereien die Forderung des Bauernverbandes zur Stützung der Liquidität auf den Höfen. In den schwierigen Zeiten dürften Milcherzeuger nicht im „Regen stehengelassen werden". Notfalls sollte der Molkereiwirtschaft auch Geld aus nationalen Kassen bereitgestellt werden.

AT: Traktorenzug nimmt Kurs auf Wien

Vor einem Jahr endete die Milchquote - die Preise fielen ins Bodenlose. Schon vor einem Jahr, am Tag des Endes der EU-Milchquote, haben Bauern der IG Milch in Wien demonstriert. Nun wird es auf den Tag genau ein Jahr danach, am heutigen Donnerstag, wieder so weit sein. "Wir werden mit unseren Traktoren, ausgehend von Salzburg über Ober- und Niederösterreich nach Wien fahren", so IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil. 

Video - Milchpreis im Keller

Am 1. April 2015 wurde die Milchquote abgeschafft. Seitdem ist der Milchpreis im Keller, zumindest bei den konventionellen Bauern in Schleswig-Holstein. Für die Milchviehalter schlägt es fünf nach zwölf, denn viele Bauern müssen um ihre Existenz bangen. Nur 23 Cent bekommen sie für den Liter Milch. 

Milchbauern machen mobil

Jeder sechste Milchhof in Schleswig-Holstein existenziell bedroht. Jörg Hauschildt hat mehr als 20 Jahre seinen 90-Hektar-Hof in Quarnstedt im Kreis Segeberg nach dem Lehrbuch bewirtschaftet. Hat optimiert, intensiviert, ausgebaut. So konnte er die Milchleistung seine Herde fast vervierfachen. „Und was hat mir das gebracht? Mehr Arbeit und mehr finanzielle Sorgen. Mir geht es schlechter als vor 20 Jahren." Deshalb hat Hauschildt mit 50 Jahren die Wende eingeleitet. Er hat den Lieferbeitrag mit dem Deutschen Milchkontor, dem bundesweit größten Molkereiunternehmen, gekündigt und ist zu der kleinen Meierei Horst gewechselt.

Dienstag, 29. März 2016

Bundesagrarministerium sieht gute Perspektiven auf dem Milchmarkt

Die Aussichten seien nahezu unverändert und beinhalteten moderat steigende Erzeugerpreise, so der Parlamentarische Staatssekretär vom Agrarressort, Peter Bleser, in seiner Antwort auf eine Schriftliche Frage des Agrarsprechers der grünen Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff. Darin verweist Bleser auf eine Projektion der Europäischen Kommission, nach der im Jahr 2025 mit einem Erzeugerpreis von 37 Cent/kg zu rechnen sei.
Ostendorff warf dem Ministerium und Ressortchef Christian Schmidt „Wirklichkeitsferne" vor. „Wer sich in der aktuellen Situation allen Ernstes erdreistet, auf 2025 zu verweisen, dem fehlt jeglicher Kontakt zur Realität und den Betrieben", so der Grünen-Politiker in seiner Reaktion auf die Regierungsantwort.

Milchkrise: Solidarität unter Bauern gefragt

Innerhalb von sechs Jahren haben die Landwirte schon mit der dritten Milchkrise (2009, 2012, 2015/16) zu kämpfen. Eine jahrelange Erhöhung der Milchquote und die Auflösung im April 2015 seien laut Bertl die Auslöser für diese Milchkrise. Die europaweite „Mehrmilch" drücke nun auf den Weltmarkt und übersteige somit die Nachfrage deutlich. Neuseeland und Australien könne man dabei nicht verantwortlich machen, da sie ihre Produktion nur unwesentlich gesteigert hätten. Laut Thomas Bertl muss das BDM-Milchkrisenprogramm europaweit umgesetzt werden, damit die Milchmenge an den Absatz angepasst werden könne. 

Montag, 28. März 2016

Ein Bauer, der nicht mehr weiterweiß

Wie lange machen die Banken mit? Wie lange kann er Strom und Diesel bezahlen? Wie lange schafft er es noch, als Milchbauer zu überleben? Ein Jahr nach dem Fall der Milchquote ist aus seiner Hoffnung auf eine große Zukunft ein Albtraum geworden. Der millionenteure Stall, die 184 Kühe, „ein riesengroßer Fehler", sagt Timmermann.

Samstag, 26. März 2016

Der Kampf um die Existenz

Innerhalb von zwei Jahren sanken die Milchpreise um zwölf Cent. Es wird immer behauptet, dass es der freie Markt schon richten wird, sagt der stellvertretende BDM-Vorsitzende. „Von wegen. Es ist nicht absehbar, dass der Milchpreis steigt, im Gegenteil. Es gibt eher Anzeichen, dass er sinkt."
Der niedrige Milchpreis hängt mit dem Auslaufen der Milchquote zusammen. Deswegen ist zu viel Milch zu einem niedrigen Preis auf dem Markt. Der BDM hat ein eigenes Konzept entwickelt, um eine weitere Senkung der Milchpreise zu verhindern. Eine Maßnahme wäre ein freiwilliger Lieferverzicht gegen eine Entschädigung. Das hat den Vorteil, dass dieser Vorgang die Zukunft nicht belastet, sagt Schneid. Europas größte Molkerei Friesland Campina hat dieses Instrument für sechs Wochen eingesetzt – mit Erfolg: Es wurden zwar nur zwei Cent pro Kilo Milch an jeden Betrieb als Entschädigung gezahlt, doch es waren 35000 Tonnen Milch weniger auf dem Markt. 

Schöne Kühe retten nicht vor dem Bankrott

Peter Schuchmann, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), hat zum Frühstück eingeladen. Käse aus Spanien, Tirol, Griechenland, Dänemark und England stehen auf dem Tisch. „Deutschland importiert die Hochpreisprodukte, selber exportieren wir meist nur Milchpulver und Butter", meint er. In Sachen Milch sei die Bundesrepublik der europäische Billigheimer.
Während sich Politik und Bauernverband nach dem Quotenende entschieden gegen eine neue Form der Mengenregelung einsetzen, sieht der BDM darin den einzigen Weg aus der Misere.