(Pronsfeld) Der Bund Deutscher Milchviehhalter fordert Großmolkereien und Politik auf, ein Krisensystem für sinkende Milchpreise zu entwickeln. In Pronsfeld demonstrierten 50 Bauern und übergaben einen Entwurf ihres Konzepts.
Eine Sammlung von Infos und Links zum Thema Agrarpolitik abseits des Mainstream
Donnerstag, 18. Dezember 2014
Milchbauern aus dem Rheingau-Taunus-Kreis bitten Schwälbchen-Molkerei um Unterstützung
Er habe Verständnis für die Situation der Landwirte, betonte Berz-List und versprach, das Konzept auch beim Milchindustrie-Verband vorzustellen. Er hoffe, wenigstens die 30-Cent-Marke halten zu können. Allerdings sieht er keine „strukturelle Krise": Wäre der Export nach China und Russland nicht eingebrochen, „hätte es das nicht gegeben".
Protest vor Eifeler Großmolkerei Arla
Die Milchbauern protestieren damit nach eigenen Angaben gegen die Geschäftspolitik der Großmolkereien. Arla und Hochwald würden immer mehr Milch auf den Markt bringen und so dazu beitragen, dass die Preise weiter sinken. An diese Geschäftspolitik seien die Milchbauern gebunden.
Ein starkes Signal an alle Molkereien
Milchbauern übergeben Molkerei ein Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept
Auch in Hünfeld/Landkreis Fulda beteiligten sich BDM-Teams und besuchten die Molkerei Hochwald. „Wir wollen mit dieser Aktion ein deutliches Zeichen setzen", erklärten Paul Jestädt und Thomas Alt vom BDM-Kreisteam Fulda. „Die Situation der Milchviehhalter ist angesichts des seit fast einem Jahr anhaltenden Preisverfalls sehr ernst und wird sich weiter verschärfen, wenn die negativen Prognosen von Marktexperten für die nächsten neun Monate Realität werden. Wir Milchviehhalter haben kein Verständnis dafür, dass man wieder einmal eine Marktkrise aussitzen will und die dabei entstehenden Wertschöpfungsverluste alleine auf die Milchviehhalter abwälzt."
Milchbauern im Landkreis Gießen fürchten um Existenz
Die Landwirte Heiko und Reinhold Hofmann führen mit 620 Tieren, darunter 280 Milchkühe, 50 Bullen und Jungtieren den größten Milchviehbetrieb im Landkreis: „Auf dieses Standbein kann ich mich in Zukunft nicht mehr verlassen", sagte Reinhold Hofmann in Bezug auf die Milchwirtschaft deutlich. Er hat eine Produktion von 2,6 Millionen Litern Milch pro Jahr. Bei zehn Cent Verfall würde er 260 000 Euro pro Jahr einbüßen. Für den Landwirt untragbar.
Mittwoch, 17. Dezember 2014
Milchbauern wollen Molkerei Omira überzeugen
Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) lässt nicht locker. In zahlreichen Gesprächen leisten die Landwirte Überzeugungsarbeit und werben für ihr Milchmarkt-Krisenmanagementsystem. Am Mittwoch hat eine Delegation des BDM-Kreisverbands Ravensburg die ortsansässige Molkerei Omira aufgesucht. Omira ist dabei nur eine von 60 Molkereibetrieben bundesweit, die an diesem Tag von BDM-Bauern Besuch bekommt.
Die Emanzipation der Milchbauern
50 Milchbauern aus der Region Trier verkaufen ihre Milch in Zukunft nicht mehr an die Großmolkereien "Arla" in Pronsfeld und "Hochwald" in Thalfang. Sie wollen freier sein und hoffen auch auf mehr Geld.
Die letzte Kuh
Die Großen wachsen, die Kleinen weichen - Bauernhöfe verschwinden, besonders die der Milchbauern.
Dienstag, 16. Dezember 2014
Milchmenge wird um nicht mehr als 5% steigen
Wenn die Quoten fallen, dann bedeutet das eine neue Marktsituation, sagte der Geschäftsführer der Salzburg Milch (225 Mio. kg), Christian Leeb, im ORF. „Es wird zweifellos ein Plus beim Milchangebot geben. Ich bezweifle allerdings, dass es im kommenden Jahr schon wesentlich mehr als fünf Prozent beträgt." Die Strategie in Deutschland geht ganz klar dahin, dass diese Milch in Form von Milchpulver aus Europa hinaus exportiert wird. Daher rechnen wir eigentlich nicht mit einer Milchschwemme", so Leeb.
Preisdruck: Chinas Milchbauern schütten ihre Milch weg
Chinas Milchbauern leiden unter hohen Einbußen und viele von ihnen verkaufen ihre Kühe oder schütten ihre frische Milch weg. Han Yuliang, ein Milchbauer aus Datong erklärt jedoch, der Milchpreis im vergangenen Jahr habe noch bei 3,6 Yuan (umgerechnet etwa 0,5 Euro) pro Liter gelegen. Dieses Jahr sei er auf nur 1,6 Yuan (0,2 Euro) gefallen. Der Preis hat sich mehr als halbiert und Milch sei plötzlich noch billiger als Mineralwasser. Mittlerweile wurden in dem Dorf, aus dem Han stammt, etwa 30 Prozent aller Milchkühe verkauft oder geschlachtet. Dass Milchbauern die Milch wegschütten, ist nichts Neues in China. Hinter dem Phänomen stecken die zahlreichen Schwierigkeiten der chinesischen Milchproduktionsbranche bei der Umstrukturierung und beim Industrie-Upgrade.
Montag, 15. Dezember 2014
Milchpreis: „Situation besorgniserregend“
„Wir bekommen die Grausamkeit des freien Marktes zu spüren." Der Strukturwandel, sprich das Fortschreiten der bäuerlichen Betriebsauflösungen, werde dadurch beschleunigt. Piding wolle deshalb in dieser Krise einen eigenen Weg gehen: „Der Milchpreis soll bei 42 Cent brutto je Kilogramm eingefroren werden." Ob dieses Vorhaben gelinge, werde sich in den kommenden Monaten zeigen. „Wir trauen uns, uns vom Markt abzukoppeln", nannte Molkereidirektor Bernhard Pointner diese Strategie.
28 Mio. Euro für Milchbauern wegen Marktkrise
Copa-Cogeca begrüßt das 10,7 Mio. schwere Hilfspaket zur Entschädigung der finnischen Milcherzeuger, die aufgrund des russischen Embargos von einem Tag auf den anderen ihren Hauptexportmarkt verloren haben, als Schritt in die richtige Richtung. Anlass war die vorangegangene Verabschiedung des 28 Mio. schweren Hilfspakets für Milcherzeuger in Estland, Lettland und Litauen, die durch das Embargo ebenfalls stark beeinträchtigt wurden. Die wirtschaftlichen Einbußen allein für den finnischen Milchsektor werden beispielsweise auf 130 Mio. jährlich geschätzt.
Zu viel Produktion und sinkende Nachfrage: Parmigiano kürzt Milchproduktion
Wegen hoher Produktion und niedriger Nachfrage sind die Preise des norditalienischen Hartkäse auf ein Rekordtief gesunken. Daher hat das Konsortium der Parmesanhersteller für 2015 eine Produktionskürzung von fünf Prozent beschlossen. 150.000 Laibe weniger sollen hergestellt werden, die Milchproduktion soll stark gekürzt werden.
Bonde: "Bundesregierung muss Blockadehaltung in Brüssel aufgeben und sich für stabilen Milchmarkt einsetzen"
Minister Bonde hat am vergangenen Mittwoch eine Delegation des Bundes Deutscher Milchviehhalter in Stuttgart empfangen: „Wir teilen die Sorgen der Milchbäuerinnen und Milchbauern und unterstützen sie in ihrem berechtigten Interesse nach auskömmlichen und stabilen Milchpreisen. Wir sehen die Bundesregierung in der Pflicht, sich auf EU-Ebene endlich im Sinne der Milchbauern einzusetzen."
Bisher habe sich die Bundesregierung für den ungebremsten Markt und gegen die Milchbauern ausgesprochen, statt ihre Schlüsselrolle in der EU konstruktiv zu nutzen.
Sonntag, 14. Dezember 2014
Pro und Contra Milchmarktsteuerung
Verständnis für die EMB-Forderungen zeigte der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Alexander Bonde: „Wir teilen die Sorgen der Milchbäuerinnen und Milchbauern und unterstützen sie in ihrem berechtigten Interesse nach auskömmlichen und stabilen Milchpreisen." Er warf der Bundesregierung vor, sich auf EU-Ebene nicht ausreichend für die Milchbauern einzusetzen. „Eine Politik, die allein auf Weltmarkt und Verdrängung setzt, entzieht vielen bäuerlichen Milchviehbetrieben die Existenzgrundlage", so der Minister. Die geforderte flexible Mengensteuerung sei ein gutes Instrument, um den Milchbauern zu helfen. Keine Unterstützung erhält das EMB hingegen beim Thünen-Institut (TI) für Marktanalyse.
Günstige Perspektiven für EU-Milchmarkt
Trotz der augenblicklichen Probleme im Milchsektor aufgrund der Steigerung der Rohstoffmengen und des Russlandembargos beurteilt die EU-Kommission die mittelfristigen Aussichten als positiv. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Prognose zur Entwicklung des EU-Milchmarktes bis zum Jahr 2024 hervor. Demnach soll die Kuhmilcherzeugung in der Gemeinschaft nach dem Ende des Quotensystems bis 2024 um etwa 10,5 Mio t oder knapp 7 % auf fast 167 Mio t anwachsen. Nach einem deutlichen Absinken auf 331 Euro/100 kg Milch im kommenden Jahr soll sich der Milchpreis nach einem Anstieg ab 2020 auf einem Niveau von etwa 350 Euro/100 kg einpendeln.
Samstag, 13. Dezember 2014
Video - EMB-Aktion in Brüssel am 11. Dezember 2014
Europa ertrinkt in zu viel Milch. Den Regierungschefs und EU-Kommissaren steht sie schon bis zum Hals. Das zeigte die EMB-Aktion am 11.12. in Brüssel. Um Krisen am Milchmarkt zu vermeiden, muss das Marktverantwortungsprogramm (MVP) von der Politik eingesetzt werden.
Milchkrise in England: Familienbetriebe leiden
Die tiefen Milchpreise in England treffen die traditionellen Familienbetriebe besonders stark. Branchenvertreter sehen gar das System der Familienbetriebe in Gefahr. Sie schätzen, dass noch diesen Monat die Anzahl Milchproduzenten in England und Wales auf unter 10.000 fallen werde, berichtet Farmers Weekly. George Dunn, Vorsitzender der Tenant Farmers Association (TNA) warnte deshalb davor, dass Familienbetriebe bald der Vergangenheit angehören könnten, wenn nicht Maßnahmen ergriffen werden. Ähnlich sieht es David Handley, Vorsitzender von Farmers For Action (FFA).
Freitag, 12. Dezember 2014
Merkel & Co. steht die Milch bis zum Hals: Milchbauern befürchten “neue Katastrophe”
Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande oder EU-Agrarkommissar Phil Hogan: Europas Regierenden steht die Milch bis zum Hals, sie drohen im weißen Nass zu ertrinken. Dies wurde am Donnerstag vom European Milk Board (EMB) in einer drastischen Aktion mit einem Milchsee vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel deutlich gemacht.
Landvolk: Kein Grund zur Panik
Der Milchpreis sinkt und liegt im Osnabrücker Land bei 30 Cent pro Liter. „Kein Grund zur Panik", sagt Friedrich Willms, Geschäftsstellenleiter beim Osnabrücker Landvolk. „Von Krise sprechen wir jetzt nicht", sagte Willms, auch wenn klar sei, dass der Preis weiter sinken werde. „Eine Branche wird auf den globalen Markt entlassen", nennt er es. Mit dem Wegfall der Milchquote können Landwirte in der EU ab April 2015 ohne Grenze produzieren. Bahn frei für die Milch. Nicht alle Bauern werden sich halten können. „Es wird einen Verdrängungswettbewerb mit der Tendenz zu größeren Betrieben geben", sagt Willms vom Landvolkverband. „Wir müssen jetzt auf den neuen Ist-Zustand reagieren. Keine Milchquote bedeutet auch mehr Entwicklungschancen".
Bauern kritisieren Folgart
Folgart antwortete, dass rund 31 Cent pro Kilogramm nötig seien, damit er nicht drauflegen müsse. Umso mehr komme es darauf an, dass die Bauern mit den Molkereien entsprechend stabile Preise aushandelten, riet er und setzte dabei vor allem auf die genossenschaftlichen Molkereien.
Dennoch sehen sich viele Milchbauern vom Deutschen Bauernverband im Stich gelassen. Er gehe schlichtweg nicht auf die Bedürfnisse der Bauern ein, lautete deren Vorwurf und eine Frau stellte sogar die Frage in den Raum, ob der Bauernverband nicht längst ein Industrieverband sei.
Pralle Euter, Preisverfall und protestierende Bauern
Befeuert wurde die Produktionssteigerung - dieses Jahr sind 7,5 Millionen Tonnen und damit rund fünf Prozent zusätzlich auf den Markt gekommen - von der Ansage der Politik und der Milchindustrie, dass die globale Nachfrage speziell in Asien stark sei und Überschüsse leicht exportiert werden könnten. In der Praxis aber funktioniert das nur eingeschränkt. In der Bundesregierung, die den Wegfall der Quote verteidigt, wird vor allem "die kleinteilige Struktur der Branche", so ein EU-Diplomat.
Donnerstag, 11. Dezember 2014
In der Milchkrise ist es fünf vor zwölf
„Wenn kein Wunder geschieht", so eine Molkerei in Belgien, seien ab Januar gar nur 25 Cent möglich. Weder die Discounter, die wie in der Krise 2009 Preissenkungen bei Milch verkündeten, noch das russische Embargo („nur das Tüpfelchen auf dem i") macht Schaber verantwortlich. „Entscheidend ist: Wir produzieren mehr und sprengen damit die Verhältnisse." In Europa sei bereits 2013 mehr Milch produziert worden. Der Trend setze sich fort. „Und die Erzeugung hat stärker zugenommen als die Nachfrage." Allein die EU habe in den ersten neun Monaten fünf Millionen Tonnen mehr produziert, ebenso andere große Produzenten wie die USA und Neuseeland.
Felßner: Wir kommen ohne Quote zurecht
Nach goldenen Monaten sinken die Milchpreise deutlich. "Insgesamt betrachtet war es für die Milchbauern ein gutes Jahr", meinte Hans Bauer in seiner Rede. "Wir werden uns an den Weltmarkt gewöhnen müssen", meinte Bauer. Extreme Preisschwankungen seien praktisch vorprogrammiert. Wie es wirtschaftlich bei den Milchbauern weitergehen kann, erörterte Günther Felßner, Vorsitzender der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft und Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbandes. "Wir werden ohne Quote gut zurechtkommen", war er sich sicher. Die Märkte der Welt würden dadurch für Bayerns Bauern zugänglich werden. Die Annahme, die Quote schütze vor allem kleinere Betriebe, bezeichnete Felßner als Trugschluss.
Mittwoch, 10. Dezember 2014
Milchbauern erwarten lange Preiskrise
„Es wird einfach am Markt vorbeiproduziert", sagte Schaber. Nur wenige Bauern würden sich trauen, die eigene Produktion zurückzufahren, denn die Angst sei da, dass dann einfach der Nachbarbauer mehr Milch liefert. Und die Situation droht sich weiter zu verschärfen. Am 1. April kommenden Jahres läuft die sogenannte Milchquotenregulierung aus, was einen weiteren Anstieg der Produktionsmengen bedeuten könnte. „Wir befürchten eine längere Milchpreiskrise als 2009", so Schaber. Scharfe Worte fand er für die Politik auf EU und Bundesebene, die auf das vom BDM vorgeschlagene Krisenmanagement nicht reagiere.
Straathof erhält Tierhaltungsverbot
Straathof gilt als einer der größten Schweineproduzenten Europas. Die dreitägige Razzia in der Schweinezuchtanlage Gladau von Adrianus Straathof im März 2014 scheint nun ernsthafte Konsequenzen für den niederländischen Schweinehalter zu haben. Wie die Wochenzeitung „stern" berichtet, wurde den Anwälten von Adrianus Straathof vor wenigen Tagen der amtliche Bescheid über ein "Tierhaltungs- und Betreuungsverbot" zugestellt.
Am Milchmarkt ziehen „wieder Wolken auf“
„Die Wolken ziehen wieder auf. Die Situation auf dem Milchmarkt sieht düster aus." Das erklärte Landesvorsitzender Stefan Mann (Ebsdorfergrund) vor weit über 100 Teilnehmern in der Regionalversammlung des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Landesverband Hessen, im Hotel „Zum Schäferhof" in Eudorf. Kritik richtete er an die Politik, die bis heute nichts für die Stabilisierung des Milchmarktes getan habe. Der BDM stelle deshalb die Frage „Milchkrise 3.0. Warum komme es nach 2009 und 2012 schon wieder zu immensen Marktverwerfungen?"
Milchbauern zahlen drauf
100 Teilnehmer bei BDM-Versammlung in Darup. Derzeit liegt der Milcherzeugerpreis bei 29 Cent pro Kilogramm. In den kommenden Monaten soll der Betrag noch weiter auf 25 Cent sinken. Dagegen stehen die Produktionskosten, die in der hiesigen Region 39 Cent ausmachen und sogar 50 Cent in Süddeutschland.
Dienstag, 9. Dezember 2014
Exportmärkte für Milch gesucht
Mit dem Auslaufen der Milchquote ab erstem April 2015 haben Bauern EU-weit keine Mengenbeschränkungen mehr bei der Milchproduktion. „Wir erwarten dadurch österreichweit einen Mengenzuwachs von 10 bis 15 Prozent", so Petschar. Daher müsse in Zukunft noch mehr auf Export gesetzt werden. So soll die Exportquote von derzeit 48 Prozent auf über 50 Prozent ansteigen.
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